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Glyphosat – ein weiteres Gift in unserer Ernährung

Unsere Nahrung wird immer giftiger. Fipronil, Glyphosat – fast täglich hört man in den Medien von neuen Skandalen, Erkenntnissen bzw. Gefahren oder zukünftigen Abstimmungen auf den verschiedensten politischen Ebenen.

Gerade jetzt im Herbst steht auf EU-Ebene die Abstimmung bevor, ob Glyphosat in der EU weiter zugelassen wird. Frankreich hat bereits angekündigt, bei dieser Abstimmung gegen die weitere Zulassung von Glyphosat zu stimmen. Österreich hat angekündigt, gegen eine erneute Zulassung zu stimmen.

Glyphosat 

Glyphosat wurde 1950 von Henri Martin erstmals synthetisiert. Der Agrarkonzern Monsanto testete ursprünglich in den 1960er Jahren verschiedenste Verbindungen zur Wasserenthärtung. Bei Tests zur Eignung als Herbizid fielen dabei manche Verbindungen positiv auf und Monsanto ließ Glyphosat 1971 als Herbizid patentieren. Schon 1974 kam die Substanz in Form des Mittels „Roundup“ auf den Markt. Bis 1990 wurde Glyphosat primär zur Unkrautbekämpfung vor der Aussaat genutzt. Durch genetische Veränderungen von Nutzpflanzen – diese weisen eine Glyphosatresistenz auf – konnte von da an auch während des gesamten Pflanzenwachstums das Herbizid eingesetzt werden. Derzeit ist Glyphosat weltweit das mit Abstand am meisten eingesetzte Herbizid.

Wirkungsweise

Biochemisch betrachtet blockiert Glyphosat ein Enzym bei Pflanzen und bei den meisten Mikroorganismen, welches für die Synthese von notwendigen Aminosäuren notwendig ist. Ohne diese stirbt der Organismus ab. Dieses Enzym kommt nur bei Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen vor, weshalb von einer geringen Toxizität von Glyphosat für Tiere ausgegangen wurde. Natürlich wurde die Wirkung auf Nichtzielorganismen umfangreich von den verschiedensten Großorganisationen wie EU, WHO, etc. getestet. In erster Instanz wurden dabei keine Gesundheitsrisiken festgestellt. NGOs wie Greenpeace vertraten von Anfang an den Standpunkt, dass Glyphosat erhebliche Risiken für Mensch und Umwelt berge. Seither erschienen viele Arbeiten bezüglich der Toxizität von Glyphosat, die diese sowohl belegen als auch widerlegen. Erwähnt werden muss aber, dass in etwa gut die Hälfte aller veröffentlichten Studien von den Herbizidherstellern selbst in Auftrag gegeben worden sind. Es verwundert diesbezüglich nicht, dass diese Studien natürlich unterstreichen, dass keine Gefahr von Glyphosat ausgeht. 2015 schließlich stufte die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der WHO Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ und als DNA-schädigend ein. Und Stoffe, die die DNA schädigen, stellen auch in geringer Dosis ein Risiko dar. So müssen aktuelle Untersuchungen, wie etwa der Glyphosatgehalt in österreichichen Bieren, ganz anders bewertet werden.

Belastung durch Glyphosat

GLOBAL 2000 testete 2017 neun österreichische Biersorten, wobei in vier davon Glyphosat nachgewiesen wurde. Zwar bewegten sich die Werte nur knapp über der Nachweisgrenze von 2 μg/l, nichtsdestotrotz verdeutlichen solche Untersuchungen, dass man heutzutage Glyphosat überall antrifft. Doch nicht nur in Bier finden sich Rückstände von Glyphosat. Konsumenten werden auch durch Rückstände in anderen Alltagsprodukten belastet. In Getreideprodukten wie Brot, in Wein oder sogar in Gesundheitsprodukten wie Tampons wurde in der Vergangenheit Glyphosat gefunden. Bedenkt man die Menge von 300 Tonnen Glyphosat, die jährlich in Österreich eingesetzt wird, muss jedem klar sein, dass es zu einer gewissen Hintergrundbelastung kommen kann. Selbst Getreide, welches nicht mit Glyphosat behandelt wurde, kann Rückstände von diesem aufweisen. Dies gilt natürlich auch für viele andere Naturprodukte wie etwa Honig.

Eine solche unwissentliche allgegenwärtige Belastung wird Konsequenzen haben, die beim derzeitigen Wissensstand nicht abzuschätzen sind. Dies und das Problem Glyphosat-freie Lebensmittel zu erzeugen, spricht nach Meinung des Österreichischen Tierschutzvereins klar für ein Verbot von Glyphosat.

Internationale Probleme

In Anbetracht der in Österreich vorherrschenden Belastungen, können wir uns derzeit allerdings noch glücklich schätzen. In Argentinien, wo wie in den USA vor allem genveränderte Pflanzen angebaut werden und auf einen massiven Chemieeinsatz gesetzt wird, treten gehäuft Probleme durch den enormen Pestizideinsatz auf. 60 % der landwirtschaftlichen Flächen Argentiniens werden für den Sojaanbau genutzt. Waren 1996 noch drei Liter Pestizide pro Hektar üblich, so steigerte sich der Bedarf bis 2012 auf das Vierfache. Das Viertel Ituzaingó Anexo der Stadt Cordoba ist fast vollständig von Sojafeldern umgeben. Insofern verwundert es nicht, dass im Vergleich zum argentinischen Durchschnitt dort die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken 41-mal höher liegt. Schnell kam der Verdacht auf, dass die Pflanzenschutzmittel die Ursache dafür sind. 2012 wurden sogar ein Pilot und zwei Sojaproduzenten vor Gericht verurteilt, da sie zu nahe an Siedlungsgebieten Pestizide versprüht hatten.

Anstehende Nationalratswahlen

Am 15. Oktober finden in Österreich wieder Nationalratswahlen statt. Jeder Wähler sollte sich dabei überlegen, welchen Parteien es zu verdanken ist, dass Österreich gegen eine erneute Zulassung auf EU-Ebene stimmt. Denn eine Veränderung der derzeitigen Problematik um Glyphosat fängt bei der eigenen Stimme bei dieser Wahl an. Und hoffen wir, dass die EU zu dem Schluss kommt Glyphosat nicht erneut zuzulassen.

Nationalratswahl ist auch eine Wahl für den Tierschutz

Entscheide Dich und wähle: für den Tierschutz!

Wer am 15.Oktober sein Kreuzchen für den zukünftigen Nationalrat platziert, entscheidet nicht ausschließlich für seine eigene Zukunft, sondern wählt auch im Sinne der Tiere. „Tierschutz zählt in jedem Land zur Agenda der Parteien und ist dennoch nicht fixer Bestandteil der einzelnen Parteien.“ so Erich Goschler (Ehrenpräsident des Österreichischen Tierschutzvereines). Umso wichtiger ist es also, sich vor der Wahl auch die Frage zu stellen: „Welche Partei unterstützt den Tierschutz und welche nicht?“ Der Österreichische Tierschutzverein hat die einzelnen Parteien etwas genauer unter die Lupe genommen und die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

 

Erwartungsgemäß sind die Grünen in puncto Tierschutz die relevanteste Partei. Dabei legen sie ihren Fokus auf die Verbesserung  von Tiertransporten, die Optimierung der Haltungspflichten für Nutztiere sowie drastische Änderungen in Bereich der Massentierhaltung, was sehr zu begrüßen ist. Ihren Standpunkt vertreten sie dabei nicht nur auf dem Papier, sondern ebenso im Parlament sowie in der Öffentlichkeit. Die KPÖ ist zweifelsfrei eine sehr Tierschutzaffine Partei die aber, vermutlich aufgrund der geringen Wählerschaft, zu klein wäre um im Tierschutz tatsächlich etwas bewegen zu können. Ebenso ist die Liste Pilz hinsichtlich Tierschutz durchaus einen Blick wert. Die Partei stellt allerdings klar, dass ihre Kandidaten ihr Programm sind. Es gibt somit kein Parteiprogramm, sondern nur die Standpunkte der Kandidaten. Für den Tierschutz setzt sich Dr. Sebastian Bohrn Mena ein. Sein 32 Punkte umfassender Aktionsplan zeigt konkrete Ansatzpunkte um Tieren zu helfen. Doch wie bei der KPÖ stellt sich auch hier die Frage, ob die Liste Pilz stark genug werden wird, um etwas zu bewegen. Die SPÖ hat zwar, aufgrund des Tierschutzministeriums, die besten Möglichkeiten im Tierschutz etwas zu bewegen, verhält sich diesbezüglich leider aber etwas zurückhaltender als erhofft. Das aktuelle Wahlprogramm beinhaltet leider explizit keine Punkte zum Thema Tierschutz. Dennoch hat man angekündigt, am 20.September einen Initiativantrag einbringen zu wollen. Verbesserungen beim neuen Tierschutzgesetz sollen damit erzielt werden.

 

Die NEOS hinter Matthias Strolz verhalten sich zum Thema Tierschutz weitgehend neutral. In Verbindung mit der Thematik Umweltschutz betonen die NEOS regelmäßig die Wichtigkeit des Artenschutzes in ihrem Parteiprogramm und betonen dies auch in der Öffentlichkeit. Matthias Strolz: „Ich bin ein Verfechter des umfassenden Tierschutzes, der mir auch persönlich ein großes Anliegen ist. Das bedeutet auf der einen Seite müssen die Regeln in Österreich überdacht und überarbeitet werden  und auf der anderen Seite müssen ebenso Maßnahmen im Zuge des Klimawandels ergriffen werden, um den drastischen Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen.“ Die FPÖ hinter Heinz-Christian Strache war kein Unterstützer des neuen Tierschutzgesetzes und setzt sich auch in puncto Jagd nicht für den Tierschutz ein. Dennoch lassen sich in der FPÖ erste Ansätze erkennen, den Tierschutz zu stärken. Das Handbuch Freiheitliche Politik (2013) betont notwendige Verbesserungen in der Nutztierindustrie. In Summe bleibt aber fraglich wie die FPÖ den Tierschutz genau stärken möchte. Die ÖVP hinter Sebastian Kurz war schon immer „Agrar-affin“ und kümmert sich wenig um den Tierschutz. Im Zuge des Tierschutzgesetzes fordert die ÖVP sogar Ausnahmeregelungen für die Landwirtschaft großteils zu Lasten der Tiere und auch in puncto Jagd in der Wirtschaft agiert die ÖVP leider vorrangig im Interesse der Industrie. In Summe lässt sich aus dem aktuellen Programm das starke Bestreben nach mehr Ressourceneffizienz  in der Landwirtschaft erkennen, was noch schlechtere Haltungspflichten im Sinne des Tierschutzes zur Folge hätte.  Wer sich in puncto Tierschutz – unabhängig von den Wahlen – lieber auf seine eigene Stimme verlässt, kann die Petition des Österreichischen Tierschutzvereines unterzeichnen. Dabei geht es um das Tierschutzgesetz, das in jedem Fall noch einige Verbesserungen benötigt. http://tierschutzverein.at/petitionen/nein-zum-neuen-tierqualgesetz/

Fischotter als Sündenbock

Die Gefahren für den Fischbestand sind vielfältig – die Jagd auf Fischotter löst das Problem jedoch nicht

 

Österreichs Fischbestände sind rückläufig. Immer wieder wird der Fischotter dafür verantwortlich gemacht, jedoch völlig zu Unrecht, wie Sebastian Url vom Österreichischen Tierschutzverein feststellt: „Am Beispiel der Schweiz erkennt man sehr deutlich, dass der Fischotter zu Unrecht zum alleinigen Sündenbock gemacht wird.  Denn dort gibt es kaum nennenswerte Bestände an Fischottern – und trotzdem gehen die Fischbestände dramatisch zurück. Ein klarer Hinweis dafür, dass andere Ursachen eine weitaus größere Wirkung haben als die vermeintliche Überpopulation des Fischotters.“

Verbaute Flüsse und verschmutzte Abwässer als ernstzunehmende Ursache

In Österreich sind praktisch alle Flüsse stark verbaut und insbesondere durch Pestizide aus der Landwirtschaft und verschmutzte Abwässer aus Siedlungsräumen belastet. Url weiter: „All dies bedeutet für den Fischbestand einen enormen Verlust von diversen Strukturen und führt zu einer Homogenisierung ihres Habitats, welcher für eine gesunde Fortpflanzung sowie ausreichenden Nahrungserwerb dingend von Nöten wäre.“

Zuchtfische stehlen Wildfischen ihren Platz in den Gewässern

Von den meisten Fischereivereinen werden häufig Regenbogenforellen und Mischlinge aus Zuchtbetrieben als Besatzfische für Sportfischer in die Gewässer eingebracht. Diese gefährden allerdings den Lebensraum der heimischen Wildfische, welche jedoch mit dem Jagdverhalten des Fischotters besser umgehen können. Zuchtfische sind für den Fischotter eine besonders leichte Beute, da sie in ihren Zuchtbecken nie gelernt haben, sich vor natürlichen Feinden zu verstecken. Dieses schnelle „Verschwinden“ der Besatzfische wiederum verärgert verständlicherweise die Sportfischer.

Abhilfe in der Teichwirtschaft

In der kommerziellen Teichwirtschaft kommt es in Einzelfällen tatsächlich zu massiven Schäden durch den Fischotter. Abhilfe schaffen hier abschreckende Elektrozäune oder das stetige Kurzhalten des Grünaufwuchses im Teich, damit der Fischotter kein Versteck vorfindet. Diesbezüglich müssen die Entschädigungszahlungen einfacher und schneller eingerichtet werden.

Erlaubnis des Landes Niederösterreich eine Zumutung

Vor diesem Hintergrund ist die Erlaubnis des Landes Niederösterreich, bis Sommer 2018 40 Fischotter „zu entnehmen“, eine Zumutung. Url kritisiert: „Nach Entnahme der Tiere werden die freigewordenen Reviere sofort nachbesetzt, am Status quo wird sich de facto nichts ändern. Den Fischotter als Sündenbock abzustempeln und diese Tiere zu opfern, ohne das tatsächliche Problem zu lösen, ist inakzeptabel!“

Der Waldkauz: Vogel des Jahres 2017

Der Waldkauz ist der Vogel des Jahres – und das nicht ohne Grund.

Die Bezeichnung Kauz steht im Allgemeinen für einen Vogel, dem die für Eulen sonst oft so typischen Federohren fehlen. Mit einer Länge von etwa 40 Zentimeter und einer Flügelspannweite von etwa 90 Zentimeter ist er von der Größe her mit einer Krähe vergleichbar, wobei sein Körperbau deutlich massiger ist.

Nach dem Uhu und dem seltenen Habichtskauz, stellt der Waldkauz die drittgrößte heimische Eule dar. Charakteristisch für den Waldkauz sind die dunklen, fast schwarz wirkenden Augen sowie eine Gefiederfärbung, die je nach Lebensraum von rotbraun bis grau reicht.

Auch in Gärten und Parks anzutreffen

Der Waldkauz bevorzugt vielseitig bewachsene Biotope wie lichte Altholzbestände, Lichtungen, Waldränder und Parks – offene Landschaften hingegen meidet er. Auch im Wald selbst ist ein diverser Unterwuchs von Vorteil, da dieser ein besonders breites Beutespektrum bietet. Das erklärt auch, dass man den Waldkauz sehr oft in gartenreichen und parkreichen Gegenden innerhalb von Städten vorfinden kann.

Im Gegensatz zu vielen anderen Eulenarten handelt es sich beim Waldkauz um keinen reinen Mäusejäger. Sein Nahrungsverhalten umfasst neben Nagern auch Vögel, Amphibien und Fische sowie in geringeren Mengen Reptilien, Insekten, Regenwürmer, Nester von Höhlenbrütern, Krebse und Weichtiere. Dieses Spektrum ermöglicht dem Waldkauz einen Jagderfolg, der praktisch unabhängig von der vorherrschenden Witterung ist. Er ortet seine Beute akustisch und kann sowohl von einer Warte, als auch im Flug jagen.

Er fliegt nahezu lautlos

Sein spezielles Gefieder ermöglicht ihm einen nahezu lautlosen Flug: Es ist besonders weich und weist an den Kanten der äußersten Flügelfedern unzählige sägeartige Zähnungen auf. Diese Kombination bewirkt, dass während des Fluges geringe bis gar keine Luftturbulenzen verursacht werden.

Waldkauzpaare sind treue Tiere: Nicht nur bleiben sie zeitlebens zusammen, auch ihr Revier verlassen sie nicht. Anfang März kann man nach Einbruch der Abenddämmerung oft den Balzgesang vernehmen. Der Waldkauz ist, wie auch die meisten anderen Eulenarten, dämmerungs- und nachtaktiv – nur zur Zeit der Jungenaufzucht (April bis Juni) können Waldkäuze auch tagsüber beobachtet werden.

Baby-Eulen vollbringen Erstaunliches

Gerade in dieser Zeit werden oft Ästlinge – die noch flugunfähigen jungen Eulen – beobachtet und leider allzu oft von besorgten Passanten „gerettet“. In den meisten Fällen wäre es jedoch besser, die scheinbar hilflos am Boden sitzenden Tiere einfach in Ruhe zu lassen und aus sicherer Distanz einige Zeit abzuwarten. Denn oft wirkt es nur so, als ob diese allein gelassen wurden.

Meistens füttern die Elterntiere immer noch regelmäßig und lediglich in größeren Zeitabständen. Zudem können Ästlinge zwar nicht fliegen, sich aber dennoch einen Baum hinaufarbeiten. Dafür verbeißen sie sich im Stamm und ziehen ihre Füße nach, um sich dann wieder flatternd weiter oben im Stamm beißend zu verankern. Ehe man sich versieht, sind die jungen Eulen wieder in sicherer Höhe.

Höhlen sind für den Waldkauz wichtig

Für den Waldkauz sind Baumhöhlen nicht nur als Brutmöglichkeit wichtig, sondern auch als Tageseinstand – unabhängig von der Jahreszeit. Insofern sind höhlenreiche Waldbestände für sie unabdingbar. Der Waldkauz ist zwar weit verbreitet und kaum gefährdet, die Bestände der meisten anderen heimischen Eulen sind jedoch aufgrund von immer geringer werdenden passenden Lebensräumen betroffen.

Zusätzlich wirkt sich auch die Intensivierung der Landwirtschaft äußerst negativ auf das vorhandene Beutespektrum aus und verringert somit die Aussicht für erfolgreiche Bruten. Naturbelassene Waldbestände mit Baumhöhlen und anderen Nistplätzen bieten nicht nur den Eulen, sondern auch unzähligen weiteren Tierarten wie Spechten, Fledermäusen und Bilchen ein Zuhause. Umso wichtiger ist es, diese Wälder zu schützen!

Vegan und Tierschutz

Tierrechtler Frank Albrecht lebt seit über 20 Jahren vegan. Warum, das erklärt er hier.

„Warum ich Veganer wurde, ist leicht zu erklären: Jahr für Jahr sah ich die grauenvollen Bilder von durch die Massentierhaltung kranken, verletzten und gequälten Tieren in den Medien. Als bekennender Tierfreund wurde mir bald bewusst: Es muss sich etwas Grundlegendes ändern. ICH selbst muss die Veränderung sein, die ich bewirken will, da ich selbst mit meiner Lebensweise und Nachfrage das Angebot am Markt bestimme.

Wenn ich, so wurde mir klar, Fleisch, Eier, Milch und andere Tierprodukte konsumiere, dann unterstütze ich ja selbst das System der unendlichen Tierqualen. Also entschied ich mich bereits vor über zwanzig Jahren, vegan zu leben. Man muss sich das ja nur einmal vor Augen führen: Um Milch zu geben, muss eine Frau oder ein weibliches Tier zunächst einmal schwanger werden. Diese Milch ist dabei nicht für einen Dritten, sondern für das Baby bestimmt – nur, dass das Baby der Mutter entrissen wird. Für jede Mutter und ihren Nachwuchs ein brutaler und grausamer Akt.

Nach der Trennung stehen die Babys dann in einer Box. Allein, ohne körperlichen Kontakt zur Mutter oder anderen Kühen. Ich selbst habe erlebt, wie Kuhmütter und Baby oft stundenlang nach sich riefen – bis heute habe ich diese Klageschreie nicht vergessen. Genau deshalb bin ich heute Veganer.

„Der Ersatz für Kuhmilch schmeckt sehr gut“

Es ist leichter, als man vielleicht glaubt: Soja-, Hafer- und Kokosmilch schmecken gut und sind der perfekte Ersatz für Kuhmilch. Mittlerweile gibt es diese pflanzliche Milch in allen Variationen – vom Getränk über das Joghurt bis hin zum Pudding. Auch Fleisch lässt sich leicht, vielfältig und auch geschmacklich durch Soja, Tempeh, Seitan oder Lupine ersetzen.

Man merkt schnell: Eine vegane Lebensweise ist durchaus umsetzbar und kein Verzicht auf Genuss. Veganismus ist auf jeden Fall auch ein Gewinn für den Tierschutz.“

Uhu-Dame darf wieder fliegen

Mitte Februar machte Fritz Winkler (Bauer, Jäger und Obmann des Waldpflegevereins Thalgau) einen erschreckenden Fund: ein Uhu-Weibchen hatte sich wohl durch einen Stacheldraht o.Ä. so stark an den Fängen verletzt, dass es scheinbar abgestürzt ist und am Waldrand liegen bleiben musste. Fritz Winkler rief sofort die Tierrettung des Österreichischen Tierschutzvereines und bat um Unterstützung. Der Tierretter konnte die Unfallstelle bald erreichen und nahm eine Erstversorgung bei der Uhu-Dame vor. „Sie war bereits am Ende seiner Kräfte. Die Verletzungen an den Fängen waren massiv und ebenso hatte sie einen gebrochenen Schnabel, der wohl die Folge des Absturzes gewesen sein musste. Zusätzlich litt das Tier an einer Pilzinfektion, es muss schon ein Weilchen hier gelegen haben. Das war buchstäblich eine Rettung in letzter Sekunde“ so Uwe Gottschalk (Tierretter des Österreichischen Tierschutzvereins). Das Uhu-Weibchen wurde zur medizinischen Versorgung und Pflege an den Assisi-Hof in Frankenburg übergeben. Die folgenden 8 Wochen galten der Rehabilitation des Tieres sowie dem Ausheilung der Wunden und des Pilzbefalls. Mit viel Geduld, Spezialfutter und Feingefühl konnte das Uhu-Weibchen wieder zu vollen Kräften kommen und startete bald ihre ersten Flugversuche, die nach 2 Monaten endlich wieder zur Gänze glückten. Aus diesem Grund entschied der Österreichische Tierschutzverein gemeinsam mit Pfleger Oliver Hingsamer, die Uhu-Dame wieder in ihre Freiheit zu schicken. Mitte April wurde sie an ihren Heimatort in Thalgau gebracht und freigelassen.

Sommerfest am Assisi-Hof II

Familie Riegler und das Team des Österreichischen Tierschutzvereins freuen sich auf Ihren Besuch.
Am Samstag den 24.Juni öffnet der Assisi-Hof in St.Georgen an der Leys (NÖ) seine Tore und lädt zum traditionellen Sommerfest des Österreichischen Tierschutzvereins. Neben einer gemeinsamen Wanderung zur Sommerweide der Assisi-Hof Pferde, spannenden Vorträgen über alternative Heilmethoden sowie Wissenswertes über den Einsatz effektiver Mikroorganismen für Mensch und Tier, einem erste Hilfe Kurs für gefundene oder verletzte Tiere sowie Einblicke hinter die Kulissen des Assisi-Hofes erwartet die Besucher ein regionaler Mini-Markt heimischer HandwerkerInnen und kulinarische Schmankerln aus der Region. Die kleinen Besucher können sich zwischen den vierbeinigen Assisi-Hof Bewohnern beim Kinderschminken, Hüpfburgspringen oder Holzrindenbrennen austoben.
„Allem voran geht es darum, den Besuchern unsere Assisi-Hof Tiere sowie die tägliche Arbeit des Österreichischen Tierschutzvereines näher zu bringen. 365 Tage im Jahr, setzt sich unser Team für das Wohl vernachlässigter und beeinträchtigter Tiere ein. Mit dem Sommerfest am Assisi-Hof in St.Georgen an der Leys möchten wir unseren Unterstützern danken und gleichermaßen auf die Wichtigkeit des Tierschutzes aufmerksam machen. Ein besseres Verständnis für unsere tägliche Arbeit hilft auch den Menschen, uns weiter zu unterstützen“, so Harald Haslwanter, Präsident des Österreichischen Tierschutzvereines.

WAS: Sommerfest Assisi-Hof St.Georgen (NÖ)

WANN: Samstag, 24.Juni

WANN GENAU: 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr

WO: Mitteröd 11 | 3282 St Georgen a.d. Leys

EINTRITT: Eintritt frei

PROGRAMMPUNKTE:
Mini Markt von Tierzubehör, Holzspielzeug-, und Dekoration
Gemeinsame Wanderung zur Sommerweide der Assisi Hof Pferde
Besuch aller Tiere am Assisi Hof
Vorträge über den Einsatz effektiver Mikroorganismen 14:00
Vorträge über alternative Heilmethoden für Mensch und Tier
Einblick in die tägliche Arbeit am Assisi Hof 15:00
Kinderprogramm
Erste Hilfe Kurs für gefundene besitzerlose oder verletzte Tiere 13:00

Die wichtigsten Irrtümer über Zecken

Mit steigenden Temperaturen erwachen auch wieder die Zecken aus ihrer Winterstarre. Der Österreichische Tierschutzverein hat die wichtigsten Irrtümer über Zecken zusammengefasst.

Massentierhaltung schadet!

Massentierhaltung ist schlecht für die Tiere – keine Frage. Doch auch für den Menschen sind die aus ihr gewonnenen Lebensmittel äußerst bedenklich.

 

DIE PROBLEME:

Das grundlegende Problem der Massentierhaltung ist, dass den Tieren keine artgerechte Haltung geboten wird. Auch wenn durch die Domestizierung viele Haus- bzw. Nutztiere die Fähigkeit verloren haben, selbstständig in der freien Natur auf Dauer zu überleben, so bleiben dennoch ihre Bedürfnisse nach einem artgerechten Leben mit Bewegung und Ruckzugsmöglichkeiten.

Egal ob Mastschweine, Legehennen oder Mastrinder – das Prinzip ist immer dasselbe. Um den größtmöglichen Gewinn zu erzielen, werden auf minimalstem Raum so viele Tiere wie nur möglich zusammengepfercht. Um nur ein Beispiel zu geben: Eine Legehenne hat in etwa die Fläche eines DIN-A4-Blattes zur Verfügung, ein Mastschwein in Kastenhaltung mit einem Körpergewicht von 50 bis 110 kg die Mindestfläche von lediglich 0,75 m² pro Schwein.

Mangelnde Hygiene in der Massentierhaltung

Der Boden besteht meist aus Spaltböden. Dabei handelt es sich um harte Böden, die teilweise perforiert sind, damit die Tiere den eigenen Kot in die darunterliegenden Abflusskanäle befördern. Der Bewegungsmangel, das Fehlen von natürlicher Witterung und das Leben auf ihren eigenen Exkrementen schwächt das Immunsystem der Tiere massiv.

Antibiotika auf unseren Tellern

Dies sind die optimalen Voraussetzungen für die rasche Entstehung und Verbreitung von Krankheiten – an dieser Stelle kommen dann die Medikamente ins Spiel. Um Krankheiten entgegenzuwirken, behandelt man oft ganze Tiergruppen prophylaktisch mit Antibiotika. Dadurch entstehen immer mehr antibiotikaresistente Keime, die sich, wie auch die Rückstände der Antibiotika, dann immer öfter auf unserem Teller finden.

Globale Problematik

Die oben bereits erwähnten Abflusskanäle sammeln den abgegebenen Urin und Kot, damit er in weiterer Folgen als Dünger auf Ackerflächen genutzt werden kann. Dies bedeutet einen massiven Stickstoffeintrag in das Ökosystem und gefährdet somit nicht nur Tier- und Pflanzenwelt, sondern zudem noch die Qualität des Grundwassers.

 

Das kannst DU tun:

Der erste Gedanke wird bei vielen der Verzicht auf Fleisch sein. Würde sich die Masse der Menschheit darauf einlassen, käme es mit Sicherheit sehr rasch zu massiven Änderungen auf dem Fleischmarkt und damit verbunden einem Umdenken in der Fleischindustrie. Doch es gibt noch andere Möglichkeiten, die Massentierhaltung nicht zu unterstützen und dennoch Fleisch zu konsumieren. Jeder sollte sich ganz einfach fragen, wie viel Fleisch für ihn wirklich notwendig ist. Eine Reduktion des Fleischkonsums wäre ein großer Erfolg für den Tier-, Natur- und Umweltschutz. An den Tagen mit Fleisch am Menüplan sollte vor allem auf die Herkunft des Fleisches geachtet werden.

Bio heißt nicht automatisch, dass es dem Tier gut geht

In diesem Zusammenhang ist es nicht zwangsläufig besser, Bioprodukte zu kaufen, da Biozertifikate oft die Realität nicht widerspiegeln und die Verhältnisse in Biofleischproduktionen sehr oft aus Sicht des Tierschutzes kritisch zu bewerten sind. Andererseits gibt es aber Fleischproduktionen bzw. –lieferanten, die ohne Bio-Zertifikat auskommen und trotzdem nachhaltiger und qualitativ hochwertiger produzieren. Dabei muss auch klar sein, dass ein qualitativ hochwertiges Fleisch teurer ist, als Fleisch aus einer Massentierhaltung. Wenn aber weniger Fleisch konsumiert wird als zuvor, ergeben sich kaum höhere Kosten für den Privathaushalt.

Wenn möglich, ist eine landwirtschaftliche Direktvermarktung durch den Bauern des Vertrauens immer vorzuziehen. Einerseits ist die Herkunft der Tiere leichter nachzuvollziehen und andererseits ergeben sich auch für den Bauern Vorteile. Sinnvoll ist außerdem die möglichst gänzliche Verwertung des Tiers. Die Abnehmer sogenannter Fleischpakete erhalten Anteile von allen Teilen des geschlachteten Tiers, also auch Knochen oder sehniges und fettes Fleisch.

Unterstütze Tierschutzvereine

Abgesehen von den oben erwähnten Möglichkeiten, bietet die Unterstützung eines Tierschutzvereines die Gelegenheit, den Kampf gegen die Massentierhaltung zu unterstützen. Und zu guter Letzt, die wohl wichtigste Maßnahme: Aufklärung! Klären Sie Ihre Mitmenschen auf und fordern Sie diese wiederum auf, dasselbe zu tun.

Tierpfleger aus Leidenschaft

Uwe Gottschalk ist bereits seit 19 Jahren Tierpfleger auf den Assisi-Höfen. Was ihm an seinem Beruf gefällt und welche (sehr imposanten!) Haustiere er selbst besitzt, das verriet er uns im Gespräch.

ÖTV: Lieber Uwe, wie und wann hat deine Karriere als Tierpfleger eigentlich begonnen?

Uwe Gottschalk: Ich habe den Beruf des Zootechnikers schon in jungen Jahren gelernt. Der Beruf war dabei sehr vielseitig: Einerseits lernte ich alles über Gehege und die baulichen Begebenheiten für eine artgerechte Tierhaltung, andererseits pflegte ich auch die Tiere.

ÖTV: Hast du dabei eine Tierart besonders gerne betreut?

Uwe Gottschalk: Ja, ich war spezialisiert auf Greifvögel und Raubkatzen.

ÖTV: Wo hast du gearbeitet, bevor du zum Franz-von-Assisi-Hof gekommen bist?

Uwe Gottschalk: Ich war in Tiergärten, in der Landwirtschaft und habe einmal auf einem Gestüt in Bayern gearbeitet. Dann hat mich mein Weg zum Österreichischen Tierschutzverein geführt – dort bin ich nun seit fast zwanzig Jahren.

ÖTV: Wie sieht dein Alltag auf dem Hof aus?

Uwe Gottschalk: Ich stehe gegen 6.30 Uhr auf – ab da gibt es aufgrund der Tierrettungen häufig keinen Alltag. Wir sind immer im Einsatz, sobald ein Notfall gemeldet wird. Ansonsten füttere und pflege ich natürlich alle Tiere am Hof: Hunde, Pferde, Ziegen, Katzen und Vögel. Ich muss kontrollieren, ob die Zäune dicht sind, mähe im Sommer die Wiese und so weiter.

„Die Tiere leben hier in einer Gemeinschaft“

ÖTV: Brauchen die Tiere viel Aufmerksamkeit, wenn du bei ihnen im Gehege bist?

Uwe Gottschalk: Das Schöne ist, dass die Tiere am Franz-von-Assisi-Hof in einer einträchtigen Gemeinschaft leben. Sie haben ihre Artgenossen um sich und beschäftigen sich so ganz artgemäß viel miteinander.

ÖTV: Was gefällt dir an deinem Beruf?

Uwe Gottschalk: Ich arbeite einfach gerne mit Tieren zusammen. Sowohl die tägliche Pflege als auch das schöne Gefühl, wenn man einem Tier helfen kann. Zum Beispiel haben schon so viele Hunde, die wir erst einmal bei uns aufgenommen haben, nun bereits eine Familie gefunden.

ÖTV: Und du hast selbst Haustiere…

Uwe Gottschalk: … ganz genau, zwei Katzen! (Die zwei Katzen, die später auf unserem Schoß sitzen werden, sind wahrlich beeindruckende Tiere – Main Coons mit der gefühlten Größe und Optik eines Luchses) O’Malley und Pez heißen sie. Aber natürlich sind alle Tiere am Hof meine Schützlinge.