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Verwahrloste Katzen in Oberösterreich benötigen dringend Hilfe!

Erste erschreckende Auswirkungen des umstrittenen Tierschutzgesetzes werden deutlich. Knapp 30 Katzen haben sich auf einem verlassenen Hof niedergelassen und leben dort unter schlimmsten Bedingungen. Die Samtpfoten sind nicht nur kränklich und geschwächt, sondern vermehren sich zudem auch noch rasant. Die alarmierende Situation ist eine Folge des aktuell umstrittenen Kastrationsgesetzes zu Lasten der Tiere. Dem muss dringend ein Ende gesetzt werden. Gemeinsam mit einer Tierarztpraxis in Vöcklamarkt startet der Österreichische Tierschutzverein darum eine Rettungsaktion und bittet die Gesellschaft um unterstützende Spendenhilfe. Mittels medizinischer Notversorgung sowie darauffolgender Kastration soll den  Tieren eine Überlebenschance in der Natur ermöglicht werden. Dafür bittet der Österreichische Tierschutzverein um Spenden online unter www.tierschutzverein.at/jetztspenden oder auf das ÖTV Spendenkonto BAWAG PSK unter dem Betreff „Frankenburger Katzen“ IBAN: AT386000000093215400 BIC: BAWAATWW.

 

Der Fall Frankenburger Katzen

Direkt in Frankenburg (OÖ) haben sich in einem alten verlassenen Hof knapp 30 besitzerlose Streunerkatzen mit deren Jungtieren eingerichtet und wöchentlich kommen neue Katzen hinzu. Die besitzerlosen Tiere befinden sich in einem furchtbaren gesundheitlichen Zustand und vermehren sich rasant. Weitere verwahrloste Würfe an Jungtieren mit erschreckenden Infektionskrankheiten, Fehlbildungen sowie diversen Mangelerscheinungen sind die traurige Folge. Um einer unkontrollierten Population entgegenzuwirken ist es unerlässlich, die Tiere kastrieren zu lassen. Früher waren die Bauern gesetzlich zu dieser Maßnahme verpflichtet. Durch das geänderte Tierschutzgesetz, wurden sie aber von dieser Aufgabe befreit. Leider zu Lasten der Katzen. Eine besonders tierliebe Dame aus Frankenburg (OÖ) entschloss sich deshalb, aus Eigeninitiative zu helfen und die Katzen kastrieren zu lassen. Doch für eine Privatperson sind die Kosten sowie der Zeitaufwand für ein Projekt dieser Größe einfach nicht zu bewältigen. Die Dame wandte sich darum an den Österreichischen Tierschutzverein und bat um Hilfe.

 

Österreichischer Tierschutzverein nimmt sich der Frankenburger Katzen an

„Wir haben die Situation überprüft und mussten tatsächlich feststellen, dass sich die Katzen in einem schrecklich verwahrlosten Zustand befinden. Nachdem es sich um stark verwilderte Tiere handelt, wäre es kein Tierschutz, wenn wir diese Katzen nun einfangen und in ein Tierheim bringen würden. Sie wären in keinster Weise vermittelbar“ so Oliver Hingsamer, Tierrettung des Österreichischen Tierschutzvereines. In so einem Fall ist die tierfreundlichste Möglichkeit, die Tiere kastrieren zu lassen. So können sie ihr Leben in der Natur fortsetzen ohne Gefahr zu laufen, sich infektiös anzustecken oder selbst zum Überträger zu werden. In Vöcklamarkt fand der ÖTV eine hilfsbereite Tierarztpraxis, welche die medizinischen Behandlungen der Katzen umsetzen wird.

 

Rettungsaktion und Spendenaufruf für Frankenburger Katzen

Während der Österreichische Tierschutzverein einen Großteil der Behandlungskosten übernehmen wird, hat sich Mag.med.vet. Susanne Kettl (Tierarztpraxis Vöcklamarkt) bereiterklärt, die Entwurmung jedes einzelnen Tieres kostenfrei beizusteuern. Um die vorbildliche Eigeninitiative der tierlieben Dame aus Frankenburg zu unterstützen bittet der Österreichische Tierschutzverein um Spendenhilfe für die Frankenburger Katzen. „Die Behandlungskosten betragen pro Katze durchschnittlich € 100,-. Bei 30 Katzen ist das eine Belastung von € 3000,- die der Österreichische Tierschutzverein aufbringen muss. Wir sind auf jede Hilfe angewiesen.“ Online unter www.tierschutzverein.at/jetztspenden oder auf das ÖTV Spendenkonto BAWAG PSK unter dem Betreff „Frankenburger Katzen“ IBAN: AT386000000093215400 BIC: BAWAATWW.

 

Verschlechtertes Katzenkastrationsgesetz zeigt erste dramatische Auswirkungen in ländlichen Gebieten     Der aktuelle Fall der „Frankenburger Katzen“ macht deutlich, welche Konsequenzen das – zum Nachteil der Tiere – verschlechterte Katzenkastrationsgesetz mit sich bringt: „Nachdem Bauern nicht mehr verpflichtet sind ihre freilaufenden Katzen zu kastrieren, vermehren sich die Tiere rasant und versammeln sich an Plätzen an denen sie weitgehend ungestört leben können. Verwilderung mit Infektionskrankheiten, Fehlbildungen und Mangelerscheinungen sind die logischen Folgen, die sich durch die rasche Vermehrung immer weiter ausbreiten“ erklärt Mag.med.vet. Susanne Kettl die erschreckende Entwicklung.  Erich Goschler Jun. (ÖTV) fügt hinzu: „Die Änderung des Katzenkastrationsgesetzes hat zum Gegenteil des gewünschten Erfolges geführt. Hier hat man leider nicht langfristig gedacht. Umso wichtiger ist es jetzt, rechtzeitig entgegenzusteuern! Die Frankenburger Katzen zeigen stellvertretend für die gesamte Gesetzeslage, wie dringend Handlungsbedarf besteht“. Aus diesem Grund setzt sich der Österreichische Tierschutzverein hier besonders aktiv ein. Neben der Rettung der zahlreichen besitzerlosen Katzen wolle man damit zur Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft- und zu einem Umdenken in der Politik beitragen.

Verletzter Schwan auf Golfplatz

Nicht alltägliche Tierrettung am Donnerstagnachmittag: Ein verletzter Schwan – sein Flügel schien gebrochen zu sein – wurde am Gelände des Golfclubs Salzburg-Eugendorf auf einer Teichinsel gemeldet. Der Golfclub verständigte die Tierrettung des Österreichischen Tierschutzvereins und die Freiwillige Feuerwehr Eugendorf. Nachdem sogar ein Boot organisiert werden konnte, entschlossen sich die Einsatzkräfte jedoch dazu mit Wathosen zu dem verletzten Tier vorzudringen. Bei der Erstversorgung wurde leider festgestellt, dass die Verletzungen schwerer waren als erwartet und einen Genesung ausgeschlossen werden konnte. Der Schwan wurde daraufhin von seinem Leiden erlöst.

Biber stürzt in leeren Löschwasserteich

Nicht alltägliche Tierrettung am Donnerstagabend: Ein Biber wurde in einem leerem Löschwasserteich in Attersee am Attersee gefunden. Da dieser betoniert war und steile Wände aufwies, konnte sich der Biber nicht selbst befreien. Gemeinsam mit der Feuerwehr konnte die Tierrettung des Österreichischen Tierschutzvereins den Biber mit einem Kescher einfangen. Da glücklicherweise nur 30 Meter entfernt ein Bach fließt, konnte der unverletzte Biber schnell wieder in seine Freiheit entlassen werden.

Eichhörnchenzeit

In der kalten Jahreszeit zählt die Begegnung mit einem Eichhörnchen zu den Highlights eines jeden Spazierganges. Und obwohl Menschen und Eichhörnchen einander zugetan sind gibt es dennoch Wissenswertes über die kleinen Nager zu berichten, um das Zusammenleben auch weiterhin harmonisch gestalten zu können.

 

Felder und Kulturwirtschaftswälder sind vorrangig auf Ertrag ausgerichtet und bieten dem Eichhörnchen darum leider keine optimale Umgebung. Aus diesem Grund nehmen die kleinen Nager immer mehr Einzug in den Städten und teilen dort ihren Lebensraum mit dem Menschen.

Je nach Jahreszeit fressen Eichhörnchen vor allem Samen, Nüsse, Beeren und Früchte. Damit keine Mangelerscheinungen durch einseitige Ernährung auftreten, bevorzugen die kleinen Nager dabei ein möglichst buntes Spektrum an Bäumen und deren Früchten. Diese Baumvielfalt bieten vor allem Stadtparks, Stadtgärten sowie die naturnahen Randbezirke. Dort stehen ebenso Pilze und Insekten auf der vielfältigen Speisekarte der Eichhörnchen. Ist der Boden im Winter jedoch gefroren- oder die Schneedecke zu hoch, wird die Nahrung selbst für Eichhörnchen etwas knapp.

Hier kann der Mensch die flinken und frechen Nager unterstützen: Wal- oder Haselnüsse,  Rosinen, Äpfel oder ebenso Karotten bieten den Eichhörnchen eine willkommene kulinarische Abwechslung, die sie gerne auch mal aus Menschens‘ Hand holen.

Wissenswert: Da die Nagezähne der Eichhörnchen ständig nachwachsen, sollten Nüsse mitsamt der Schale angeboten werden. So können sich die Zähne der Eichhörnchen auf natürliche Art und Weise abnutzen.

Auch Wissenswert: Eichhörnchen halten keinen echten Winterschlaf wie etwa das Murmeltier, sondern die sogenannte Winterruhe in der sie regelmäßig aufwachen um Nahrung zu sich zu nehmen. Wer ein privates Grundstück besitzt, kann die kleinen Nager mit nachgebauten Eichhörnchenkästen aus dem Baumarkt unterstützen. Diese werden am Baum befestigt und dienen den kleinen Nagetieren als warme Schlafstätte, in der u.a. auch die Jungen auf die Welt gebracht und aufgezogen werden.

So frech und mutig die kuscheligen Eichhörnchen auch sind, haben sie dennoch ihre Feinde: während in den Wäldern vorwiegend Marder, Eulen und Greifvögel zur Gefahrenquelle werden können, bilden Katzen und der Straßenverkehr die größte Gefährdung in den jeweiligen Stadtgebieten. Was für Igel und andere Gartenbewohner gilt, trifft auch für Eichhörnchen zu: Gift und Dünger im Garten können lebensgefährlich werden.

Missverständnis Klammereichhörnchen: zu Irritationen kommt es des Öfteren, wenn junge Eichhörnchen Kontakt aufnehmen, indem sie z.Bsp. dem Menschen aktiv hinterherlaufen oder sich an das Hosenbein „festklammern“ ohne dieses wieder loslassen zu wollen. Dieses Verhalten hat nichts mit Tollwut zu tun. Vielmehr handelt es sich meist um Jungtiere, die ihre Nester nicht mehr finden können und auf Nahrungssuche sind. Am besten ist es in dem Fall, die Jungtiere behutsam in die Hand zu nehmen und in einer Decke zu halten. Der nächstgelegene Tierarzt gibt Auskunft, wie weiter vorzugehen ist.

Glyphosat – ein weiteres Gift in unserer Ernährung

Unsere Nahrung wird immer giftiger. Fipronil, Glyphosat – fast täglich hört man in den Medien von neuen Skandalen, Erkenntnissen bzw. Gefahren oder zukünftigen Abstimmungen auf den verschiedensten politischen Ebenen.

Gerade jetzt im Herbst steht auf EU-Ebene die Abstimmung bevor, ob Glyphosat in der EU weiter zugelassen wird. Frankreich hat bereits angekündigt, bei dieser Abstimmung gegen die weitere Zulassung von Glyphosat zu stimmen. Österreich hat angekündigt, gegen eine erneute Zulassung zu stimmen.

Glyphosat 

Glyphosat wurde 1950 von Henri Martin erstmals synthetisiert. Der Agrarkonzern Monsanto testete ursprünglich in den 1960er Jahren verschiedenste Verbindungen zur Wasserenthärtung. Bei Tests zur Eignung als Herbizid fielen dabei manche Verbindungen positiv auf und Monsanto ließ Glyphosat 1971 als Herbizid patentieren. Schon 1974 kam die Substanz in Form des Mittels „Roundup“ auf den Markt. Bis 1990 wurde Glyphosat primär zur Unkrautbekämpfung vor der Aussaat genutzt. Durch genetische Veränderungen von Nutzpflanzen – diese weisen eine Glyphosatresistenz auf – konnte von da an auch während des gesamten Pflanzenwachstums das Herbizid eingesetzt werden. Derzeit ist Glyphosat weltweit das mit Abstand am meisten eingesetzte Herbizid.

Wirkungsweise

Biochemisch betrachtet blockiert Glyphosat ein Enzym bei Pflanzen und bei den meisten Mikroorganismen, welches für die Synthese von notwendigen Aminosäuren notwendig ist. Ohne diese stirbt der Organismus ab. Dieses Enzym kommt nur bei Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen vor, weshalb von einer geringen Toxizität von Glyphosat für Tiere ausgegangen wurde. Natürlich wurde die Wirkung auf Nichtzielorganismen umfangreich von den verschiedensten Großorganisationen wie EU, WHO, etc. getestet. In erster Instanz wurden dabei keine Gesundheitsrisiken festgestellt. NGOs wie Greenpeace vertraten von Anfang an den Standpunkt, dass Glyphosat erhebliche Risiken für Mensch und Umwelt berge. Seither erschienen viele Arbeiten bezüglich der Toxizität von Glyphosat, die diese sowohl belegen als auch widerlegen. Erwähnt werden muss aber, dass in etwa gut die Hälfte aller veröffentlichten Studien von den Herbizidherstellern selbst in Auftrag gegeben worden sind. Es verwundert diesbezüglich nicht, dass diese Studien natürlich unterstreichen, dass keine Gefahr von Glyphosat ausgeht. 2015 schließlich stufte die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der WHO Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ und als DNA-schädigend ein. Und Stoffe, die die DNA schädigen, stellen auch in geringer Dosis ein Risiko dar. So müssen aktuelle Untersuchungen, wie etwa der Glyphosatgehalt in österreichichen Bieren, ganz anders bewertet werden.

Belastung durch Glyphosat

GLOBAL 2000 testete 2017 neun österreichische Biersorten, wobei in vier davon Glyphosat nachgewiesen wurde. Zwar bewegten sich die Werte nur knapp über der Nachweisgrenze von 2 μg/l, nichtsdestotrotz verdeutlichen solche Untersuchungen, dass man heutzutage Glyphosat überall antrifft. Doch nicht nur in Bier finden sich Rückstände von Glyphosat. Konsumenten werden auch durch Rückstände in anderen Alltagsprodukten belastet. In Getreideprodukten wie Brot, in Wein oder sogar in Gesundheitsprodukten wie Tampons wurde in der Vergangenheit Glyphosat gefunden. Bedenkt man die Menge von 300 Tonnen Glyphosat, die jährlich in Österreich eingesetzt wird, muss jedem klar sein, dass es zu einer gewissen Hintergrundbelastung kommen kann. Selbst Getreide, welches nicht mit Glyphosat behandelt wurde, kann Rückstände von diesem aufweisen. Dies gilt natürlich auch für viele andere Naturprodukte wie etwa Honig.

Eine solche unwissentliche allgegenwärtige Belastung wird Konsequenzen haben, die beim derzeitigen Wissensstand nicht abzuschätzen sind. Dies und das Problem Glyphosat-freie Lebensmittel zu erzeugen, spricht nach Meinung des Österreichischen Tierschutzvereins klar für ein Verbot von Glyphosat.

Internationale Probleme

In Anbetracht der in Österreich vorherrschenden Belastungen, können wir uns derzeit allerdings noch glücklich schätzen. In Argentinien, wo wie in den USA vor allem genveränderte Pflanzen angebaut werden und auf einen massiven Chemieeinsatz gesetzt wird, treten gehäuft Probleme durch den enormen Pestizideinsatz auf. 60 % der landwirtschaftlichen Flächen Argentiniens werden für den Sojaanbau genutzt. Waren 1996 noch drei Liter Pestizide pro Hektar üblich, so steigerte sich der Bedarf bis 2012 auf das Vierfache. Das Viertel Ituzaingó Anexo der Stadt Cordoba ist fast vollständig von Sojafeldern umgeben. Insofern verwundert es nicht, dass im Vergleich zum argentinischen Durchschnitt dort die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken 41-mal höher liegt. Schnell kam der Verdacht auf, dass die Pflanzenschutzmittel die Ursache dafür sind. 2012 wurden sogar ein Pilot und zwei Sojaproduzenten vor Gericht verurteilt, da sie zu nahe an Siedlungsgebieten Pestizide versprüht hatten.

Zulassung von Glyphosat in der EU

Demnächst steht auf EU-Ebene die Entscheidung an, ob Glyphosat für eine weitere Periode zugelassen wird. Hoffen wir, dass die EU zu dem Schluss kommt Glyphosat nicht erneut zuzulassen.

Nationalratswahl ist auch eine Wahl für den Tierschutz

Entscheide Dich und wähle: für den Tierschutz!

Wer am 15.Oktober sein Kreuzchen für den zukünftigen Nationalrat platziert, entscheidet nicht ausschließlich für seine eigene Zukunft, sondern wählt auch im Sinne der Tiere. „Tierschutz zählt in jedem Land zur Agenda der Parteien und ist dennoch nicht fixer Bestandteil der einzelnen Parteien.“ so Erich Goschler (Ehrenpräsident des Österreichischen Tierschutzvereines). Umso wichtiger ist es also, sich vor der Wahl auch die Frage zu stellen: „Welche Partei unterstützt den Tierschutz und welche nicht?“ Der Österreichische Tierschutzverein hat die einzelnen Parteien etwas genauer unter die Lupe genommen und die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

 

Erwartungsgemäß sind die Grünen in puncto Tierschutz die relevanteste Partei. Dabei legen sie ihren Fokus auf die Verbesserung  von Tiertransporten, die Optimierung der Haltungspflichten für Nutztiere sowie drastische Änderungen in Bereich der Massentierhaltung, was sehr zu begrüßen ist. Ihren Standpunkt vertreten sie dabei nicht nur auf dem Papier, sondern ebenso im Parlament sowie in der Öffentlichkeit. Die KPÖ ist zweifelsfrei eine sehr Tierschutzaffine Partei die aber, vermutlich aufgrund der geringen Wählerschaft, zu klein wäre um im Tierschutz tatsächlich etwas bewegen zu können. Ebenso ist die Liste Pilz hinsichtlich Tierschutz durchaus einen Blick wert. Die Partei stellt allerdings klar, dass ihre Kandidaten ihr Programm sind. Es gibt somit kein Parteiprogramm, sondern nur die Standpunkte der Kandidaten. Für den Tierschutz setzt sich Dr. Sebastian Bohrn Mena ein. Sein 32 Punkte umfassender Aktionsplan zeigt konkrete Ansatzpunkte um Tieren zu helfen. Doch wie bei der KPÖ stellt sich auch hier die Frage, ob die Liste Pilz stark genug werden wird, um etwas zu bewegen. Die SPÖ hat zwar, aufgrund des Tierschutzministeriums, die besten Möglichkeiten im Tierschutz etwas zu bewegen, verhält sich diesbezüglich leider aber etwas zurückhaltender als erhofft. Das aktuelle Wahlprogramm beinhaltet leider explizit keine Punkte zum Thema Tierschutz. Dennoch hat man angekündigt, am 20.September einen Initiativantrag einbringen zu wollen. Verbesserungen beim neuen Tierschutzgesetz sollen damit erzielt werden.

 

Die NEOS hinter Matthias Strolz verhalten sich zum Thema Tierschutz weitgehend neutral. In Verbindung mit der Thematik Umweltschutz betonen die NEOS regelmäßig die Wichtigkeit des Artenschutzes in ihrem Parteiprogramm und betonen dies auch in der Öffentlichkeit. Matthias Strolz: „Ich bin ein Verfechter des umfassenden Tierschutzes, der mir auch persönlich ein großes Anliegen ist. Das bedeutet auf der einen Seite müssen die Regeln in Österreich überdacht und überarbeitet werden  und auf der anderen Seite müssen ebenso Maßnahmen im Zuge des Klimawandels ergriffen werden, um den drastischen Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen.“ Die FPÖ hinter Heinz-Christian Strache war kein Unterstützer des neuen Tierschutzgesetzes und setzt sich auch in puncto Jagd nicht für den Tierschutz ein. Dennoch lassen sich in der FPÖ erste Ansätze erkennen, den Tierschutz zu stärken. Das Handbuch Freiheitliche Politik (2013) betont notwendige Verbesserungen in der Nutztierindustrie. In Summe bleibt aber fraglich wie die FPÖ den Tierschutz genau stärken möchte. Die ÖVP hinter Sebastian Kurz war schon immer „Agrar-affin“ und kümmert sich wenig um den Tierschutz. Im Zuge des Tierschutzgesetzes fordert die ÖVP sogar Ausnahmeregelungen für die Landwirtschaft großteils zu Lasten der Tiere und auch in puncto Jagd in der Wirtschaft agiert die ÖVP leider vorrangig im Interesse der Industrie. In Summe lässt sich aus dem aktuellen Programm das starke Bestreben nach mehr Ressourceneffizienz  in der Landwirtschaft erkennen, was noch schlechtere Haltungspflichten im Sinne des Tierschutzes zur Folge hätte.  Wer sich in puncto Tierschutz – unabhängig von den Wahlen – lieber auf seine eigene Stimme verlässt, kann die Petition des Österreichischen Tierschutzvereines unterzeichnen. Dabei geht es um das Tierschutzgesetz, das in jedem Fall noch einige Verbesserungen benötigt. http://tierschutzverein.at/petitionen/nein-zum-neuen-tierqualgesetz/

Fischotter als Sündenbock

Die Gefahren für den Fischbestand sind vielfältig – die Jagd auf Fischotter löst das Problem jedoch nicht

 

Österreichs Fischbestände sind rückläufig. Immer wieder wird der Fischotter dafür verantwortlich gemacht, jedoch völlig zu Unrecht, wie Sebastian Url vom Österreichischen Tierschutzverein feststellt: „Am Beispiel der Schweiz erkennt man sehr deutlich, dass der Fischotter zu Unrecht zum alleinigen Sündenbock gemacht wird.  Denn dort gibt es kaum nennenswerte Bestände an Fischottern – und trotzdem gehen die Fischbestände dramatisch zurück. Ein klarer Hinweis dafür, dass andere Ursachen eine weitaus größere Wirkung haben als die vermeintliche Überpopulation des Fischotters.“

Verbaute Flüsse und verschmutzte Abwässer als ernstzunehmende Ursache

In Österreich sind praktisch alle Flüsse stark verbaut und insbesondere durch Pestizide aus der Landwirtschaft und verschmutzte Abwässer aus Siedlungsräumen belastet. Url weiter: „All dies bedeutet für den Fischbestand einen enormen Verlust von diversen Strukturen und führt zu einer Homogenisierung ihres Habitats, welcher für eine gesunde Fortpflanzung sowie ausreichenden Nahrungserwerb dingend von Nöten wäre.“

Zuchtfische stehlen Wildfischen ihren Platz in den Gewässern

Von den meisten Fischereivereinen werden häufig Regenbogenforellen und Mischlinge aus Zuchtbetrieben als Besatzfische für Sportfischer in die Gewässer eingebracht. Diese gefährden allerdings den Lebensraum der heimischen Wildfische, welche jedoch mit dem Jagdverhalten des Fischotters besser umgehen können. Zuchtfische sind für den Fischotter eine besonders leichte Beute, da sie in ihren Zuchtbecken nie gelernt haben, sich vor natürlichen Feinden zu verstecken. Dieses schnelle „Verschwinden“ der Besatzfische wiederum verärgert verständlicherweise die Sportfischer.

Abhilfe in der Teichwirtschaft

In der kommerziellen Teichwirtschaft kommt es in Einzelfällen tatsächlich zu massiven Schäden durch den Fischotter. Abhilfe schaffen hier abschreckende Elektrozäune oder das stetige Kurzhalten des Grünaufwuchses im Teich, damit der Fischotter kein Versteck vorfindet. Diesbezüglich müssen die Entschädigungszahlungen einfacher und schneller eingerichtet werden.

Erlaubnis des Landes Niederösterreich eine Zumutung

Vor diesem Hintergrund ist die Erlaubnis des Landes Niederösterreich, bis Sommer 2018 40 Fischotter „zu entnehmen“, eine Zumutung. Url kritisiert: „Nach Entnahme der Tiere werden die freigewordenen Reviere sofort nachbesetzt, am Status quo wird sich de facto nichts ändern. Den Fischotter als Sündenbock abzustempeln und diese Tiere zu opfern, ohne das tatsächliche Problem zu lösen, ist inakzeptabel!“

Der Waldkauz: Vogel des Jahres 2017

Der Waldkauz ist der Vogel des Jahres – und das nicht ohne Grund.

Die Bezeichnung Kauz steht im Allgemeinen für einen Vogel, dem die für Eulen sonst oft so typischen Federohren fehlen. Mit einer Länge von etwa 40 Zentimeter und einer Flügelspannweite von etwa 90 Zentimeter ist er von der Größe her mit einer Krähe vergleichbar, wobei sein Körperbau deutlich massiger ist.

Nach dem Uhu und dem seltenen Habichtskauz, stellt der Waldkauz die drittgrößte heimische Eule dar. Charakteristisch für den Waldkauz sind die dunklen, fast schwarz wirkenden Augen sowie eine Gefiederfärbung, die je nach Lebensraum von rotbraun bis grau reicht.

Auch in Gärten und Parks anzutreffen

Der Waldkauz bevorzugt vielseitig bewachsene Biotope wie lichte Altholzbestände, Lichtungen, Waldränder und Parks – offene Landschaften hingegen meidet er. Auch im Wald selbst ist ein diverser Unterwuchs von Vorteil, da dieser ein besonders breites Beutespektrum bietet. Das erklärt auch, dass man den Waldkauz sehr oft in gartenreichen und parkreichen Gegenden innerhalb von Städten vorfinden kann.

Im Gegensatz zu vielen anderen Eulenarten handelt es sich beim Waldkauz um keinen reinen Mäusejäger. Sein Nahrungsverhalten umfasst neben Nagern auch Vögel, Amphibien und Fische sowie in geringeren Mengen Reptilien, Insekten, Regenwürmer, Nester von Höhlenbrütern, Krebse und Weichtiere. Dieses Spektrum ermöglicht dem Waldkauz einen Jagderfolg, der praktisch unabhängig von der vorherrschenden Witterung ist. Er ortet seine Beute akustisch und kann sowohl von einer Warte, als auch im Flug jagen.

Er fliegt nahezu lautlos

Sein spezielles Gefieder ermöglicht ihm einen nahezu lautlosen Flug: Es ist besonders weich und weist an den Kanten der äußersten Flügelfedern unzählige sägeartige Zähnungen auf. Diese Kombination bewirkt, dass während des Fluges geringe bis gar keine Luftturbulenzen verursacht werden.

Waldkauzpaare sind treue Tiere: Nicht nur bleiben sie zeitlebens zusammen, auch ihr Revier verlassen sie nicht. Anfang März kann man nach Einbruch der Abenddämmerung oft den Balzgesang vernehmen. Der Waldkauz ist, wie auch die meisten anderen Eulenarten, dämmerungs- und nachtaktiv – nur zur Zeit der Jungenaufzucht (April bis Juni) können Waldkäuze auch tagsüber beobachtet werden.

Baby-Eulen vollbringen Erstaunliches

Gerade in dieser Zeit werden oft Ästlinge – die noch flugunfähigen jungen Eulen – beobachtet und leider allzu oft von besorgten Passanten „gerettet“. In den meisten Fällen wäre es jedoch besser, die scheinbar hilflos am Boden sitzenden Tiere einfach in Ruhe zu lassen und aus sicherer Distanz einige Zeit abzuwarten. Denn oft wirkt es nur so, als ob diese allein gelassen wurden.

Meistens füttern die Elterntiere immer noch regelmäßig und lediglich in größeren Zeitabständen. Zudem können Ästlinge zwar nicht fliegen, sich aber dennoch einen Baum hinaufarbeiten. Dafür verbeißen sie sich im Stamm und ziehen ihre Füße nach, um sich dann wieder flatternd weiter oben im Stamm beißend zu verankern. Ehe man sich versieht, sind die jungen Eulen wieder in sicherer Höhe.

Höhlen sind für den Waldkauz wichtig

Für den Waldkauz sind Baumhöhlen nicht nur als Brutmöglichkeit wichtig, sondern auch als Tageseinstand – unabhängig von der Jahreszeit. Insofern sind höhlenreiche Waldbestände für sie unabdingbar. Der Waldkauz ist zwar weit verbreitet und kaum gefährdet, die Bestände der meisten anderen heimischen Eulen sind jedoch aufgrund von immer geringer werdenden passenden Lebensräumen betroffen.

Zusätzlich wirkt sich auch die Intensivierung der Landwirtschaft äußerst negativ auf das vorhandene Beutespektrum aus und verringert somit die Aussicht für erfolgreiche Bruten. Naturbelassene Waldbestände mit Baumhöhlen und anderen Nistplätzen bieten nicht nur den Eulen, sondern auch unzähligen weiteren Tierarten wie Spechten, Fledermäusen und Bilchen ein Zuhause. Umso wichtiger ist es, diese Wälder zu schützen!

Vegan und Tierschutz

Tierrechtler Frank Albrecht lebt seit über 20 Jahren vegan. Warum, das erklärt er hier.

„Warum ich Veganer wurde, ist leicht zu erklären: Jahr für Jahr sah ich die grauenvollen Bilder von durch die Massentierhaltung kranken, verletzten und gequälten Tieren in den Medien. Als bekennender Tierfreund wurde mir bald bewusst: Es muss sich etwas Grundlegendes ändern. ICH selbst muss die Veränderung sein, die ich bewirken will, da ich selbst mit meiner Lebensweise und Nachfrage das Angebot am Markt bestimme.

Wenn ich, so wurde mir klar, Fleisch, Eier, Milch und andere Tierprodukte konsumiere, dann unterstütze ich ja selbst das System der unendlichen Tierqualen. Also entschied ich mich bereits vor über zwanzig Jahren, vegan zu leben. Man muss sich das ja nur einmal vor Augen führen: Um Milch zu geben, muss eine Frau oder ein weibliches Tier zunächst einmal schwanger werden. Diese Milch ist dabei nicht für einen Dritten, sondern für das Baby bestimmt – nur, dass das Baby der Mutter entrissen wird. Für jede Mutter und ihren Nachwuchs ein brutaler und grausamer Akt.

Nach der Trennung stehen die Babys dann in einer Box. Allein, ohne körperlichen Kontakt zur Mutter oder anderen Kühen. Ich selbst habe erlebt, wie Kuhmütter und Baby oft stundenlang nach sich riefen – bis heute habe ich diese Klageschreie nicht vergessen. Genau deshalb bin ich heute Veganer.

„Der Ersatz für Kuhmilch schmeckt sehr gut“

Es ist leichter, als man vielleicht glaubt: Soja-, Hafer- und Kokosmilch schmecken gut und sind der perfekte Ersatz für Kuhmilch. Mittlerweile gibt es diese pflanzliche Milch in allen Variationen – vom Getränk über das Joghurt bis hin zum Pudding. Auch Fleisch lässt sich leicht, vielfältig und auch geschmacklich durch Soja, Tempeh, Seitan oder Lupine ersetzen.

Man merkt schnell: Eine vegane Lebensweise ist durchaus umsetzbar und kein Verzicht auf Genuss. Veganismus ist auf jeden Fall auch ein Gewinn für den Tierschutz.“

Uhu-Dame darf wieder fliegen

Mitte Februar machte Fritz Winkler (Bauer, Jäger und Obmann des Waldpflegevereins Thalgau) einen erschreckenden Fund: ein Uhu-Weibchen hatte sich wohl durch einen Stacheldraht o.Ä. so stark an den Fängen verletzt, dass es scheinbar abgestürzt ist und am Waldrand liegen bleiben musste. Fritz Winkler rief sofort die Tierrettung des Österreichischen Tierschutzvereines und bat um Unterstützung. Der Tierretter konnte die Unfallstelle bald erreichen und nahm eine Erstversorgung bei der Uhu-Dame vor. „Sie war bereits am Ende seiner Kräfte. Die Verletzungen an den Fängen waren massiv und ebenso hatte sie einen gebrochenen Schnabel, der wohl die Folge des Absturzes gewesen sein musste. Zusätzlich litt das Tier an einer Pilzinfektion, es muss schon ein Weilchen hier gelegen haben. Das war buchstäblich eine Rettung in letzter Sekunde“ so Uwe Gottschalk (Tierretter des Österreichischen Tierschutzvereins). Das Uhu-Weibchen wurde zur medizinischen Versorgung und Pflege an den Assisi-Hof in Frankenburg übergeben. Die folgenden 8 Wochen galten der Rehabilitation des Tieres sowie dem Ausheilung der Wunden und des Pilzbefalls. Mit viel Geduld, Spezialfutter und Feingefühl konnte das Uhu-Weibchen wieder zu vollen Kräften kommen und startete bald ihre ersten Flugversuche, die nach 2 Monaten endlich wieder zur Gänze glückten. Aus diesem Grund entschied der Österreichische Tierschutzverein gemeinsam mit Pfleger Oliver Hingsamer, die Uhu-Dame wieder in ihre Freiheit zu schicken. Mitte April wurde sie an ihren Heimatort in Thalgau gebracht und freigelassen.