Psychologische Gutachten für Jäger!

Der Österreichische Tierschutzverein fordert Psychotests

Immer wieder kommt es zu tragischen Unfälle im Zusammenhang mit Jägern reißt nicht ab. Trauriger Höhepunkt war der Tod von vier Menschen im niederösterreichischen Annaberg – erschossen von einem Jäger, der offenbar an massiven psychischen Problemen litt.

Aufgrund des Ausmaßes der Tragödie und aus Rücksicht auf die Familien der Ermordeten hat sich der Österreichische Tierschutzverein anfangs nicht an der nun in der Öffentlichkeit entbrannten Diskussion zum Thema "Jäger und Gefährdungspotential" beteiligt. Nachdem wir aber nach dem aktuellen Vorfall erneut als Anlaufstelle für verängstigte Menschen agieren, wollen wir nun unsere langjährige Forderung wiederholen, dass das Waffengesetz, das die Jäger aus nicht nachvollziehbaren Gründen privilegiert, dringend repariert gehört.
 
Psychisch kranke Jäger dürfen weiterhin auf die Pirsch – und das legal!
 
Die Fakten sind alarmierend: Obwohl die mehr als 120.000 Jagdkartenbesitzer in Österreich für die meisten Unfälle im Zusammenhang mit Waffen verantwortlich sind, genießen Jäger ein sehr fragwürdiges Privileg: Grundsätzlich benötigen ÖsterreicherInnen für den Besitz bzw. das Führen von Waffen eine behördliche Genehmigung (Waffenbesitzkarte oder Waffenpass) und müssen sich dazu - völlig zu Recht - einer psychologischen Verlässlichkeitsuntersuchung unterziehen. Das gilt nicht für die Jägerschaft: Jäger erlangen den Waffenschein entweder ohne Nachweis über ihre psychologische Eignung oder jagen überhaupt - ganz legal - ohne Waffenpass. Für die Erlangung einer Jagdkarte reicht die bestandene Jagdprüfung.
 
Diese Ungleichbehandlung ist nicht nachvollziehbar. Für die Ausstellung einer Waffenbesitzkarte oder eines Waffenpasses spielt die sog. "Verlässlichkeit" des Antragstellers eine zentrale Rolle. Das Waffengesetz verlangt von den Antragstellern ein psychologisches Gutachten. Damit muss nachgewiesen werden, dass man z.B. bei Stress nicht dazu neigt, mit Waffen unvorsichtig umzugehen oder diese leichtfertig zu verwenden. Es ist sachlich nicht gerechtfertigt, dass Jäger, die größte Gruppe der Waffenbesitzer, davon ausgenommen sind.
 
Gesetzgeber und Behörde öffnen hiermit dem Missbrauch Tür und Tor - ein Skandal!
 
Neben der "Verlässlichkeit" müssen Antragsteller nach dem Waffengesetz als weitere Voraussetzung noch einen "Bedarf am Führen einer Schusswaffe der Kategorie B" nachweisen. Ein Waffenpass kann demnach grundsätzlich nur Personen ausgestellt werden, die einer entsprechenden Bedrohung, also besonderen Gefahren ausgesetzt sind
(z.B. Wachdienst).
 
Dieses letzte Hindernis auf dem Weg zur Erlangung eines Waffenpasses und somit zum legalen Führen genehmigungspflichtiger Waffen räumt mittlerweile ein Erlass des Bundesministeriums für Inneres den Jägern aus dem Weg. Nach diesem Erlass können Jäger
diesen "Bedarf" auch glaubhaft machen, wenn sie "die Jagd zumindest zeitweise ausüben und dafür auch genehmigungspflichtige Schusswaffen der Kat. B für eine zweckmäßige Jagdausübung benötigen".

Für die Waidmannschaft ist somit die sonst geforderte "Bedrohung" keine Voraussetzung mehr. In der Praxis reicht eine Bestätigung des zuständigen Landesjagdverbandes, wonach der antragstellende Jäger diese Schusswaffen für die zweckmäßige Jagd benötigt.

Eine aktuelle Studie der Universität New York stellt fest, dass viele Waffen eine Nation nicht sicherer machen. Im Gegenteil: Die Todesrate steigt mit der Anzahl der im Umlauf befindlichen Waffen. Auffallend: In Österreich ist die Todesrate ist  drei Mal so hoch wie in Deutschland.
 

Das von Jägern ausgehende Gefahrenpotential ist enorm

Der Österreichische Tierschutzverein will eine sachlich geführte Diskussion, selbstverständlich auch mit der Jägerschaft. Diese zeigte sich aber trotz der nicht abreißenden Serie an Vorfällen mit Jägern bisher leider nicht gesprächsbereit.

Bevölkerung und die Politik sind sich nicht bewusst, dass es offenbar weit mehr schwarze Schafe unter den Jägern gibt, als bisher angenommen. Manche sind psychisch krank, andere wiederum wollen auf Alkohol bei der Jagd nicht verzichten. Immerhin besaß auch im aktuellen Fall der Täter sechs Schusswaffen legal. Dabei muss es doch gerade denjenigen Jägern, die Vernunft walten lassen, ein Anliegen sein, psychisch Kranke oder Unbelehrbare aus dem Verkehr zu ziehen.

Aufgrund des von schießwütigen Jägern ausgehenden Gefährdungspotentials für Menschen und Tiere fordert der Österreichische Tierschutzverein:

  • Die Gleichstellung von Jägern mit anderen Waffenbesitzern im Waffengesetz. Somit die Einführung einer verpflichtenden psychologischen Verlässlichkeitsprüfung für Jagdanwärter und Jäger, die die psychologische Eignung offensichtlich nicht mehr besitzen.
  • Außerdem die Festlegung einer Null-Promille-Grenze bei der Jagd in den einzelnen Jagdlandesgesetzen; ein Zuwiderhandeln muss den sofortigen Entzug der Jagdkarte zur Folge haben.
  • Eine regelmäßige Augenkontrolle bei Jägern ab 50 Jahren

Bitte unterzeichnen Sie dazu unsere Petition

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Österreichischer Tierschutzverband
5 € Sofortspende unter der Nummer 0800 664 668

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