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Gute Neujahrsvorsätze: weniger Fleisch, Eier & Milch

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Die Internationale Krebsforschungsagentur stuft Wurst als krebserregend ein. | pixabay/_Alicja_

Weihnachten und Silvester sind vorbei, Braten und Raclette verspeist, die letzten Kekse aufgegessen. Jetzt ist es Zeit für die alljährlichen Neujahrsvorsätze. Umfragen zufolge nehmen sich immer mehr Menschen vor, weniger Fleisch und tierische Produkte zu konsumieren. Wir finden: Das ist eine richtig gute Sache und geben Hilfestellung, damit die Motivation nicht sofort wieder nachlässt.

Vorteile für Tiere, Gesundheit & Klima

Der Fleischkonsum der Österreicher ist seit 2007 rückläufig: Wurden damals noch 66,8 Kilo pro Kopf verzehrt, lag der Schnitt 2019 „nur“ noch bei 62,6 Kilo. Dennoch liegt die Alpenrepublik beim Fleischverzehr auf Platz drei hinter Spanien und Luxemburg. Der Neujahrsvorsatz, öfter auf Fleisch und Wurst zu verzichten, ist deshalb umso mehr zu begrüßen und in dreierlei Hinsicht sinnvoll:

1. Tierwohl

In der Fleischindustrie werden sogenannte Nutztiere wie Kühe, Schweine, Geflügel & Co. oft unter leidvollen Bedingungen gehalten. Hinzu kommt: Ein großer Teil der Fleisch- und Wurstwaren, die in Österreich konsumiert werden, stammt aus dem Ausland. In vielen Herkunftsländern (z.B. Deutschland, Niederlande, Polen) gibt es jedoch extreme Massentierhaltungen. Dort werden die Tiere auf engstem Raum gehalten, haben kaum Tageslicht, können ihrem natürlichen Verhalten nicht nachgehen und stehen permanent unter Stress. Die meisten von ihnen werden bereits im Alter von wenigen Monaten zum Schlachthof gebracht. Damit sich Krankheiten nicht verbreiten können, bekommen die Tiere vorbeugend Antibiotika verabreicht. Diese furchtbaren Bedingungen sorgen für großes Tierleid und beeinflussen auch die Qualität des Fleischs.

Ähnliche Zustände finden sich in der Milchindustrie: Muttertier und Kälbchen werden bereits kurz nach der Geburt auseinandergerissen. Die meisten Milchkühe aus Massentierhaltung sehen ihr ganzes Leben lang keine Weide, sondern verbringen Jahr um Jahr angebunden im Stall. Diese Umstände sorgen dafür, dass Milchkühe oft nicht älter als fünf Jahre werden, wobei die eigentliche Lebenserwartung 20 Jahre übersteigt.

2. Gesundheit

Mögliche gesundheitsschädliche Effekte von rotem Fleisch sind schon lange bekannt. Auch steht Fleischkonsum aufgrund der vielen Fettsäuren in Verdacht, hohen Blutdruck sowie Gallen- und Nierensteine zu fördern.

Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) stuft vor allem verarbeitetes Fleisch wie Schinken, Salami, Speck und Würste als Gruppe 1 „krebserregend“ ein. Laut der deutschen Verbraucherzentrale ist der übermäßige Verzehr von verarbeitetem Fleisch pro Jahr für geschätzt 34.000 Krebstote weltweit verantwortlich. Aus gesundheitlichen Gründen empfiehlt die WHO, nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche zu verzehren. Die Österreicher verzehren im Schnitt jedoch deutlich mehr (62,6 Kilo pro Kopf und Jahr, das macht 1,2 Kilo pro Kopf und Woche).

3. Klima

Auch auf das Klima wirkt sich der Verzehr von rotem Fleisch negativ aus. Die Hauptursachen: Wiederkäuende Tiere wie Rinder und Schafe stoßen während des Verdauungsvorgangs Methan aus. Auch die Lagerung und Ausbringung von Düngemitteln setzen enorme Mengen des Spurengases frei. Bezogen auf 100 Jahre ist Methan 25 mal klimaschädlicher als CO2. Ein weiteres Problem für Umwelt und Klima: Damit die Tiere genügend Futter und Weideflächen haben, werden jährlich riesige Waldflächen gerodet, um sie in landwirtschaftliche Nutzflächen umzuwandeln.

Weniger tierische Produkte: Gut für Tiere, Klima und Gesundheit.

Orientierung: Reduce, Refine, Replace

Obwohl die Konsequenzen des übermäßigen Konsums tierischer Produkte hier sehr vereinfacht dargestellt sind, machen sie deutlich: Die Entscheidung für weniger Fleisch, Wurst, Milch und tierische Produkte ist in jedem Fall sinnvoll und fördert Tierwohl, Klima und die menschliche Gesundheit.

Damit Ihre Motivation dauerhaft erhalten bleibt, ist eine schrittweise Umstellung auf tierfreundliche Ernährungsgewohnheiten empfehlenswert. Orientierung bietet in diesem Zusammenhang das bekannte 3R-Prinzip:

Reduce

Schränken Sie Ihren Konsum von Fleisch, Wurst, Eiern und Milchprodukten nach und nach ein. Prüfen Sie Ihre gewohnten Lebensmittel auf versteckte tierische Inhaltsstoffe . Enthalten Ihre bevorzugten Nudeln Eier aus Legebatterien? Wurde ihr Lieblingsteigtascherl mit Schweineschmalz gebacken? Schreiben Sie ein bis zwei Wochen lang jeden Tag auf, was Sie essen. So bekommen Sie einen Überblick darüber, wie oft Sie Fleisch, Wurst und andere tierische Produkte zu sich nehmen und können überlegen, was davon Sie ersetzen oder reduzieren möchten.
Viele Speisen lassen sich bereits durch kleine Kniffe tierfreundlicher machen: Z.B. können Sie Bananen oder Flohsamenschalen beim Backen als Ei-Ersatz verwenden oder das Faschierte in der Bolognese durch Linsen, Lupinenschrot, Sojagranulat oder Gemüse austauschen. Für den Anfang empfehlen wir auch, ein bis zwei Wochentage festzulegen, an denen Sie ein vegetarisches oder veganes Gericht zubereiten. Wenn das gut klappt, werden vielleicht irgendwann zwei, drei, vier oder fünf Tage daraus. 

Refine

Im Dschungel der Zutatenkennzeichnung und Gütesiegel fällt es schwer, den Überblick zu wahren. Versuchen Sie dennoch, sich darüber zu informieren, was in Ihrem Essen enthalten ist und woher Ihre Lebensmittel stammen. Scheuen Sie sich nicht, auch einmal nachzufragen – z.B. beim Wirt oder beim Metzger. Mehr zum Thema Fleischkennzeichnung in Österreich erfahren Sie übrigens HIER. Orientierung im Gütesiegel-Dschungel bietet unterdessen der kostenlose Gütesiegel-Ratgeber der Arbeiterkammer.

Replace

Immer mehr Menschen entscheiden sich für einen vegetarischen oder veganen Lebensstil. Deshalb gibt es mittlerweile immer mehr Möglichkeiten, tierische Produkte durch leckere Alternativen zu ersetzen:

  • Milch durch Mandel-, Hafer-, Reis-, Kokos-, Soja-, Cashew-, Dinkel- Nuss oder Hanfdrink,
  • Eier durch veganes Ei-Ersatz-Pulver, Chia-Samen, Flohsamenschalen, Leinsamen, Apfelmus, eine reife Banane o.Ä.,
  • Fleisch und Wurst durch Alternativen aus Soja, Lupinen, Erbsen, Jackfruit, Kartoffeln, Bohnen, Seitan, Weizenprotein oder Tofu,
  • Butter durch Margarine,
  • Joghurt durch Alternativen aus Mandeln, Soja, Kokos oder Lupinen,
  • Käse durch veganen Käse, Cashew-Nüsse oder Hefeflocken,
  • und tierische Proteine durch pflanzliche aus Linsen, Bohnen, Hummus, Nüsse, Samen, Quinoa oder Tofu.
Im Kochbuch des Österreichischen Tierschutzvereins finden Sie viele vegane und vegetarische Rezepte.

Soll Umstieg erleichtern: das Kochbuch des Österreichischen Tierschutzvereins

Mehr Tipps für Fleisch- und tierleidfreien Genuss finden Sie im Kochbuch des Österreichischen Tierschutzvereins. Darin haben wir viele leckere vegane und vegetarische Rezepte für Sie zusammengestellt. Österreichs erster veganer Haubenkoch Siegfried Kröpfl und das Wiener Trendlokal NENI haben ebenfalls je ein exquisites Rezept beigesteuert. Außerdem enthalten: Tipps für den tierschutzgerechten und regionalen Lebensmitteleinkauf, die plastikfreie Küche und die richtige Lagerung von Lebensmitteln. Und das Beste: Die Erlöse kommen zu 100 Prozent den Tieren der Assisi-Höfe und unserer Tierrettung zugute. HIER geht’s zur Bestellung.

Der Erlös des Kochbuchs kommt zu 100 Prozent den Tieren zugute.
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