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Hilfsbedürftiges Tier gefunden – was tun?

Sie haben ein hilfsbedürftig wirkendes Tier gefunden und sind unsicher, wie Sie weiter vorgehen sollen? Der Österreichische Tierschutzverein klärt auf:

  • Nicht jedes Tier braucht Hilfe: Dass Sie als Tierfreund helfen möchten, ehrt Sie und ist nur allzu verständlich. Aber: Nicht jeder Findling braucht Hilfe. So unternehmen vor allem Freigänger-Katzen gern ausgiebige Spaziergänge, um ihre Umgebung zu erkunden. Wegen der erhöhten Verletzungsgefahr tragen viele Katzen kein Halsband – das allein ist also kein Indiz, dass es sich um ein hilfsbedürftiges Fundtier handelt.
  • Wann Sie handeln sollten: Bemerken Sie Verletzungen, offene Wunden, starken Parasitenbefall (Flöhe, Zecken etc.), kahle Stellen im Fell oder tränende, entzündete oder eitrige Augen bei einem Tier, braucht es höchstwahrscheinlich Hilfe. Auch Desorientierung, offensichtliche Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sowie Desorientierung und Dehydrierung lassen darauf schließen, dass Ihr Findling medizinische Versorgung benötigt. Auch bei umherirrenden, noch sehr kleinen Katzenbabys sollten Sie nicht lange zögern.

Tier gefunden – die nächsten Schritte

Sie sind sicher, dass das Tier tatsächlich Hilfe benötigt? Dann lauten die nächsten Schritte wie folgt:

  1. Achten Sie auf Ihre eigene Sicherheit: Bitte bringen Sie sich niemals selbst in Gefahr, wenn Sie einem verletzten oder angefahrenen Tier zu Hilfe eilen (achten Sie weiterhin auf den Straßenverkehr!). Angst und Schmerz machen viele Tiere unberechenbar – sie können  kratzen, beißen oder versuchen wegzulaufen. Nähern Sie sich verletzten Hunden, Katzen und Kleintieren daher ruhig und mit Vorsicht. Tragen Sie unbedingt Arbeitshandschuhe, die dick genug sind, um Sie vor möglichen Bissen und Kratzern zu schützen. Sollten Sie ein Fundtier nicht retten können, ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen, rufen Sie bitte die Tierrettung!
  2. Wärme spenden: Achten Sie darauf, das verletzte Tier warmzuhalten. Bringen Sie es an einen ruhigen Ort, wickeln Sie es in eine Decke, strahlen Sie Ruhe aus!
  3. Wasser und Futter: Bieten Sie Ihrem Findling etwas Wasser und Futter an, um sich zu stärken. Achtung: Bitte erst einmal nur kleine Mengen, bevor klar ist, unter welchen Verletzungen oder Krankheiten das Tier leidet.
  4. Jungen in Sicherheit bringen: Ein Tierarzt bzw. die Tierrettung kann feststellen, ob eine weibliche Katze oder ein Kleintier kürzlich Junge bekommen hat und diese womöglich noch säugt. Sollte dies der Fall sein, gilt es, unbedingt nach den Jungen zu suchen und diese ebenfalls in Sicherheit zu bringen – denn ohne ihre Mutter würden sie elendig verhungern und verdursten. Am besten suchen Sie dazu in der Nähe des Fundorts und befragen Ihre Nachbarn, ob ihnen diesbezüglich etwas aufgefallen ist.
  5. Fundtier melden: Ist Ihnen ein Tier zugelaufen oder haben Sie ein verletztes gefunden, müssen Sie dies unbedingt melden (Tierheim, Tierarzt, Polizei, Bezirkshauptmannschaft) – sonst machen Sie sich strafbar.

Tier zugelaufen – wen Sie verständigen sollten

  • Tierarzt bzw. Tierklinik: Transportieren Sie Hunde, Katzen und Kleintiere in einer fluchtsicheren Transportbox, einer robusten Tasche oder einem Pappkarton (achten Sie bitte auf genügend Luftlöcher!) zum nächstgelegenen Tierarzt oder zur nächsten Tierklinik. Um Wärme und Geborgenheit zu spenden, können Sie das Transportbehältnis mit einer warmen Decke auskleiden. Außerhalb der Öffnungszeiten oder wenn Sie das Tier nicht selbst transportieren können, verständigen Sie bitte die Tierrettung oder einen Tierarzt mit Notdienst!
  • Tierheim: Rufen Sie die Tierheime in Ihrer Umgebung an und erkundigen Sie sich, ob ein Tier als vermisst gemeldet wurde. Fragen Sie auch in der Nachbarschaft, ob das Tier bekannt ist.