Start News Mäuse rauchen nicht oder warum Tierversuche nicht effektiv sind

Mäuse rauchen nicht oder warum Tierversuche nicht effektiv sind

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In der tierexperimentellen Forschung geht man von der Annahme aus, man könne das komplexe Krankheits- und Heilgeschehen beim menschlichen Patienten in so genannten "Tiermodellen", also künstlich krankgemachten Tieren, nachahmen. Doch diese Rechnung geht in vielen Fällen nicht auf. Grund dafür ist, was auf den ersten Blick augenscheinlich ist: Der Mensch ist keine Maus. Wir unterscheiden uns von den am häufigsten gebrauchten Versuchstieren schon massiv hinsichtlich des Körperbaus, Organfunktionen und Stoffwechsel. Dazu kommen noch Aspekte wie Fortbewegungsart, Tag-Nacht-Rhythmus, Ernährungs- und Lebensgewohnheiten und die Lebensdauer.

Besonders zur Behandlung der menschlichen Zivilisationskrankheiten wie Herz- und Kreislauf­erkrankungen, Krebs, Diabetes, Rheumatismus und Allergien können Tierversuche aufgrund dieses falschen methodischen Ansatzes wenig beitragen. Denn Mäuse rauchen nicht und ernähren sich auch nicht jahrelang von Fast-Food. Die Krankheitsentstehung kann also nicht an künstlich erkrankten Tieren erforscht werden. Der Mensch bekommt keinen Krebs, weil man Krebszellen in seine Organe spritzt. Zudem weisen Versuchstiere aufgrund ihrer Angst und der unnatürlichen Haltungsbedingungen häufig veränderte Hormonspiegel auf, welche das Versuchsergebnis nachweislich beeinflussen.

In den letzten Jahren und Jahrzehnten wurde eine Fülle neuer tierversuchsfreier Verfahren entwickelt. Der sukzessive Umstieg auf tierversuchsfreie Forschung würde großes Tierleid verhindern. Trotzdem steigt die Zahl der Versuchstiere in Österreich. Sie lag im Jahr 1999 noch bei 129.644 und erhöhte sich bis 2011 auf 191.288.