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Wildernde Hunde erschossen

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Der Österreichische Tierschutzverein fordert daher eine umfassende Aufklärung des Falles. Waren wirklich die getöteten Hunde für die gerissenen Hühner verantwortlich? Weshalb konnten die Tiere in das Hühner-Gehege eindringen? Wem gehörten die beiden Hunde?

Den/Die verantwortlichen Hundehalter will der Verein dabei keineswegs aus der Pflicht nehmen. Es darf natürlich nicht sein, dass unbeaufsichtigte Hunde andere Haus- oder Wildtiere reißen. Wir appellieren an alle Hundehalter, die Leinenpflicht einzuhalten und ihre Hunde nicht allein herumlaufen zu lassen. Die Tiere aber gleich zu erschießen, ist für den Österreichischen Tierschutzverein nicht nachvollziehbar.

Die Jägerschaft rechtfertigt den Haustierabschuss oft damit, dass Tierschutz nicht bei Hund oder Katze enden dürfe und auch z.B. Rehe ein Recht auf Schutz hätten. Statistisch gesehen, stirbt jedoch alle 35 Sekunden ein Wildtier durch Jägerhand. Die Schäden durch Hunde sind im Vergleich gering. Es ist daher unverhältnismäßig, Hunde gleich zu erschießen, wenn sie andere Tiere gerissen haben oder auch nur in dem Verdacht stehen.

Der betroffene Landwirt sollte den finanziellen Schaden selbstverständlich von dem/den Hundehalter/n ersetzt bekommen. Wenn sich kein Hundehalter feststellen lässt, könnte die Entschädigung aus den Einnahmen der Hundesteuer verwendet werden.

Hühner werden selten als Kuscheltiere gehalten, sondern früher oder später von ihren Haltern getötet. Es ist daher nicht zu rechtfertigen, weshalb Hunde oder Katzen, oft wichtige „Bezugspersonen“ für einsame Menschen und Spielgefährten von Kindern, erschossen werden dürfen.

Da es in Österreich keine Meldepflicht für Haustierabschüsse gibt, kann man nur offizielle Zahlen aus Deutschland auf österreichische Verhältnisse umlegen. Daraus ergibt sich, dass ca. 30.000 Haustiere in Österreich jährlich erschossen oder in Fallen getötet werden. Ihm zur Kenntnis gebrachte Fälle von Haustierabschüssen sammelt der Österreichische Tierschutzverein auf seiner Jagdwarnkarte.