OTS (Wien) – Wo früher Igel im Gebüsch raschelten und Wildbienen von Blüte zu Blüte summten, herrscht heute oft Stille. Schottergärten und sterile Rasenflächen rauben Wildtieren und Insekten ihre Lebensgrundlage. Der Österreichische Tierschutzverein fordert: Machen wir unsere Gärten wieder zu kleinen Tierparadiesen. Schon kleine Gartenänderungen helfen Igeln, Bienen und Spatzen. Intensive Landwirtschaft (Umwandlung von Grünland in Ackerland) und Bodenversiegelung haben Hecken, Gebüsche und artenreiche Wiesen weitgehend beseitigt. Wildtiere wie der Igel wandern immer öfter in Siedlungsgebiete ab, weil ihr natürlicher Lebensraum verschwindet. Mut zur Unordnung im Garten Doch unsere modernen Gärten sind oft nicht tierfreundlich. Wo früher Hecken wuchsen und Blumen blühten, stehen heute oft graue Zäune, perfekt getrimmter Rasen und versiegelte Flächen. Sie finden keine Nahrung mehr und keinen sicheren Rückzugsort, an dem sie sicher schlafen, brüten und überwintern können. Schottergärten begünstigen Artensterben Die Rettung beginnt jedoch direkt vor unserer Terrassentür. Wir können das Artensterben bremsen, wenn wir unsere Gärten wieder „wilder“ werden lassen. Weg mit den Schottergärten und mehr naturnahe Bereiche. Schon kleine Schritte wirken lokal gegen das Artensterben. Wilde Ecke, große Wirkung für Igel, Bienen & Spatzen „Wer eine Ecke im Garten verwildern lässt, schafft sofort ein Paradies für kleine Säugetiere, Amphibien, Vögel und Nützlinge wie Wildbienen und Schmetterlinge“, betont Alexios Wiklund, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins. Eine Feldstudie der University of Sussex (2023) zeigt: Schon 4 m² Wildblumenwiese können die Insektenanzahl um bis zu 126 % steigern – besonders Hummeln und Wildbienen profitieren. 5 Tipps für ein lebendiges Gartenparadies Starten Sie noch heute: Legen Sie eine kleine wilde Ecke in Ihrem Garten an und werden Sie Lebensretter für Igel, Bienen & Co. • Trinkwasserquellen aufstellen: Flache Schalen mit Steinen bieten Igeln, Vögeln und Insekten einen sicheren Durstlöscher, besonders in Trockenperioden, und verhindern Ertrinken. • Weg mit dem Mähroboter: Die smarten Helfer sind Todesfallen für Igel. Sie erkennen die kleinen Tiere oft nicht und verletzen sie schwer. Daher tagsüber nutzen oder ganz darauf verzichten. • Keine Pestizide: Die chemischen Keulen töten nicht nur Unkraut, sondern zerstören auch die Insektennahrung von Igeln und Vögeln. • Wildblumen pflanzen: Heimische Blütenpracht statt Einheitsgrün lockt Schmetterlinge und Bienen an. Das sieht wunderschön aus und stärkt die Nahrungskette für Wildtiere. • Unterschlupf schaffen: Ein Haufen aus Reisig oder alten Laubblättern ist für einen Igel wie ein Fünf-Sterne-Hotel. Hier findet er Schutz vor Feinden und ein sicheres Quartier für den Winter. Totholz ist wertvoller Lebensraum Schnittreste von Hecken und Bäumen nicht entsorgen. Eine Benjeshecke – zwei Reihen Pfähle oder Äste, gefüllt mit Schnittmaterial – schafft einen naturnahen Rückzugsort für Insekten, Igel, Eidechsen und Singvögel. Gleichzeitig dient sie als natürlicher Sichtschutz. Jetzt handeln und loslegen! Starten Sie noch heute: Legen Sie eine kleine wilde Ecke in Ihrem Garten an und werden Sie Lebensretter für Igel, Bienen und Co. „Schon kleine Veränderungen im eigenen Garten können lokal das Artensterben bremsen“, weiß Alexios Wiklund. „Jede verwilderte Ecke zählt.“ Über den Österreichischen Tierschutzverein Er setzt sich seit Jahrzehnten für den Schutz und den Erhalt unserer heimischen Tierwelt ein. Durch Aufklärung und aktive Hilfe schaffen wir gemeinsam ein Österreich, in dem Menschen und Tiere im Einklang leben können. Rückfragen & Kontakt: Alexios Wiklund Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 0660/730 42 91 wiklund@tierschutzverein.at www.tierschutzverein.at/presse