Österreichischer Tierschutz schlägt Alarm: Großevents vor Artenschutz OTS (Wien) Die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Saalbach-Hinterglemm veranschaulichen einmal mehr, wie wenig der Artenschutz im Vergleich zu Großveranstaltungen zählt. Zahllose Frösche, Salamander und anderen Tiere wurden im vergangenen Jahr aufwendig umgesiedelt, um Platz für optimierte Rennstrecken zu schaffen. Der Österreichische Tierschutzverein fordert endlich ein Umdenken – denn was wir heute zerstören, können wir morgen nicht mehr zurückholen. Für die alpine Ski-Weltmeisterschaft in Saalbach-Hinterglemm wurden ganze Hänge umgestaltet – auf Kosten der Natur. Unzählige Amphibien wie Frösche, Salamander und Eidechsen mussten in Scharen im Sommer aufwendig umgesiedelt werden, weil ihre Lebensräume schwerem Gerät weichen mussten. Prominentestes Opfer war der Alpensalamander. Diese Art ist aufgrund ihrer geringen Fortpflanzungsrate eigentlich „streng geschützt“ und wird in Österreich als „potenziell gefährdet“ eingestuft. Umdenken beim Artenschutz Alexios Wiklund, Pressesprecher des Österreichischen Tierschutzvereins: „Der Artenschutz ist ohnehin schon in einer kritischen Situation und darf nicht für ein paar Stunden Skispaß geopfert werden – das ist unverantwortlich! Amphibien wie Frösche und Salamander sind nicht nur faszinierende Lebewesen, sondern auch unverzichtbare Bestandteile unseres Ökosystems. Der Österreichische Tierschutzverein fordert ein Umdenken - denn was wir heute zerstören, können wir morgen nicht mehr zurückholen“. Zerstörung der Lebensräume Seit 1992 schreibt die EU mit der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie Ersatzlebensräume vor. Doch selbst aufwändige Umsiedlungsmaßnahmen können das Aussterben der Tiere langfristig nicht verhindern, da viele Populationen bereits isoliert sind und ihre Wanderungen weiter erschwert werden. Amphibienbestände nehmen ab Traurig, aber wahr: Jahr für Jahr nehmen die Amphibienbestände in Österreich ab. Sogar ehemals häufige Arten wie Erdkröte oder Grasfrosch sind in ihrem Bestand stark rückläufig. Der Verlust dieser Tiere ist mehr als ein lokales Problem. Damit geht ein weiteres Glied in einem sensiblen Ökosystem verloren, von dem auch wir Menschen abhängig sind. Naturschutz ist Tier- und Menschenschutz und muss endlich Priorität haben – für unsere eigene Zukunft. Fotos: www.tierschutzverein.at/presse Rückfragen & Kontakt: Alexios Wiklund Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 0660/730 42 91 wiklund@tierschutzverein.at www.tierschutzverein.at/presse