OTS (Wien) - Hitzewellen und extreme Sommertemperaturen treffen Murmeltiere, Schneehasen und Alpenschneehühner besonders stark. Aufgrund der Klimakrise sind die alpinen Kältespezialisten gezwungen, in kühlere, höher gelegene Regionen auszuweichen. Dadurch verkleinert sich ihr einzigartiger Lebensraum deutlich. Der Österreichische Tierschutzverein fordert deshalb sofortige und wirksame Schutzmaßnahmen, um ihr Überleben in den Alpen langfristig zu sichern. Nicht nur den Eisbären am Polarkreis schmilzt das Eis rapide unter den Pfoten weg, auch in den Alpen verlieren Schneehasen, Murmeltiere und andere Wildtiere durch Hitzewellen und steigenden Temperaturen ihren einzigartigen Lebensraum. Alpine Tierwelt bereits am Limit „Murmeltiere, Schneehase oder Alpenschneehuhn sind perfekt an kalte, schneereiche Bergregionen angepasst. Sie können jedoch nicht einfach in höhere, kältere Lagen ausweichen. Ihr Lebensraum ist nach oben hin klar begrenzt und schrumpft mit jedem Grad Erwärmung weiter“, erklärt Alexios Wiklund, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins. Sommerhitze verkürzen aktive Fresszeit Besonders die alpinen Murmeltiere leiden unter den steigenden Temperaturen. Heiße Sommer verkürzen ihre tägliche Fresszeit, da sie häufiger in ihren kühlen Bau flüchten. Dadurch können sie weniger Fettreserven für den sehr langen Winterschlaf aufbauen. Saisonale Tarnung wirkt schlechter Auch Steinböcke und Gämsen haben hitzebedingt weniger Energiereserven für den Winter, da sie nur noch in den kühleren Morgen- und Abendstunden fressen. Und für Alpenschneehuhn und Schneehase funktioniert die saisonale Tarnung zunehmend schlechter durch den Farbwechsel von braun im Sommer zu weiß im Winter. Fressfeinde sichten sie leichter. Sofortprogramm für den alpinen Artenschutz Alexios Wiklund: „Wenn wir jetzt nicht handeln, verlieren wir nicht nur Artenvielfalt, sondern auch einen Teil unseres Naturerbes.“ Der Österreichische Tierschutzverein fordert ein Sofortprogramm für den alpinen Artenschutz: • Ausbau standardisierter Monitoringprogramme, um gefährdete alpine Arten und ihre Bestandsentwicklung systematisch zu erfassen. • Sicherung und Erweiterung von Schutz- und Rückzugsräumen für besonders hitze- und störungsempfindliche Arten im Alpenraum. • Konsequente Klimaschutzmaßnahmen, um die weitere Erwärmung zu begrenzen und alpine Lebensräume langfristig zu erhalten. • Alpen erwärmen sich deutlich schneller Ihre Zukunft in den Alpen ist in Gefahr. Denn der Alpenraum erwärmt sich doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt, wie Studien der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der GeoSphere Austria bestätigen. Gletscher veranschaulichen dramatische Situation Und Gebirgsregionen erwärmen sich pro Jahrzehnt um etwa 0,21 °C stärker als Tallagen, ergab eine Studie der Uni Innsbruck 2025. Die Folgen sind deutlich sichtbar: Gletscher und Schneefelder schwinden rasant. So hat die Pasterze seit Beginn der Messungen 1891 bereits mehr als 2 Kilometer an Länge verloren. Und heuer droht die Zunge von Österreichs größtem Gletscher abzureißen und damit der Eisnachschub aus den höheren Lagen. Gefährliche Entwicklung für uns Menschen Was für Bergtiere eine existenzielle Bedrohung ist, gefährdet langfristig auch die Sicherheit und Lebensqualität der Menschen im Alpenraum: Das Risiko für Muren, Steinschläge und Hangrutsche nimmt messbar zu, Infrastruktur wird beschädigt, die Lebensqualität im Alpenraum sinkt. Grund ist der schwindende Permafrost, der durch das Abschmelzen des Eises seine stabilisierende Wirkung auf Felsen und Schutt verliert. Rückfragen & Kontakt: Alexios Wiklund Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 0660/730 42 91 wiklund@tierschutzverein.at www.tierschutzverein.at/presse