Start Für ein österreichweites Verkaufsverbot von Jagd-Safaris!

Für ein österreichweites Verkaufsverbot von Jagd-Safaris!

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Jagdsafaris
Der Verkauf von Jagd-Safaris ist in Österreich noch immer legal. | Symbolbild (c) pixabay
Grausame Jagd-Safaris dürfen in Österreich legal verkauft werden. Jedes Jahr sterben mehr als 100.000 bedrohte Wildtiere wie Löwen und Elefanten für das Freizeitvergnügen von Hobbyjägern. Für ein paar Tausend Euro können sich Zahlungskräftige auch ohne Jagdschein als Großwildjäger versuchen. Der Österreichische Tierschutzverein fordert jetzt ein österreichweites Verkaufsverbot. Unser Ziel: 50.000 Unterschriften, die wir zusammen mit unserem Antrag beim zuständigen Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz einreichen werden. Unterschreiben Sie JETZT unsere Petition, um uns im Kampf gegen die grausamen Jagd-Safaris zu unterstützen. Vielen Dank!

Unterstützen Sie jetzt die Petition zum Verkaufsverbot von Jagd-Safaris

Jagd-Safaris: das Geschäft mit dem Tod

Tausende Jagd-Begeisterte reisen regelmäßig ins Ausland, um exotische Tiere wie Löwen und Elefanten zu erschießen. Mehr als 100.000 Wildtiere fallen der Lust am Töten jährlich zum Opfer. Auch in Österreich sind die blutrünstigen Jagd-Safaris heißbegehrt – und dürfen auf heimischem Boden völlig legal verkauft werden.

Mehr als 20.000 Elefanten werden jedes Jahr für Elfenbein und Jagdtrophäen getötet. Unter den Elefantenjägern rangiert Österreich auf Platz 10 ‒ gleich hinter den USA, Deutschland, Südafrika, Spanien, Frankreich, Italien und Mexiko. Das ist das Ergebnis der Studie The Deadly Dozen. 1.674 Kilo Elfenbein sollen demnach bereits auf das Konto österreichischer Jäger gehen. Auch die Jagd auf andere seltene und exotische Tiere wie Löwen, Zebras und Leoparden steht hoch im Kurs.

Viele dieser Arten gelten als stark bedroht und stehen unter besonderem Schutz ‒ sowohl in ihren Heimatländern als auch international. Trotzdem werden Jagd-Safaris in Österreich völlig legal verkauft.

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Unter den Elefantenjägern liegt Österreich auf Platz 10. | (c) pixabay/Symbolfoto

Verkauf blutrünstiger Jagd-Reisen auf Österreichs Messen

Auch auf der stark frequentierten Messe Die Hohe Jagd und Fischerei, die jährlich im Messezentrum Salzburg stattfindet, preisen die Anbieter von 20. bis 23. Februar 2020 ihre blutrünstigen Jagd-Reisen an. Das Team des Österreichischen Tierschutzvereins hat im Vorfeld per E-Mail Jagd-Safari-Angebote von den Ausstellern eingeholt ‒ und war sprachlos:

Für ein paar tausend Euro können sich Zahlungskräftige als Großwildjäger versuchen. 13.000 Euro beträgt der Preis für ein Zebra, 7.000 Euro für ein Krokodil. Giraffen stehen mit 2.900 Euro auf der Liste.

„Auch Nilpferde, Büffel, Pferdeantilopen, (…) Wasserböcke und andere besondere Tiere stehen zur Auswahl“, informierte uns ein Anbieter. Preise für Elefanten und Großkatzen gibt es erst auf Anfrage. Im Internet variieren die Preise für den Abschuss eines Elefanten zwischen 17.000 und 65.000 Euro, das Erlegen eines Löwen kostet zwischen 18.000 und 54.000 Euro, Leoparden sind mit 4.700 Euro inklusive Genehmigung günstiger.

Ein anderer Reiseveranstalter bot uns ein All-Inclusive-Paket für einen Aufenthalt von zehn Tagen zum Preis von 4.900 Euro. Im Preis inbegriffen: fünf Trophäen verschiedener afrikanischer Hornträger, je eine vom Pavian und vom Schakal gegen Aufpreis.

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4.700 Euro beträgt der Preis für ein Leopardenleben. | Symbolbild (c) pixabay

Jagen auch ohne Jagdschein erlaubt

In Österreich muss jeder Jäger einen speziellen Jagdschein vorweisen. Für die Teilnahme an einer Jagd-Safari ist eine solche Lizenz nicht verpflichtend. Schließlich gelten vor Ort andere Gesetze, wie uns ein Anbieter per E-Mail informiert: „Auch ein junger Mensch kann jagen und schießen, vorausgesetzt er ist körperlich und geistig dazu imstande.“

Die Reisen selbst werden von den Veranstaltern auf bizarre Weise romantisiert:

Die Jagd erfolgt mit Safari-Jagdfahrzeugen, Pirschfahrten und Hinterhalten an 15 Wasserlöchern (…), von denen die Antilopen und Warzenschweine trinken. Die Tiere sind allesamt wild. Dank unserer reinen Jagd-Ethik garantieren wir eine wunderschöne Jagd.“

„(…) die Jagd ist mit so viel Romantik und Nostalgie verbunden (…)“

Wie grausam die „romantischen Jagd-Erlebnisse“ tatsächlich sind, zeigt dieses Video eines BBC-Journalisten:

Dabei schwelgen die Jagd-Touristen förmlich im Luxus. Mehrere Wohnzimmer und Entertainment-Bereiche, WLAN, Satellitenfernsehen, Klimaanlage, Heizung, ein Badezimmer mit Toilette, großer Badewanne, Dusche und Bidet sowie drei Feinschmecker-Menüs von einem eigens angestellten südafrikanischen Koch sind bei den meisten Anbietern selbstverständlich. Gefühllose Dekadenz, die die Tiere mit ihrem Leben bezahlen ‒ vor allem jene, die aufgrund ihrer bedrohten Art eigentlich besonderen Schutz benötigen.

Jagdsafari Zebras
Tausende Tiere sterben jährlich bei Jagd-Safaris. | Symbolbild (c) pixabay

Gejagt, gehetzt, getrieben – keine Schonzeit für die Tiere

Für die Tiere gibt es keine Schonzeit: Laut Veranstalter können die grausamen Jagd-Reisen das ganze Jahr über gebucht werden. Auch der Import der Trophäen nach Österreich ist unkomplizierter als manche Kfz-Zulassung: Für Gegenstände, die aus artgeschützten Tieren oder Pflanzen bestehen, ist eine Zollanmeldung ausreichend. Für Souvenirs, die den Artenschutzbestimmungen unterliegen (z.B. Elfenbein oder Schildpatt), sind lediglich spezielle Artenschutzdokumente vonnöten.

Laut Informationen von NGOs genehmigte Österreich zwischen 2006 und 2016 die Einfuhr hunderter Jagdtrophäen: Darunter Felle (935) und Trophäen (173) von Bergzebras, Stoßzähne (142) und weitere Trophäen (59) von afrikanischen Elefanten sowie Trophäen von Leoparden (162), Braunbären (121), Geparden (102), Löwen (101), Breitmaulnashörnern (14) und Eisbären (8).

Jagdsafari Löwenfell
Jagdtrophäen können ganz einfach nach Österreich importiert werden.| Symbolbild (c) iStock coldsnowstorm

Jagd-Safaris: Warum der Tourismus kein Argument ist

Jagd-Safaris sind grausam und ‒ in Zeiten vieler bedrohter Arten ‒ längst überholt. Dennoch versuchen die Anbieter mit allen Mitteln, ihr Angebot zu rechtfertigen. Das beliebteste Argument: Jagd-Safaris seien unentbehrlich für die Tourismus-Branchen der afrikanischen Länder, Tausende von Arbeitsplätzen würden daran hängen.

Dass diese Darstellung ganz und gar nicht den Tatsachen entspricht, belegt eine Studie von Economists at Large im Auftrag der Humane Society International. Dabei wurde die Lage zur Trophäen-Jagd in acht afrikanischen Ländern (Botswana, Äthiopien, Mosambik, Namibia, Südafrika, Tanzania, Zambia und Zimbabwe) analysiert. Das Ergebnis: Jagd-Safaris steuern höchstens 0,78 Prozent der gesamten Tourismus-Einnahmen bei. Sie haben demnach einen völlig untergeordneten Einfluss auf die Beschäftigungssituation in afrikanischen Ländern: Nur 0,76 Prozent der Arbeitsplätze im Tourismus sind dort auf Jagd-Safaris zurückzuführen. Insgesamt haben Jagd-Reisen einen Anteil von nur 0,03 Prozent an den Bruttoinlandsprodukten dieser Länder.

Weder der Tourismus noch die Nationalparks profitieren von Jagd-Safaris. | Symbolbild (c) pixabay

Nationalparks und Einwohner profitieren kaum

Auch das altbekannte Argument, Jagd-Safaris seien eine wichtige Einnahmequelle für Nationalparks und Anwohner, konnte in der Vergangenheit durch Studien entkräftet werden. So füllen die Jagd-Reisen vor allem die Kassen der Veranstalter, während Parks und Einwohner kaum davon profitieren.

Gemeinsam sind wir stark ‒ Ihre Stimme zählt!

Als Verein, der sich für Tiere und ihre Rechte einsetzt, fordert der Österreichische Tierschutzverein ein striktes, österreichweites Verkaufsverbot von Jagd-Safaris auf bedrohte Tiere sowie ein Importverbot deren Trophäen.

Unser Ziel: 50.000 Unterschriften, die wir mit unserem Antrag beim zuständigen Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz einreichen werden!

Bitte unterstützen Sie uns bei diesem Kampf und unserer Aufklärungsarbeit mit Ihrer Stimme. Nur mit Ihrer Unterschrift können wir erwirken, dass skrupellose Jagd-Safaris in Österreich künftig nicht mehr verkauft werden dürfen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

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