
Österreichischer Tierschutzverein: Brot gefährlich für Enten und Schwäne
PresseOTS (Wien/Stockerau) – Für viele Menschen gehören altes Brot oder alte Semmeln zum klassischen Vogelfutter. Doch was als Tierliebe gemeint ist, kann Enten und Schwänen ernsthaft schaden. Der Österreichische Tierschutzverein warnt: Regelmäßige Brotfütterung schwächt ihr Immunsystem, macht die Wildtiere krank und verschmutzt außerdem ihren Lebensraum.
„Brot ist für Wasservögel wie Fastfood für uns Menschen – es füllt den Magen, aber der Körper bekommt nicht das, was er wirklich braucht“, erklärt Alfred Kofler, Leiter der Tierpflege am Assisi-Hof in Stockerau. „Denn Brot enthält kaum Proteine, Vitamine, Mineralstoffe oder essenzielle Fettsäuren.“ Außerdem vernachlässigen Wasservögel, die sich an diese „Junkfood“-Quelle gewöhnen, ihre natürliche Nahrungssuche.
Mangelernährung trotz vollem Bauch
Studien bestätigen: Falsche Ernährung kann ein geschwächtes Immunsystem, brüchiges Gefieder und eine erhöhte Sterblichkeit (besonders im Winter) verursachen. Das Engelsflügel-Syndrom, eine Wachstumsstörung bei Jungvögeln, wird durch eine unausgewogene, energiereiche, aber nährstoffarme Ernährung verursacht – genau das bewirkt auch die Brotfütterung.
Schimmelgefahr und Verstopfung
Brot quillt im Magen auf, entzieht Feuchtigkeit und kann zu Verstopfungen führen. Weit gefährlicher: Schimmeliges Brot verursacht zudem Pilzinfektionen und Vergiftungen. Für Kofler sind die Folgen falscher Fütterung nicht zu unterschätzen: „Wir sehen regelmäßig Tiere, die unter den Spätfolgen leiden.”
Brot löst ökologische Kettenreaktion aus
„Was als gut gemeinte Fürsorge beginnt, wird zur Bedrohung für das gesamte Ökosystem“, warnt der Österreichische Tierschutzverein. Nicht gefressenes, sinkendes Brot fault am Gewässergrund, verbraucht Sauerstoff und setzt Nährstoffe frei. Die Folge: Algen wachsen verstärkt. Zusätzlich werden Ratten und andere Schädlinge angelockt, die heimische Arten verdrängen.
Wasservögel sind Selbstversorger
Wasservögel sind grundsätzlich Selbstversorger. In intakten Gewässern finden Enten und Schwäne ausreichend Wasserpflanzen, Algen, Insekten und Samen – ihre natürliche und ausgewogene Nahrung. Problematisch wird es gelegentlich in städtischen Parks durch hohe Bestände und wenig natürliche Ufervegetation.
Enten und Schwäne füttern https://tierschutzverein.at/enten-und-schwaene-fuettern-ja-oder-nein/
Verhalten aus Tierliebe ändern
Information statt Verbote „Wir wollen niemanden verurteilen. Die meisten Menschen wissen es oft nicht besser“, betont Alfred Kofler. „Wenn wir verstehen, dass Brot den Tieren schadet, können wir unser Verhalten ändern – aus echter Tierliebe.“ Der Österreichische Tierschutzverein appelliert an Gemeinden, an Gewässern Informationstafeln aufzustellen und über artgerechte Alternativen zu informieren.
Rechtliche Lage in Österreich
In ganz Österreich ist Füttern an stehenden Gewässern meist verboten – auch da es Tiere zutraulich macht und natürliche Verhaltensweisen stört. In Wien beträgt die Strafe 50 Euro. Trotzdem ist die Fütterung mit altem Brot oder Semmeln z. B. im Stadtpark ständig zu sehen – meist durch Touristen.
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