
Österreichischer Tierschutzverein verurteilt Angriff auf den Wolfsschutz
PresseDie EU beantragt nächste Woche beim Ständigen Ausschuss der Berner Konvention die Herabstufung des Schutzstatus des Wolfs. Der Österreichische Tierschutzverein kritisiert diese Entscheidung scharf. Er warnt vor einem großen Rückschritt für den Natur- und Artenschutz in Europa. Statt einer Herabstufung des Schutzstatus braucht es regional angepasste Lösungen, die wissenschaftlich fundiert und in der Praxis umsetzbar sind.
„Der Wolf führt uns vor Augen, wie eng das Gleichgewicht der Natur mit unseren Entscheidungen verknüpft ist. Mit dem verstärkten Schutz dieser bedrohten Wildtiere schützen wir auch die Artenvielfalt und die Gesundheit unserer Ökosysteme“, betont Alexios Wiklund, Pressesprecher des Österreichischen Tierschutzvereins.
Die Herabstufung des Wolfs von „streng geschützt“ auf „reguliert bejagbar“ durch die EU stellt nicht nur eine Gefahr für die ohnehin fragilen Wolfspopulationen dar, sondern ist auch ein bedenklicher Präzedenzfall für den gesamten europäischen Artenschutz.
Fatales Signal für Artenschutz
Die Rückkehr des Wolfes nach Österreich, wo er lange Zeit ausgerottet war, ist ein leuchtendes Symbol der Renaturierung. Doch anstatt diese Errungenschaft zu feiern, wird der Wolf verteufelt und von Wirtschaftslobbyisten instrumentalisiert. Dabei ist wissenschaftlich erwiesen, dass das Raubtier durch die Jagd auf krankes und schwaches Schalenwild die besonders üppigen Wildbestände in Österreich reguliert und zur Verminderung von Waldschäden beiträgt – effektiver als die Jägerschaft.
Populistischer Konflikt durch Ignoranz
Die zunehmenden Konflikte zwischen Mensch und Wolf sind nicht dem Raubtier anzulasten, sondern dem mangelnden politischen Willen, nachhaltige Lösungen umzusetzen. Obwohl großzügige EU-Fördermittel für effektiven Herdenschutz zur Verfügung stehen, haben die österreichischen Bundesländer Salzburg und Kärnten diese Angebote bisher ignoriert.
Stattdessen schüren Lobbyisten – und auch die Medien – bei „Wolfsrissen“ Ängste, oft ohne belastbare Beweise, meist mit bloßen Vermutungen. Diese emotionale Debatte lenkt vom eigentlichen Ziel ab: einem friedlichen und nachhaltigen Zusammenleben von Mensch und Wildtier.
Kluges Wolfsmanagement statt Abschuss
Der Österreichische Tierschutzverein fordert ein wissenschaftlich fundiertes, regional angepasstes Wolfsmanagement, das auf Prävention und Koexistenz setzt. Der unreflektierte Abschuss von Wölfen löst keine Probleme, da neue Tiere rasch in freie Reviere nachrücken. Zudem erlaubt die Rechtslage laut Urteil des Europäischen Gerichtshofes Abschüsse nur unter strengen Auflagen, die in Österreich nicht erfüllt sind. Alexios Wiklund: „Der Wolf verkörpert die Bedeutung der Biodiversität und unseren Versuch, intakte Ökosysteme wiederherzustellen. Statt Vorurteile zu schüren, sollten wir alles daran setzen, ein harmonisches Zusammenleben zu ermöglichen.
Zukunftsorientierte Naturschutzpolitik
Der Wolf steht exemplarisch für das konfliktreiche Verhältnis zwischen Mensch und Wildtier – ein Verhältnis, das dringend eines Umdenkens bedarf. Der Österreichische Tierschutzverein appelliert an die Verantwortlichen der Berner Konvention, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen und stattdessen den Weg für eine zukunftsorientierte Naturschutzpolitik zu ebnen. Gemeinsam können wir den Wolf und seine Lebensräume erhalten – bevor es zu spät ist.
Ziel der Berner Konvention
Die 50 Mitglieder der Berner Konvention haben sich verpflichtet, wildlebende Tiere und Pflanzen sowie ihre Lebensräume zu erhalten. Besondere Aufmerksamkeit wird den gefährdeten und schutzbedürftigen Arten gewidmet, einschließlich der gefährdeten und schutzbedürftigen wandernden Arten.
Rückfragen & Kontakt:
Alexios Wiklund
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
0660/730 42 91
wiklund@tierschutzverein.at
www.tierschutzverein.at/presse