
Österreichischer Tierschutzverein: Hühner sind mehr als Eierlieferanten
PresseOTS (Wien) Hühner sind erstaunlich kluge und empfindsame Lebewesen. Trotzdem werden sie meist nur als seelenlose Eierlieferanten gesehen – nicht nur zu Ostern. Der Österreichische Tierschutzverein und Hühnerexpertin Astrid Drapela mit ihrem neuen Buch wollen das ändern: Mit Aufklärung und mehr Mitgefühl, um diesen geschundenen Tieren ein besseres Leben zu ermöglichen.
Hühner sind faszinierende Tiere. Hühnerexpertin und Autorin Astrid Drapela: „Sie unterscheiden bis zu 50 Artgenossen, können sich an Abläufe gewöhnen und verfügen über eine komplexe Lautsprache. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Hennen aufopfernde Mütter sind, die mit ihren Küken mitfühlen.“ Trotzdem werden sie in der Eier- und Fleischproduktion als bloße Nutztiere behandelt. Hühner sind soziale, intelligente Lebewesen. Sie verdienen ein würdevolles Leben.
Artgerechte Haltung notwendig
Astrid Drapela: „Eine artgerechte Haltung ist für das Wohlbefinden der Tiere essenziell.“ Bereits in ihrem Buch „Ich wollt ich hätt‘ ein Huhn“ hat sie die biologischen Grundlagen dafür beleuchtet. Ihr neues Buch „Es war einmal das Huhn“ erscheint heute, den 31. März, und behandelt humorvoll wie wissenschaftlich und mit erstaunlichen Anekdoten die gemeinsame Geschichte von Huhn und Mensch.
Astrid Drapelas Bücher https://www.goldegg-verlag.com/beteiligte/astrid-drapela/
Eierproduktion – ein System voller Leid
In Österreich werden pro Person durchschnittlich 248 Eier pro Jahr gegessen. Dies entspricht etwa vier bis fünf Eiern pro Woche. Hühner können bis zu zehn Jahre alt werden. Astrid Drapela: „Wildhühner legen von Natur aus etwa 5 bis 6 Eier pro Jahr.“ Doch für die Eierindustrie wurden sie auf eine extreme Legeleistung gezüchtet. 300 Eier pro Jahr sind für den Hühnerkörper extrem belastend. Auch Hennen in Freiland- oder Biobetrieben sind überzüchtet. Nach rund eineinhalb Jahren lässt die Legeleistung nach, und die Hennen werden getötet – obwohl sie noch Jahre leben könnten.
Augen auf beim Eierkauf https://tierschutzverein.at/nicht-nur-in-der-osterzeit-augen-auf-beim-eierkauf
Sinnloses Töten männliche Küken
Noch grausamer trifft es die männlichen Küken. Sie sind für die Eierindustrie nutzlos, sie legen keine Eier und werden daher getötet – und zu Futtermittel verarbeitet. Wenn nicht im Inland, dann im Ausland. Nur bei der Bio-Produktion werden die Küken als Bruderhähne aufgezogen.
Verstecktes Leid in Ostereiern
Gerade zu Ostern steigt der Eierkonsum. Doch viele bunte Eier stammen aus fragwürdiger Haltung. Verarbeitete Produkte wie gefärbte Eier oder Fertiggerichte unterliegen keiner klaren Kennzeichnungspflicht. Damit ist die Herkunft der Eier nicht erkennbar. Expertin Drapela: „Leider ist Käfighaltung in der EU nicht verboten! Nur die traditionelle Einzelkäfighaltung, jedoch nicht die „ausgestalteten Käfige“. In der Slowakei stammen etwa 80% der Eier aus Käfighaltung – nur ein Beispiel! -, davon sind viele für den Export bestimmt.“
Fertigprodukte nutzen Eier aus Käfighaltung
Noch undurchsichtiger ist die Situation bei Fertigprodukten wie Keksen, Pasta, Mayonnaise und Speiseeis. Sie enthalten meist Eier aus Käfighaltung. Auch in der Gastronomie werden häufig Käfigeier verwendet, ohne dass Kunden darüber informiert werden.
Hühner im eigenen Garten
Immer mehr Menschen entdecken die Hühnerhaltung für sich. Doch ein artgerechtes Leben braucht Platz und Aufmerksamkeit. Ein Huhn benötigt mindestens laut Bio-Richtlinie – 10 Quadratmeter Auslauf. Es braucht Sandbäder, eine sichere Unterkunft und ausgewogenes Futter. Wer Hühner hält, trägt Verantwortung – nicht nur für Eier, sondern für das Wohlergehen der Tiere.
Drei Vorteile der Hühnerhaltung
• Unkrautkontrolle und Bodenpflege: Beim Scharren lockern die Hühner den Boden auf
• Verwertung von Küchenabfällen: Salatblätter oder Gemüsereste können als Zusatzfutter für die Hühner verwendet werden, wodurch weniger Abfall entsteht
• Nährstoffreicher Dünger: Hühnermist ist ein wertvoller Bio-Dünger
Astrid Drapela: „Hühner können das Leben enorm bereichern. Sie wirken beruhigend auf Kinder und geben älteren Menschen eine Aufgabe und Struktur in ihrem Alltag. Sie entpuppen sich schnell als Tiere mit eigenem Charakter und werden immer öfter Teil der Familie.“
Bewusst entscheiden für die Tiere
Wer Eier kauft, sollte auf Bio- und Freilandhaltung achten – noch besser ist es, den Konsum zu reduzieren oder Alternativen zu wählen. Wer Hühner halten möchte, sollte sich vorher umfassend informieren, wie bei jeder Anschaffung eines Haustiers.
Hühnerexpertin Astrid Drapela
Astrid Drapela ist Biologin, Autorin und leidenschaftliche Hühnerhalterin. Sie hat sich auf die Beziehung zwischen Mensch und Huhn spezialisiert und ist Expertin für tiergestützte Therapie. Sie lebt mit ihrer Familie, mit ihren 40 Hühnern und weiteren Haus- und Hoftieren bei Wien. In „Es war einmal das Huhn“ macht die Autorin durch Interviews mit Forschenden und Kunstschaffenden aus verschiedenen Disziplinen die Details rund um die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Huhn und seiner Beziehung zum Menschen sowie die Arbeitsweise der Wissenschaft sichtbar.
Österreichischer Tierschutzverein
Der Österreichische Tierschutzverein setzt sich leidenschaftlich für den Schutz und das Wohl von Tieren in Not ein sowie für eine verbesserte Beziehung zwischen Tier und Mensch. Unsere Philosophie beruht auf dem zentralen Motto: Retten, Pflegen und Vermitteln. Sein Engagement zielt nicht nur darauf ab, einzelnen Tieren zu helfen, sondern auch einen positiven Wandel in der Gesellschaft zu bewirken. Bildung und Aufklärung sind von großer Bedeutung, um das Bewusstsein für den Tierschutz zu schärfen.
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