
Österreichischer Tierschutzverein zum Tag des Artenschutzes: Kröten vom Aussterben bedroht!
PresseOTS (Wien) Wälder verschwinden, Feuchtgebiete trocknen aus, Ortsgebiete breiten sich aus. Dazu kommen Umweltverschmutzung und der Klimawandel. Die Folgen sind fatal: Immer mehr Tierarten kämpfen ums Überleben. Ein trauriges Beispiel dafür ist die Kröte – einst weit verbreitet, jetzt auf der Roten Liste. Ohne unseren Schutz könnte sie bald aus vielen Teilen Österreichs verschwinden – mit kritischen Folgen für das ganze Ökosystem!
Klein, warzig und hässlich – so sehen leider viele Menschen die Kröte. Dabei ist sie für unser Ökosystem unverzichtbar. Die meist nachtaktiven Amphibien fressen Schädlinge wie Schnecken und Insekten und sind selbst eine wichtige Nahrungsquelle für viele Tiere. Ihre Kaulquappen reinigen Gewässer, indem sie Algen fressen. Und Kröten sind ein Indikator für eine intakte Natur. Doch ihre Bestände schrumpfen seit Jahren drastisch.
Gefährliche Wanderung zu Laichgewässern
Jedes Jahr begeben sich Tausende von Kröten ab März auf die gefährliche Reise zu ihren angestammten Laichgewässern. Sie lieben vor allem regnerische Nächte mit Temperaturen über 5°C. Doch auf ihrem Weg lauern lebensgefährliche Hindernisse:
• Straßenüberquerungen: Extreme Gefahr, von Autos überfahren zu werden.
• Langsame Fortbewegung: Eine Straßenquerung kann bis zu 15 Minuten dauern.
• Schlechte Sichtbarkeit: Nächtliche Wanderung macht sie für Autofahrer kaum erkennbar.
• Hindernisse: Bebauung und Zäune versperren ihnen den Weg zum Wasser.
• Laichgewässer-Verlust: Durch Bebauung, intensive Landwirtschaft und trockene Winter verschwinden immer mehr Tümpel.
• Gullys und Kellerschächte: In Siedlungsgebieten fallen Kröten oft hinein und verhungern.
Während der Paarungszeit sind Kröten-Männchen im „Liebesrausch“ und nehmen leider stets den kürzesten Weg – diese führen leider oft mitten über stark befahrene Straßen. Sichere Amphibientunnel und temporäre Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 30 km/h während der Krötenwanderung könnten viele Todesfälle verhindern.
Alarmstufe Rot für die Kröten
Alexios Wiklund, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins, warnt: „Die Kröten kämpfen in Österreich bereits ums Überleben! Die größte Bedrohung? Der Verlust ihrer angestammten Laichgewässer, an die sie immer instinktiv zurückkehren. Ohne diese sind die Tiere isoliert, Populationen schrumpfen und können sich oft nicht mehr erholen.“
• Lebensraumverlust durch Versiegelung: Ohne geeignete Unterschlupfmöglichkeiten können sich Kröten nicht mehr sicher fortpflanzen.
• Zerstörung von Laichgewässern: Werden Teiche und Tümpel trockengelegt oder verschmutzt, verlieren die Tiere ihre Fortpflanzungsmöglichkeiten.
• Warme Winter durch Klimawandel: Statt in der Winterstarre Energie zu sparen, wachen sie zu früh auf, verbrauchen wertvolle Reserven und finden oft nicht genug Nahrung.
• Umweltverschmutzung: Pestizide und Chemikalien schädigen sowohl die Kröten als auch ihre Nahrungsgrundlage.
• Fischbesatz: Das Aussetzen von Fischen in Gewässern führt zur Dezimierung von Krötenlaich und Kaulquappen.
Kröten retten – so geht’s!
Jeder kann zum Schutz der Kröten beitragen:
• Feuchtgebiete erhalten und in Gärten naturnahe Teiche anlegen.
• Pestizide vermeiden, um die Umwelt und die Nahrungsquellen der Kröten zu schützen.
• Bei Krötenwanderungen Tempo drosseln und auf Helfer achten, die Tiere sicher über die Straßen bringen.
• Aufklärung betreiben und andere über den Schutz der Amphibien informieren.
Stoppen wir gemeinsam das Artensterben
Übernehmen wir alle Verantwortung für die Artenvielfalt. Jede verlorene Tierart, ob Kröten, Igel, Ziesel, Steinkauz oder Wildbienen, bedeutet einen Rückschlag für das ökologische Gleichgewicht. Wenn wir jetzt nicht handeln, können die Folgen für die Umwelt und letztlich auch für uns selbst katastrophal sein.
Rückfragen & Kontakt:
Alexios Wiklund
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
0660/730 42 91
wiklund@tierschutzverein.at
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