Martini-Gansl nur mit gutem Gewissen genießen

10.11.2016

Das Martini-Gansl zu essen ist eine zunehmend beliebte Tradition. Doch über 80 % der in Österreich verzehrten Gänse erfüllen nicht die vom Gesetzgeber geforderten Qualitätsstandards. Aufgrund einer Gesetzeslücke sind dem Import (vorwiegend aus Frankreich, Ungarn, Polen etc.) für Gastronomie und Handel Tür und Tor geöffnet. Somit konsumieren die meisten ÖsterreicherInnen Fleisch, dessen Produktion im Inland höchst illegal wäre!

Der Österreichische Tierschutzverein ruft daher auf: Eine Kennzeichnung hinsichtlich Herkunft und Haltungsart soll verpflichtend für Gastronomie und Handel eingeführt werden! „Mastgänse werden meist in körperenge Käfige gesperrt, denn Bewegung bremst das Leberwachstum. Dann wird den armen Kreaturen über 21 Tage bis zu drei Mal täglich ein langes Metallrohr in den Hals gerammt und dabei rund ein Kilo Maisbrei in den Magen gepumpt. Halsverletzungen, Knochenbrüche und andere Qualen nimmt man für die billige Fleischproduktion bewusst in Kauf“, ist Harald Haslwanter vom Österreichischen Tierschutzverein, entsetzt.

Was kann der Konsument gegen tierquälerische Gänsemast tun?

Komplett auf Gänsefleisch zu verzichten ist der sicherste Weg, um Tierleid zu minimieren. Wer aber dennoch Gans am Speiseplan haben möchte, dem sei geraten, genau auf die Herkunft zu achten.

Biofleisch von Weidegänsen oder Tieren aus Freilandhaltung wird überwiegend im Ganzen verkauft. Das kann man als verlässliches Qualitätsmerkmal werten. Gänseteile (Brust oder Keule) aus dem Supermarkt stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit von Mastgänsen. Sie sind sozusagen „Abfallprodukte“ bei der Produktion der Stopfleber und werden ebenso „wirtschaftlich verwertet“.

Sollte man im Restaurant eine Gans genießen wollen, sollte man nach der Herkunft des Gänsefleischs fragen. Wenn der Wirt offen erklärt, woher die Gans auf Ihrem Teller stammt, können Sie beruhigt speisen. Ansonsten verzichten Sie besser auf den zweifelhaften Genuss.

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