Der Ablauf eines Stierkampfes - Ein Drama in drei Akten

Die Stierkampfsaison dauert von April bis Oktober, die Kämpfe finden meist am Sonntagnachmittag um 17.00 Uhr statt. Eine Stierkampfveranstaltung (Corrida) setzt sich aus sechs einzelnen Stierkämpfen zusammen, ein Kampf spielt sich in drei Akten ab und dauert 20 Minuten.

Der Matador (Töter) ist der eigentliche „Meister“ der Corrida, Picadores (zu Pferd) und Banderilleros gehören zu seiner Mannschaft (Cuadrilla) und sind Gehilfen, die die Arbeit des Matadors vorbereiten und unterstützen. Sie alle nennt man Toreros.

Die Vorbereitung der Tiere:
Insiderinformanten sprechen von grausamen Quälereien, die bereits Wochen vor dem Kampf beginnen sollen, um die Tiere zu schwächen, weil der Matador ansonsten nicht die geringste Chance hätte, den Kampf zu überleben:

  • Die Stiere werden mit Beruhigungs- und Abführmitteln, sowie Schlägen in die Nieren geschwächt
  • Die Stunden vor dem Kampf verbringen sie in absoluter Dunkelheit
  • Vaseline wird in ihre Augen geschmiert, um ihr Sehvermögen zu trüben
  • Die spitzen Hörner werden abgeschliffen, denn durch die Kürzung verlieren sie den Sinn für die Entfernung und stoßen ins Leere. Nebenbei verursacht dieses Kürzen langanhaltende Schmerzen, weil durch die Hörner sehr empfindliche Nerven laufen.
  • In die Nasenlöcher wird Watte gestopft, um ihnen das Atmen zu erschweren

Der Einzug in die Arena

Beim Vorführen des Stieres versucht einer der beiden Banderilleros die Aufmerksamkeit des Tieres auf seinen Umhang (capa) zu lenken. Der Matador beobachtet dabei die Eigenheiten des Stieres - wie er zustößt, ob er hartnäckig angreift oder "feig" mit den Hufen scharrt.

Dann beginnt das Vorspiel - der Matador tritt dem Stier mit einer ausgebreiteten capa gegenüber und führt seine Kunst dem Publikum vor. Der Stier betrachtet erst die Capa als Feind, nicht aber den Matador. Nach ca. 15 bis 20 Minuten hat er die Manipulation durchschaut, das ist der Grund, weshalb er bis dahin tot sein muss.


1. Teil - Tercio de varas:
Der auf einem Pferd in Schutzmontur sitzende Picador verletzt den Stier mit einer 9 cm langen Lanzenspitze (pica), um ihn zu "bestrafen" und fügt ihm dabei tiefe Wunden über dem 5. Wirbel zu. Obwohl die Stierkampfregeln ein mehrmaliges Einstechen an derselben Stelle eigentlich verbieten, werden Muskeln und Bänder oft regelrecht zerfetzt, sodass der Stier seinen Kopf nicht mehr heben kann und große Schmerzen empfindet.


2. Teil - Tercio de Banderillas:
Sechs mit bunten Bändern geschmückte Spieße (Banderillas) werden von 3 Gehilfen des Matadors (Banderilleros) jeweils paarweise mehrere Zentimeter tief in den Körper des Stieres gestoßen. Sie bleiben durch große Widerhaken am Stier hängen und wippen bei jedem Schritt. Das löst immer wieder große Schmerzen und Blutungen aus.


3. Teil- Tercio de Muleta y Estocada:
Dieser Teil dauert ca. 8 Minuten. Der Matador erregt mit einem roten Tuch (Muleta) an einer Holzstange erneut die Aufmerksamkeit des Stieres. Sobald der Stier den Kopf senkt, stoßt er ihm seinen Degen in den Brustkorb, um ihn mit einem gezielten Stoß (estocada) in die hintere Aorta zu töten. Selten gelingt es, den Stier mit einem einzigen Stoß zu töten und der Todesstoß muss daher wiederholt werden. Sollten drei Degen nicht ausreichen, wird das Rückenmark mit einem oder mehreren Dolchstößen durchtrennt. Wenn nur die Nerven erreicht werden ist das Tier zwar gelähmt, aber noch nicht tot. Nach einer erfolgreichen estocada bricht das Publikum in ein großes "Olé!" aus.

Ob das Publikum mit dem Kampf zufrieden war, wird durch das Schwenken von weißen Tüchern beurteilt, es bittet damit den Präsidenten der Corrida, dem Torero ein Ohr des Stieres zuzugestehen. Die höchste Auszeichnung für den Matador ist es, wenn das Publikum solange weiße Tücher schwenkt, bis der Torero beide Ohren und den Schwanz des Stieres erhält, die dem Stier bei lebendigem Leib abgeschnitten werden. Er wird anschließend von Maultieren aus der Arena geschleift.

Was gibt Menschen das Recht, ein Tier auf diese brutale Weise zu Tode zu quälen?
Nicht weniger Grausames erleiden die Pferde während dieses Spektakels…

Die Pferde sind meist sehr alt und sind allein durch den Geruch der gepeinigten, blutüberströmten Stiere enorm gestresst. Entgegen einer entsprechenden Verordnung wird ihnen in den meisten Fällen nicht nur ein, sondern beide Augen zugebunden. Um ihre Hörfähigkeit zu verschlechtern, wird ihnen nasses Zeitungspapier in die Ohren gestopft. Um die Menschenmassen durch ihre Angstschreie nicht zu irritieren, werden ihnen die Stimmbänder durchgeschnitten. Jährlich werden ca. 3.000 Pferde von Stieren trotz der Schutzausrüstung aufgespießt.

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