
Österreichischer Tierschutzverein: Wenn Gassigehen krank macht -15 Prozent der Hunde leiden an Pollenallergien
PresseOTS (Wien/Stockerau) – Während viele Menschen im Frühling mit Dauer-Schnupfen kämpfen, leiden unsere Hunde ganz anders – mit Juckreiz, Ausschlägen oder Entzündungen. Rund 15 Prozent der Vierbeiner in Österreich reagieren allergisch auf Gräser und Pollen. Doch oft wird das ständige Kratzen falsch gedeutet. Der Österreichische Tierschutzverein rät, die Symptome ernst zu nehmen und tierärztlichen Rat einzuholen.
Emma ist eine lebensfrohe junge Golden Retriever-Hündin. Sie saust voller Freude über die Wiese. Doch nach wenigen Minuten beginnt sie unaufhörlich, ihre Pfoten zu lecken, und die Haut ist auch an Bauch und Kopf gerötet. Emma reagiert allergisch auf Gras-, Kräuter- oder Baumpollen. Damit ist sie nicht allein: Rund 15 % aller Hunde in Österreich sind heute von Pollenallergien betroffen – ein ernsthaftes Problem, das oft zu spät erkannt wird.
Golden Retriever genetisch vorbelastet
Bea Romstorfer, Hunde-Expertin am Assisi-Hof in Stockerau: „Besonders betroffen sind Rassen wie Golden Retriever, West Highland Terrier oder Französische Bulldoggen, die genetisch zu empfindlicher Haut neigen.“ Die Folgen des Klimawandels verschärft die Situation, weil viele Pflanzen länger und intensiver blühen.
„Unbehandelte Allergien führen zu chronischem Leiden, Sekundärinfektionen und steigenden Kosten“, weiß die erfahrene Hundetrainerin. Sie appelliert: Hautprobleme ernst nehmen, nicht selbst behandeln, sondern tierärztlichen Rat einholen.
Immunsystem von Hunden spielt verrückt
Eine Allergie ist im Grunde ein Fehlalarm und eine Überreaktion des Körpers. Das Immunsystem stuft eigentlich harmlose Eiweißstoffe aus Pollen als gefährlich ein und bekämpft sie massiv. Wissenschaftliche Daten zeigen, dass vor allem die Hautbarriere bei betroffenen Hunden geschwächt ist. Die Pollen dringen tief in die Hautschichten ein und lösen dort eine Kettenreaktion aus. Typische Folgen sind Juckreiz, Haarausfall, Rötungen sowie gelegentlich Augen- oder Atemwegsprobleme.
Worauf in der Pollensaison zu achten ist
Hunde können nicht sagen, wo es juckt – daher genau hinschauen:
• Dauer-Lecken: Ständiges Pfoten- oder Gesichtslecken ist ein Frühzeichen für Pollenallergien, da sich Pollen dort ablagern und starken Juckreiz auslösen.
• Rote Ohren: Wiederkehrende Ohrenentzündungen mit Rötung oder Geruch deuten auf allergische Reaktionen hin.
• Kratzattacken: Intensives Kratzen bis zur Hautverletzung zeigt chronischen Juckreiz, Unruhe und kann Sekundärinfektionen verursachen – ein klarer Grund für den Tierarztbesuch.
Pollenallergie bei Haustieren https://tierschutzverein.at/pollenallergie-bei-haustieren/
Praktische Tipps für Hundehalter
„Allergien sind nicht heilbar, lassen sich aber mit individuell abgestimmten Therapien gut kontrollieren“, betont Bea Romstorfer. Hände weg von „Hausmitteln“ wie ätherischen Ölen, Essig oder aggressiven Reinigern. Sie verschlimmern die Symptome.
Was hilft betroffenen Hunden?
• Pfoten und Fell reinigen: Nach jedem Spaziergang Pfoten, Bauch und Fell mit einem feuchten Tuch säubern und gut trocknen. Pollen werden so entfernt, die Allergenlast sinkt, und der Juckreiz nimmt ab.
• Früh reagieren: Rechtzeitige Behandlung schützt vor Hautschäden, Infektionen und hohen Kosten und bewahrt die Lebensqualität des Hundes.
• Tierärztliche Abklärung: Bei häufigem Kratzen, Lecken oder Hautrötungen den Tierarzt aufsuchen – eine präzise Diagnose ist die Basis für wirksame Behandlung. Gemeinsam mit dem Tierarzt wird die Therapie meist aus systemischen Medikamenten, topischen Präparaten und Immuntherapie kombiniert.
• Hyposensibilisierung prüfen: Eine Desensibilisierung kann das Immunsystem schrittweise an Pollen gewöhnen. Die Therapie dauert 1–3 Jahre und lindert bei vielen Hunden langfristig die Symptome, wirkt aber nicht bei jedem Hund.
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