Ein „aufgeräumter“ Garten mit Schotterflächen und sterilem Rasen bietet weder Nahrung noch Schutz. Der Österreichische Tierschutzverein zeigt Ihnen, wie Sie bereits mit kleinen Veränderungen Großes bewirken und Ihr grünes Wohnzimmer in einen sicheren Rückzugsort für Igel, Vögel und Insekten verwandeln können.
Wenn Lebensräume verschwinden, werden unsere Gärten zu Zufluchtsorten.
Wo früher Igel im Gebüsch raschelten und Wildbienen von Blüte zu Blüte summten, herrscht heute oft Stille. Durch intensive Landwirtschaft und zunehmende Bodenversiegelung verlieren unsere Wildtiere immer mehr natürlichen Lebensraum. Die Folge: Sie wandern in Siedlungsgebiete mit Gärten ab und sind dort auf unsere Hilfe angewiesen.
Ein „aufgeräumter“ Garten mit Schotterflächen und sterilem Rasen ist für Wildtiere meist lebensfeindlich – er bietet weder Nahrung noch Schutz. Dabei braucht es oft gar nicht viel, um einen Garten in einen wertvollen Rückzugsort für Igel, Vögel und Insekten zu verwandeln. Schon kleine Veränderungen können Großes bewirken.
Warum „Mut zur Unordnung“ Leben rettet
Ein naturnaher Garten fördert das ökologische Gleichgewicht. Schon eine kleine „wilde Ecke“ von nur 4 m² mit Wildblumen kann die Anzahl der Insekten – insbesondere Hummeln und Wildbienen – um bis zu 126 % steigern.

Ein Garten, der Schutz und Leben schenkt
- Rücksicht auf die Kinderstube: Brutvögel schützen! Zwischen März und Oktober sollten Hecken und Sträucher nicht radikal geschnitten werden. Sie dienen vielen Vögeln als geschützter Nistplatz. Besonders Bodenbrüter sind gefährdet – prüfen Sie daher vor Gartenarbeiten genau, ob sich dort bereits ein Nest befindet.
- Vorsicht vor der Technik: Mähroboter & Co. Mähroboter sind für Igel und andere Kleintiere oft tödliche Fallen, da die Sensoren die Tiere häufig nicht rechtzeitig erkennen. Aus diesem Grund: Sollte man den Mähroboter keinesfalls in der Dämmerung fahren lassen. Idealerweise greift man zu manuellen Mähern und lässt Teile des Rasens als blühende Wiese stehen.
- Pflanzenauswahl: Schön UND sicher. Vermeiden Sie Giftpflanzen wie Eibe, Goldregen, Oleander oder Maiglöckchen, die für Haustiere gefährlich sind. Setzen Sie stattdessen auf heimische, tierfreundliche Alternativen: wie Lavendel, Ringelblumen und Sonnenblumen.
- Verzicht auf die „chemische Keule“ Pestizide und Kunstdünger zerstören die Nahrungskette. Sie töten nicht nur Unkraut, sondern auch die Insekten, die Igel und Vögel zum Überleben brauchen. Nutzen Sie stattdessen Kompost oder Kaffeesatz als natürliche Dünger.
- Wasserstellen entschärfen: Ein Teich oder Pool kann zur tödlichen Falle werden, wenn die Wände zu glatt sind. Deswegen sollten – zum Schutz der Tiere – unbedingt kleine Ausstiegshilfen oder Rampen angebracht werden. Für Wassertränken eignen sich flache Wasserschalen mit Steinen am besten. Die Steine dienen Insekten als Landeplatz und verhindern das Ertrinken.
- Lebensräume aktiv schaffen: Totholz und Laub sind kein Abfall, sondern wertvolle Baustoffe für die Natur! Laubhaufen eignen sich als perfektes „Fünf-Sterne-Hotel“ für Igel zum Überwintern. Sogenannte “Benjeshecken” aus Schnittresten und Zweigen sind ein wahres Paradies und eine optimaler Lebensraum für Singvögel, Eidechsen und viele weitere Gartenbewohner.
- Licht aus für die Nachtschwärmer! Helle Dauerbeleuchtung stört den Rhythmus von Fledermäusen und nachtaktiven Insekten. Reduzieren Sie Gartenlichter auf das Nötigste oder nutzen Sie Bewegungsmelder, um unnötige Lichtverschmutzung zu vermeiden.




Jede wilde Ecke zählt!
Schon ein kleines Stück unberührter Natur im Garten kann Leben retten. Beginnen Sie noch heute, geben Sie Wildtieren Schutz und Nahrung – gemeinsam können wir das Artensterben direkt vor unserer Haustür stoppen.

