Auf NIMMER WIEDERSEHEN
SCHÜTZEN WIR UNSERE ARTEN BEVOR SIE VERSCHWINDEN

VON ALPENBOCK BIS ZWERGOHREULE
In Österreich leben über 54.000 Tierarten – vom scheuen Luchs, der lautlos durch die Wälder streift, über den majestätischen Steinadler, der hoch über den Alpen kreist, bis zum kraftvollen Hirschkäfer, der im Totholz des Waldes seinen Lebensraum findet. Auch die farbenfrohe Bachforelle, die in klaren Gebirgsbächen lebt und der zarte Perlmutterfalter auf unseren Wiesen zeigen, wie vielfältig und schützenswert unsere heimische Tierwelt ist. Jedes Tier hat seine Aufgabe und hält unsere Umwelt im Gleichgewicht.

VOM KARWENDEL BIS ZUR PANNONISCHEN EBENE
Österreich vereint eine beeindruckende Vielfalt an Lebensräumen. In den Alpen finden Gämse und Murmeltiere ihre Heimat, während in den Flussauen der Donau Sumpfschildkröten, Eisvögel und seltene Fische leben. Wiesen und Moore bieten Käfern, Fröschen und Libellen Rückzugsorte. Klare Seen und Bäche sind Lebensraum Fische, Krebse und andere Wasserbewohner. Jede Region, jedes Ökosystem trägt zum großen Ganzen bei: Tiere und Pflanzen halten unsere Umwelt im Gleichgewicht, reinigen unser Wasser, sichern fruchtbare Böden und gesunde Nahrungsketten. Artenvielfalt ist kein Luxus, sondern das Fundament unseres Lebens.

WARUM JEDES TIER ZÄHLT
Ob in der Luft, am Land oder im Wasser – jede Art erfüllt eine Aufgabe, die kein anderes Lebewesen in genau dieser Form übernehmen kann. Insekten bestäuben Blüten und zersetzen abgestorbene Pflanzen, Vögel halten Insektenbestände im Gleichgewicht und verbreiten Samen über weite Strecken. Säugetiere gestalten ganze Landschaften, Fische zeigen die Qualität unserer Gewässer und Regenwürmer schaffen fruchtbare Böden, auf denen unsere Lebensmittel wachsen.

LEBENSRAUMVERLUST DURCH MENSCHLICHE AKTIVITÄTEN
Österreichs Artenvielfalt gerät zunehmend unter Druck. Mehr als die Hälfte aller Amphibien und Reptilien sind stark gefährdet sowie knapp die Hälfte aller Fische und ein Drittel aller Vögel und Säugetiere. Durch menschliche Eingriffe verlieren Tiere ihre Nahrung, Schutz und Rückzugsorte. Asphaltierte Straßen, zubetonierte oder versiegelte Böden zerstören wertvolle Lebensräume und machen unsere natürlichen Landschaften zu toten Flächen. In der industriellen, nicht biologischen Landwirtschaft verschwinden Hecken, Feuchtwiesen und Brachflächen, die einst Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleintiere waren. Sterile Monokulturen, Pestizide und Überdüngung verringern die Artenvielfalt zusätzlich.

OBST UND GEMÜSE ALS BEISPIEL
Ohne bestäubende Insekten würde unsere Nahrungsmittelversorgung dramatisch einbrechen. Ein Großteil der Supermarktregale wäre leer, da rund 80 % der heimischen Nutz- und Wildpflanzen auf Bestäubung angewiesen sind. Regionale Obstsorten wie Äpfel, Erdbeeren, Kirschen und Gemüse wie Tomaten, Gurken und Zucchini wären kaum noch verfügbar. Der Großteil des verbleibenden Angebots müsste teuer importiert werden.

NATUR ALS LEBENSVERSICHERUNG
Der Verlust von Artenvielfalt bedroht nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern auch unseren Alltag. Ohne Bestäuber wie Bienen und Wildinsekten sinken die Erträge von Obst, Gemüse und Lebensmittel werden teurer. Intakte Auen und Moore speichern Regenwasser und mindern die Folgen von Überschwemmungen und Dürre. Wälder, Bäume und Hecken stabilisieren Böden, verhindern Erosion und Hangrutschungen. Flüsse und Seen speichern, filtern und reinigen sie unser Trinkwasser. Gesunde Ökosysteme sind unsere Lebensversicherung – sie schützen Land, Wasser und Luft und wirken wie ein natürlicher Puffer gegen Umweltgefahren. Wer die Artenvielfalt schützt, schützt damit auch sich selbst und unsere Zukunft.

WARUM JETZT HANDELN
Bundesweite „Rote Listen gefährdeter Tierarten“ gelten als zentrales wissenschaftliches Frühwarnsystem für den Artenschutz. Sie dienen dazu, Bestandsentwicklungen zu bewerten und wirksame Schutzmaßnahmen zu planen. Die Hälfte aller Roten Listen ist überfällig und wurde teils seit über 20 Jahren nicht aktualisiert. Die Käfer warten mit 32 Jahren am längsten auf eine Aktualisierung. Damit arbeitet der Artenschutz bundesweit mit stark veralteten Roten Listen. Ohne aktuelle Daten droht eine fatale Kettenreaktion: Gefährdungen werden falsch eingeschätzt, Schutzmaßnahmen kommen zu spät und Arten verschwinden oder sterben aus. Die Kampagne „Auf (N)Immer Wiedersehen“ macht den dringenden Handlungsbedarf deutlich und zeigt die zentrale Rolle jeder Tiergruppe für Österreichs Naturlandschaft.

JETZT ROTE LISTEN AKTUALISIEREN
Daher fordern wir vom Bundesministerium (BMLUK), die nationalen Roten Listen spätestens alle zehn Jahre zu aktualisieren. Dafür braucht es dringend ein unabhängiges nationales Zentrum für Artenvielfalt und einen klaren politischen Auftrag zur raschen Aktualisierung der Roten Listen. Schützen wir unsere Arten, bevor sie verschwinden. Sobald wir 10.000 Stimmen gesammelt haben, übergeben wir die Petition an das zuständige Bundesministerium (BMLUK).

UNSERE MEILENSTEINE
Unter dem Titel „Auf (N)Immer Wiedersehen“ starteten wir unsere Artenschutz-Kampagne mit dem klaren Ziel, gefährdete Tierarten in Österreich sichtbar zu machen und den politischen Handlungsdruck zu erhöhen. Zum Auftakt verliehen wir dem Bundesministerium den „Rote Listen Award 2026“ als symbolische Erinnerung daran, dass zentrale Daten im Artenschutz seit Jahrzehnten nicht aktualisiert wurden. Mit unserer Petition zur raschen und regelmäßigen Überarbeitung der bundesweiten Roten Listen setzen wir die Basis der Kampagne und schaffen die Voraussetzung für wirksamen, zeitgemäßen Artenschutz.
