Für uns den Österreichischen Tierschutzverein steht das Wohl der Tiere an erster Stelle.

    Österreichischischer Tierschutzverein warnt zum Weltbienentag vor der Krise der Bestäuber und fordert mehr Renaturalisierung und Ökologisierung der Landwirtschaft

    Presse

    OTS (Wien) – Anlässlich des Weltbienentags (20. Mai) warnt der Österreichische Tierschutzverein vor der zunehmenden Gefährdung unserer Bienen und fordert mehr Renaturalisierung: Sowohl Honig- als auch Wildbienen sind unverzichtbare Bestäuber und leiden unter intensiver Landwirtschaft, Pestiziden sowie dem Verlust von Blühflächen und Nistplätzen. Während Honigbienen jedoch durch Imkerei aktive Unterstützung erhalten, sind Wildbienen auf sich allein gestellt. Gehen ihre Populationen zurück, droht vielen Arten ein regionales Aussterben.

    Die Honigbiene ist ein Wildtier, das vom Menschen als Nutztier gehalten wird. Sie lebt in großen sozialen Verbänden. Steigt ihre Sterblichkeitsrate durch schlechte Umweltbedingungen oder die Varroamilbe, kann der Imker mit gezielten Managementmaßnahmen eingreifen und ihren Bestand sichern. Bestes Beispiel: die Dunkle Europäische Biene, umgangsprachlich Braunelle. Die Ur-Honigbiene Europas drohte in Österreich auszusterben.

    Auch Wildbienen schätzen Lebensqualität 

    Anders verhält es sich bei den Wildbienen: Von den 707 in Österreich vorkommenden Arten lebt die Mehrheit solitär. Diese hochspezialisierten Einzelgänger sind essenziell für die Bestäubung zahlreicher Nutzpflanzen wie z. B. Äpfel, Birnen, Beeren, Kürbis und Raps. Verschlechtern sich ihre Lebensbedingungen durch mangelndes Blütenangebot, Lebensraumverlust oder Umweltbelastungen, können lokale Populationen zusammenbrechen.

    Für Wildbienen ist ein Blütenangebot in der Nähe ihres Nistplatzes von entscheidender Bedeutung. Mindestens ein Drittel der Arten ist gefährdet. Diese Verluste können nicht durch imkerliche Maßnahmen ausgeglichen werden.

    Wildbienen in Not https://tierschutzverein.at/presseaussendung/wildbienen-in-not/

    Unsere Natur profitiert von Bestäuber-Vielfalt

    „Beim Thema Bienen müssen wir den Fokus weg von der reinen Honigproduktion und hin zum Erhalt der gesamten Bestäubervielfalt lenken“, betont Alexios Wiklund, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins. „Deshalb fordern wir eine stärkere Renaturierung.“

    Strukturreiche Landschaften fördern sowohl die Vielfalt der Bestäuber als auch die Bestäubungsleistung und erhöhen die Resilienz der Bestäuber‑Netzwerke gegenüber Störungen. „Damit werden Ökosysteme gestärkt, die Erträge zahlreicher Kulturpflanzen stabilisiert und letztlich auch unsere Ernährungssicherheit verbessert“, so Alexios Wiklund.

    Wenn industrielle Landwirtschaft Bienen vertreibt

    Honigbienen und Wildbienen stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Die Intensivierung der Landwirtschaft sowie der Verlust von Hecken, Brachen und Randstreifen verringern sowohl das Nahrungsangebot als auch die Nistmöglichkeiten vieler Bestäuberarten.

    Häufige Mahd und monoton gestaltete Agrarlandschaften verschärfen diese Probleme, weil sie Blütenreihenfolgen verkürzen und Strukturvielfalt reduzieren.

    Auch Pflanzenschutzmittel belasten die Bienen, da bestimmte Wirkstoffe ihr Nervensystem beeinträchtigen und ihre Orientierungsfähigkeit schwächen.

    Bedrohung durch Pestizide und Klimawandel

    Zusätzlich wirkt der Klimawandel als Stressfaktor: Milde Winter können die Diapause vieler Arten vorzeitig beenden. Die Tiere schlüpfen dann zu einem Zeitpunkt, an dem oft noch nicht ausreichend Blütenressourcen verfügbar sind, was ihre Überlebenschancen deutlich verringert.

    Außerdem begünstigen milde Winter die Varroamilbe, einen der gefährlichsten Schädlinge der Honigbiene, indem sie die natürliche Brutpause verkürzen und die Milbenvermehrung verstärken.

    Gefragt: Blühende Gärten und Balkone

    Jede naturnahe Fläche kann Lebensraum für Bienen und andere Bestäuber bieten. Dazu zählen der Erhalt von Altgrasstreifen und verblühten Pflanzenstängeln als Überwinterungsquartiere sowie offene, sandige Bodenstellen für bodennistende Arten.

    „Wichtig sind heimische, artenreiche und über die Saison hinweg blühende Pflanzen als kontinuierliche Nahrungsquelle sowie der konsequente Verzicht auf Pestizide – nicht nur im Garten, auch auf begrünten Balkonen“, so Alexios Wiklund.

    Bienen helfen https://tierschutzverein.at/bienen-schuetzen-aufs-rasenmaehen-verzichten/

    Die Fakten auf einen Blick

    Rund 70 Prozent der weltweit angebauten Nutzpflanzen sind auf tierische Bestäuber angewiesen. Honig- und Wildbienen sind dafür besonders wichtig. Bestäuber brauchen Nahrung, Nistplätze und Möglichkeiten zur Fortpflanzung. Blüten dienen vor allem der Nahrungsaufnahme und der Brutversorgung, teils auch als Ruhe- oder Paarungsort. Die Intensivierung der Landwirtschaft und das geringere Blütenangebot sind Hauptursachen für den Rückgang der Bienenvielfalt – auch in Österreich.

    Rückfragen & Kontakt:
    Alexios Wiklund
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    0660/730 42 91
    wiklund@tierschutzverein.at
    www.tierschutzverein.at/presse

     

     

     

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Wildbienen © pexels-michael-hodgins
Honigbienen 2 pexels-franco30-3213004

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