Singvogelfang ist Tierleid
Unter dem Deckmantel der Tradition werden im Salzkammergut Singvögel wie Stieglitz, Erlenzeisig, Gimpel und Fichtenkreuzschnabel in freier Wildbahn gefangen, in Volieren gehalten und bei Ausstellungen in engen Käfigen zur Schau gestellt. Für die Wildtiere bedeutet das enormen Stress, Angst und oft auch Verletzungen oder den Tod. Nach dem Fang werden die Vögel über Monate in Volieren gehalten und später wieder freigelassen. Die lange Gefangenschaft kann ihr natürliches Verhalten beeinträchtigen. Viele Tiere haben Schwierigkeiten, sich nach der Freilassung wieder in der freien Natur zurechtzufinden.
Besonders betroffen sind auch jene Vögel, die als Lockvögel gehalten werden. Im Salzkammergut gibt es derzeit rund 500 registrierte Vogelfänger. Da das Gesetz jedem von ihnen erlaubt, bis zu 10 Wildvögel lebenslang als Lockvögel zu halten, dürfen insgesamt 5000 Vögel lebenslang in Käfigen eingesperrt bleiben, um Artgenossen anzulocken.
Schluss mit der grausamen „Tradition“
Diesen Juni wurde die bestehende Ausnahmegenehmigung für den Singvogelfang im Salzkammergut langfristig abgesichert und die Oberösterreichische Artenschutzverordnung entsprechend novelliert. Auch die UNESCO erkennt den Singvogelfang weiterhin als immaterielles Kulturerbe Österreichs an. Bei der nächsten Sitzung im Herbst soll das strittige Thema erneut besprochen werden. Gerade deshalb braucht es jetzt weiterhin öffentlichen Druck! Die Verantwortlichen müssen endlich erkennen, dass viele Menschen diese Praxis ablehnen und Tierleid als schützenswerte Tradition nicht akzeptieren.
Unsere Forderung:
- Verbot des Singvogelfangs ohne Ausnahmen




