Für uns den Österreichischen Tierschutzverein steht das Wohl der Tiere an erster Stelle.

Das Rebhuhn ist noch nicht ausgestorben – aber es wird immer seltener

Rebhühner © pexels-denitsa-kireva

Einst war das Rebhuhn ein vertrauter Bewohner unserer Felder und Wiesen. Heute ist der kleine Feldvogel in Österreich vielerorts selten geworden. Seit den 1990er-Jahren ist sein Bestand um rund 80 Prozent zurückgegangen. Noch gibt es schätzungsweise 7.000 bis 8.000 Brutpaare – doch der Trend zeigt weiter nach unten.

Wer heute durch Österreichs Kulturlandschaften geht, bekommt Rebhühner nur noch selten zu Gesicht. Das liegt nicht daran, dass die Tiere so scheu sind. Vielmehr fehlt ihnen zunehmend das, was sie zum Leben brauchen: eine abwechslungsreiche Landschaft mit ausreichend Nahrung, Verstecken und geeigneten Brutplätzen.

Das Schicksal des Rebhuhns steht dabei beispielhaft für eine Entwicklung, die viele heimische Feld- und Wiesenvögel betrifft: Wo Lebensräume verschwinden, und das Nahrungsangebot zurückgeht, geraten Tiere in Bedrängnis.

Vom häufigen Feldvogel zur gefährdeten Art

Noch vor wenigen Jahrzehnten war das Rebhuhn in Österreich weit verbreitet. Historische Jagdstatistiken verdeutlichen, wie stark sich seine Situation verändert hat: Im Jahr 1935 wurden noch rund 300.000 Rebhühner erlegt. Anfang der 1990er-Jahre waren es nur noch etwa 10.000.

Pestizide und intensive Landwirtschaft

Der starke Rückgang begann bereits zwischen 1950 und 1980. Eine wichtige Rolle spielte damals der zunehmende Einsatz von Pestiziden. Dadurch ging das Angebot an Insekten zurück – mit direkten Folgen für den Nachwuchs der Rebhühner.

Seit den 1980er-Jahren verschärfte sich die Situation zusätzlich durch den Verlust geeigneter Lebensräume. Die intensive Landwirtschaft veränderte vielerorts die Landschaft: Hecken, Feldraine, Brachen und andere strukturreiche Flächen verschwanden oder wurden deutlich weniger.

Heute gilt das Rebhuhn in Österreich als gefährdet. Auch europaweit steht die Art auf der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten. In einigen Regionen Österreichs ist das Rebhuhn bereits verschwunden.

Warum braucht das Rebhuhn eine vielfältige Landschaft?

Das Rebhuhn ist kein Bewohner unberührter Wildnis. Im Gegenteil: Es fühlt sich besonders dort wohl, wo Felder, Wiesen und natürliche Strukturen miteinander verbunden sind. Brachen, Hecken, Feldraine, Altgrasbestände und blütenreiche Randstreifen sind für die Tiere besonders wertvoll. Sie bieten:

  • geeignete Plätze für die Brut
  • Nahrung für Alt- und Jungvögel
  • Schutz vor Witterung und Fressfeinden
  • Versteckmöglichkeiten
  • Rückzugsräume zwischen den landwirtschaftlich genutzten Flächen

Ohne Insekten keine Rebhuhn-Küken

Besonders problematisch ist der Rückgang der Insekten. Ausgewachsene Rebhühner ernähren sich überwiegend von pflanzlicher Nahrung. Für ihre Küken sind Insekten und Spinnen in den ersten Lebenswochen jedoch unverzichtbar. Die tierische Nahrung liefert wichtige Energie und Nährstoffe für das Wachstum. Wenn auf intensiv bewirtschafteten Flächen immer weniger Insekten vorkommen, kann das ihre Überlebenschancen verringern. Und damit den Bruterfolg der gesamten Population beeinträchtigen.

Ein Teufelskreis für das Rebhuhn

So greifen mehrere Probleme ineinander: Weniger Insekten bedeuten weniger Nahrung. Weniger Hecken, Brachen und Feldraine bedeuten weniger Schutz. Und eine offene,

strukturarme Landschaft macht die Tiere für Fressfeinde wie Fuchs, Marder und Greifvögel leichter sichtbar. Besonders gefährdet sind die Eier im Nest und die Jungvögel.

Trotz Gefährdung werden Rebhühner weiterhin bejagt

Während der Bestand des Rebhuhns seit Jahrzehnten stark zurückgeht, wird die Art in Österreich weiterhin bejagt. Laut Statistik Austria wurden im Jagdjahr 2024/25 rund 2.500 Rebhühner erlegt. Den größten Anteil verzeichneten das Burgenland mit 1.236 und Niederösterreich mit 1.197 erlegten Tieren. Angesichts eines geschätzten Bestands von nur noch 7.000 bis 8.000 Brutpaaren stellt sich damit die Frage, wie eine gefährdete Art langfristig erhalten werden kann.

Was das Rebhuhn jetzt braucht

Der wichtigste Ansatz für den Schutz des Rebhuhns liegt in der Landschaft selbst. Wer das Rebhuhn retten will, muss seinen Lebensraum erhalten und wiederherstellen.

Dazu braucht es unter anderem:

  • mehrjährige Blühflächen und Brachen, die Nahrung und Deckung bieten
  • breite Feldraine, Hecken und Altgrasstreifen als Rückzugs- und Brutgebiete
  • vielfältigere und weniger intensive Bewirtschaftung
  • mehr Insekten und Wildkräuter als Nahrungsgrundlage
  • langfristig geschützte Brut- und Rückzugsflächen

Das Rebhuhn als Warnsignal für unsere Natur

Wo Feldraine, Hecken und Brachen verschwinden und gleichzeitig das Insektenangebot zurückgeht, verlieren nicht nur Rebhühner ihre Lebensgrundlage. Auch zahlreiche andere Tiere sind auf diese Strukturen angewiesen.

pexels steinifr 6609950 Österreichischer Tierschutzverein

Helfen Sie mit!

Die Arbeit des Österreichischen Tierschutzvereins ist nur dank Ihrer Hilfe möglich, denn als gemeinnütziger Verein sind wir zur Gänze auf die Unterstützung von Tierfreunden angewiesen. Nur mit Ihrer Spende können wir tierische Notfälle bei uns aufnehmen, tierärztlich versorgen und zu einem neuen Leben verhelfen!
Rebhühner © pexels-denitsa-kireva

Jetzt Teilen