Er ist kaum größer als eine Hand – und doch steht sein Überleben auf dem Spiel: Der Feldhamster verschwindet aus Österreichs Landschaft. Nur in Wien findet er noch Zuflucht. Doch selbst dort ist seine Zukunft alles andere als sicher.
Letzte Zuflucht Stadt: Warum der Feldhamster unsere Hilfe braucht
Der Feldhamster steht in Österreich am Rand des Aussterbens. Was einst ein vertrauter Bewohner unserer Kulturlandschaft war, ist heute selten geworden. Nur noch rund 20.000 Tiere leben hierzulande – und selbst diese wenigen kämpfen ums Überleben. Die Restbestände finden sich vor allem in Niederösterreich (rund 75 %), im Burgenland sowie in Wien, etwa in Friedhöfen, Parks und Kleingartenanlagen.
Ein kleines Tier mit großer Leistung
Der Feldhamster ist ein echtes Naturwunder. Bei seiner Geburt wiegt er nur etwa fünf Gramm. Innerhalb weniger Wochen wächst er auf das 120-Fache seines Gewichts heran. Für den Winter legt er Vorräte an und hält Winterschlaf – eine überlebenswichtige Strategie. Doch genau dafür braucht er ausreichend Nahrung und sichere Lebensräume.
Die Landwirtschaft wird zur Gefahr
Die moderne Landwirtschaft setzt dem Feldhamster massiv zu. Intensive Bewirtschaftung mit Ernte-Maschinen, denen kaum ein Korn entgeht und der Einsatz von Pestiziden lassen kaum Nahrung übrig. Wildkräuter verschwinden, Insekten sterben, und mit ihnen verschwindet auch die Nahrungsgrundlage des Hamsters. Gleichzeitig gehen wichtige Rückzugsorte verloren: Feldränder, Brachen und kleine Strukturen weichen immer häufiger Asphalt und Beton.
Wien als unerwartete Rettungsinsel
Ausgerechnet in der Großstadt findet der Feldhamster bessere Bedingungen als am Land. Orte wie der Wiener Zentralfriedhof bieten ihm, was er dringend braucht: vielfältige Nahrung, lockere Böden und wenig Störung. Hier wächst Gras, hier gibt es Samen, Nüsse und Pflanzen. Auch natürliche Feinde wie Fuchs und Greifvögel sind seltener.
Die Lebensbesseren Bedingungen zeigen Wirkung. Wiener Feldhamster sind oft erfolgreicher bei der Fortpflanzung. Wenn sie genügend energiereiche Vorräte sammeln, bekommen sie im nächsten Jahr mehr Nachwuchs.
Warum das trotzdem nicht reicht
So erfreulich diese Entwicklung ist – sie kann den Trend nicht umkehren. Eine einzelne „Rettungsinsel“ reicht nicht aus, um eine ganze Art zu sichern. Ohne geeignete Lebensräume außerhalb der Stadt wird der Feldhamster langfristig verschwinden.
Gut gemeint ist nicht immer gut geholfen
Viele Menschen möchten helfen – doch falsches Verhalten kann schaden. Feldhamster dürfen nicht gefüttert werden – auch im Winter. Zusätzliches Futter lockt Ratten an und stört den Winterschlaf der Tiere. Das kann für sie lebensgefährlich werden. Auch Giftköder in Gärten stellen eine große Bedrohung dar.
Was jetzt passieren muss
Damit der Feldhamster eine Zukunft hat, braucht es rasches Handeln. Eine naturverträglichere Landwirtschaft, mehr Grünflächen und vernetzte Lebensräume sind entscheidend. Auch die fortschreitende Verbauung muss gestoppt werden.
Der Feldhamster ist mehr als nur ein kleines Nagetier. Er ist Teil unserer Natur und unserer Verantwortung. Wenn wir jetzt nicht handeln, könnte er bald ganz verschwunden sein.


