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Katzenbaby gefunden – was tun?

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Katzenbaby gefunden? Das können Sie tun.

Im Frühling und Sommer bekommen zahlreiche unkastrierte Katzen Nachwuchs. Sie haben ein verlassenes Katzenbaby oder Katzennest gefunden und fragen sich, was zu tun ist? Der Österreichische Tierschutzverein klärt auf.

Sie haben abseits von Häusern und Höfen ein hilfloses Katzenkind oder gar ein ganzen Wurf Kätzchen entdeckt? Warten Sie zunächst einmal mindestens 30 Minuten ab – eventuell ist die Katzenmama nur auf Futtersuche. Am besten beobachten Sie Ihren Findling bzw. das Katzennest aus sicherer Entfernung, um die Mutter nicht zu verschrecken. Achtung: Hat das Muttertier einmal einen Menschen in der Nähe seiner Kleinen gewittert, können Stunden vergehen, bis es sich wieder an seinen Nachwuchs herantraut.

Nicht zögern sollten Sie, wenn ein Katzenbaby offensichtlich ausgesetzt wurde oder in akuter Gefahr schwebt, z.B. durch:

  • Verkehr
  • offensichtliche Verletzungen oder Erkrankungen
  • Kälte oder Schnee

Das ist im Notfall zu tun:

Bringen Sie das Tier sofort zum nächsten Tierarzt bzw. in die nächstgelegene Tierklinik. Zu Ihrer eigenen Sicherheit können Sie Ihren Findling mit einer Decke oder Handschuhen anfassen, um sich vor potenziellen Kratzern oder Bissen zu schützen. Bitte melden Sie den Fund des Katzenbabys anschließend bei der Polizei und beim örtlichen Tierschutzverein. Es könnte sein, dass das Kleine ausgebüxt ist und schmerzlich vermisst wird!

Das Mutter befindet sich in der Nähe: greifen Sie nicht ein, sondern kontaktieren Sie eine Tierschutzorganisation. Die Mitarbeiter der Organisation haben die Möglichkeit die Katzenmutter samt Nachwuchs einzufangen. Die Katzenbabys können dann sozialisiert und an ein liebevolles Zuhause vermittelt werden und eine Kastration der Katzenmutter kann weitere Populationen verhindern.

In Österreich besteht übrigens eine gesetzliche Kastrationspflicht für Katzen, die Zugang ins Freie haben. Ausgenommen sind nur Katzen einer kontrollierten und registrierten Zucht. 

Katzenbaby gefunden – richtig füttern

Achtung! Wer sich seinem Findling persönlich annehmen möchte, sollte Folgendes wissen: Ein verwaistes Katzenbaby selbst großzuziehen, ist eine äußerst heikle Angelegenheit und ein Full-Time Job. Kleine Kätzchen sind sehr sensibel und benötigen rund um die Uhr professionelle Pflege. Bitte lassen Sie sich deshalb unbedingt von einem Tierarzt/einer Tierschutzorganisation beraten. Für alle, die bereits Erfahrung in der Aufzucht von Tierbabys haben, haben wir folgende Tipps zusammengestellt: 

  1. Unterkühlung ausschließen: Prüfen Sie zunächst die Körpertemperatur Ihres Schützlings. Wenn sich Pfotenballen, Ohren und/oder Mäulchen des Katzenbabys kühl anfühlen, deutet das auf eine Unterkühlung hin. Dieser Zustand ist lebensbedrohlich und unverzüglich zu behandeln. Achtung: Unterkühlte Katzenbabys bitte niemals füttern, sondern erst aufwärmen!
  2. Kätzchen aufwärmen: Sie können ein unterkühltes Kätzchen aufwärmen, indem Sie es in ein warmes Handtuch wickeln und über ein bis zwei Stunden ganz nahe an Ihrem Körper halten. Streicheln und reiben Sie es vorsichtig mit Ihren warmen Händen.
  3. Katzenaufzuchtmilch verwenden: Bitte ernähren Sie Ihr Findelkind ausschließlich mit spezieller Katzenaufzuchtmilch. Diese versorgt Katzenkinder mit allen wichtigen Nährstoffen. Kuhmilch oder Ähnliches sind für kleine Stubentiger hingegen unverträglich und daher tabu! Achten Sie bei der Katzenaufzuchtmilch darauf, dass sich keine Klümpchen bilden und die Flüssigkeit nicht zu heiß wird. Die optimale Fütterungstemperatur liegt bei 37 °C. Füllen Sie die Katzenaufzuchtmilch anschließend in eine Aufzuchtflasche oder kleine Spritze (z.B. in der Apotheke erhältlich) und beträufeln Sie das Mäulchen Ihres Findlings mit etwas Milch, damit es mit dem Geschmack vertraut wird.
  4. Nach jeder Mahlzeit den Bauch des Kittens sanft massieren, um seine Verdauung anzuregen: Ähnlich macht es die Mutterkatze, indem sie ihre Jungen ableckt. Imitieren Sie dies mit sanftem Druck Ihrer Fingerspitze oder einem weichen Tuch. Es ist wichtig, dass das Katzenbaby nach jeder Mahlzeit Urin und regelmäßig Kot absetzt.
  5. Fütterungsabstände einhalten: Kleine Katzen dehydrieren und unterzuckern rasch. Umso wichtiger ist es, sie regelmäßig zu füttern – sowohl tagsüber als auch nachts. Zur genauen Fütterungsmenge berät Sie Ihr Tierarzt oder Tierschutzverein – wenn ein Kätzchen jedoch fiepst, schreit oder sich anderweitig beschwert, ist davon auszugehen, dass es mehr Nahrung braucht.
  6. Katzenwelpenfutter zufüttern: Mit etwa dreieinhalb bis vier Wochen können Sie – nach Beratung mit Ihrem Tierarzt – ein spezielles Katzenwelpenfutter zufüttern und die Milchmenge entsprechend reduzieren. Etwa ab der neunten Lebenswoche können Sie die Katzenaufzuchtmilch langsam absetzen und auf herkömmliches Katzenfutter umstellen.
  7. Anti-Floh-Mittel besorgen: Viele Katzenwelpen leiden unter Flohbefall. Besorgen Sie sich daher unbedingt in Abstimmung mit Ihrem Tierarzt ein gutes Flohbekämpfungsmittel.
  8. Wärme spenden: Ohne die Wärme der Katzenmutter kühlen Katzenkinder schnell aus. Umso wichtiger ist es, verwaiste Katzenbabys schön warmzuhalten. Dabei helfen z.B. Heizmatten, Wärmflaschen oder Infrarotlampen (jeweils handwarm). Achtung: Bitte achten Sie darauf, dass sich Ihr Katzenkind dabei nicht verbrennt oder austrocknet – in diesem zarten Alter wäre das lebensgefährlich!
  9. Kuschelplatz einrichten: Damit die Kleinen nicht auskühlen und sich schön geborgen fühlen, empfiehlt sich die Unterbringung in einer Box oder einem Korb (bitte auf genügend Luftlöcher achten!). Legen Sie die Unterkunft Ihres Katzenkindes mit weichen Tüchern und Decken aus (bitte nicht aus Frottee, da die Kleinen hier gerne mit ihren Nägeln hängenbleiben) und machen Sie es Ihrem Katzenkind so gemütlich wie möglich.
  10. Achtung: Durchfall kann schnell lebensbedrohlich werden! Bei anhaltende Durchfall Ihres Schützlings suchen Sie bitte sofort Ihren Tierarzt auf!

 Im Zweifel Tierarzt fragen

Wenn Sie Zweifel haben, dass Sie Ihr Katzen-Findelkind optimal versorgen können, dann zögern Sie bitte nicht, professionellen Rat einzuholen. Ansprechpartner sind z.B. Tierärzte und -kliniken, Tierschutzvereine, Katzenauffangstationen und die Tierrettung in Ihrem Gebiet.

Assisi-Hof Frankenburg

Der Assisi-Hof Oberösterreich in Frankenburg ist in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Anlaufstelle für heimatlose Babykatzen geworden. Mehrmals wöchentlich werden Fundkatzen auf dem Hof abgegeben, auch unsere Tierrettung liest regelmäßig Findlinge auf.

Diesen Frühling und Sommer erwarten wir wieder besonders viele Tiere, die Hilfe brauchen. Für uns als gemeinnütziger Verein ist die Handaufzucht und 24-Stunden-Pflege von Babykatzen eine große finanzielle Herausforderung. Wir freuen uns daher sehr über Sach- und Geldspenden für Katzenaufzuchtmilch, Anti-Floh-Mittel, Tierarztbesuche, Spielzeug und die Entwurmung unserer Babykätzchen!

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