Wildvögel gehören in die Natur, nicht in Käfige
Im Salzkammergut werden Singvögel wie Stieglitz, Erlenzeisig, Gimpel und Fichtenkreuzschnabel im Rahmen des traditionellen Singvogelfangs in freier Wildbahn gefangen, über Monate in Volieren gehalten und bei Ausstellungen in kleinen Käfigen präsentiert. Die Tradition dient dazu, die schönsten Vögel zu prämieren. Für die Wildtiere bedeutet das jedoch enormen Stress, Angst und oft auch Verletzungen oder den Tod.
Besonders problematisch ist die Haltung sogenannter „Lockvögel“. Diese werden nicht wieder freigelassen, sondern dauerhaft gehalten, um Artgenossen anzulocken. Im Salzkammergut gibt es derzeit rund 500 registrierte Vogelfänger. Nach der geltenden Regelung darf jeder von ihnen bis zu zehn Wildvögel als Lockvögel halten. Damit können insgesamt bis zu 5.000 Wildvögel dauerhaft in Käfigen gehalten werden.
Traditionen dürfen sich weiterentwickeln
Das Wissen über heimische Singvögel, ihre Lebensweise und ihre Bedeutung für die Region ist wertvoll und soll erhalten bleiben. Doch dafür müssen Wildvögel nicht gefangen und eingesperrt werden.
Die Schönheit eines Stieglitzes, der Gesang eines Gimpels oder die Beobachtung eines Fichtenkreuzschnabels faszinieren auch dann, wenn die Tiere in Freiheit bleiben. Die Begeisterung für Singvögel lässt sich auch ohne Fang und Käfighaltung bewahren.
Es ist Zeit, Vogelwissen und Tierwohl miteinander zu verbinden.
Unsere Forderung:
- Verbot des Singvogelfangs ohne Ausnahmen
- Entwicklung und Förderung tierfreundlicher Alternativen, die die Tradition der Vogelbeobachtung und -kunde erhalten






