
- den Erhalt und die Renaturierung von Feuchtgebieten;
- ein flächendeckendes Netzwerk fischfreier Kleingewässer;
- sichere Wanderkorridore zwischen Laich- und Landlebensräumen;
- Maßnahmen, um Wasser länger in der Landschaft zu halten;
- pestizidfreie Gewässerrandzonen.
Österreichischer Tierschutzverein: Hitze, Dürre und Wassermangel setzen Fröschen und anderen Amphibien massiv zu
PresseOTS (Wien) – Anhaltende Hitze, ausbleibende Niederschläge und sinkende Wasserstände verschärfen die Lebensbedingungen heimischer Amphibien dramatisch. Gleichzeitig gehen Feuchtgebiete und Laichgewässer durch Entwässerung, Verbauung und intensive Landnutzung verloren. Der Österreichische Tierschutzverein appelliert deshalb für ein flächendeckendes Netzwerk aus fischfreien Kleingewässern, mehr Wasserrückhalt in der Landschaft und pestizidfreie Gewässerrandzonen.
Laut GeoSphere Austria waren die vergangenen zwölf Monate in Österreich die trockensten seit Beginn der Messaufzeichnungen im Jahr 1850. Besonders betroffen von Hitze, Dürre und Wassermangel sind Wien, Niederösterreich und das Burgenland.
Wassermangel trifft Amphibien besonders
„Für Amphibien ist die Situation doppelt problematisch: Ihre Laichgewässer trocknen aus, gleichzeitig verlieren sie geeignete Landlebensräume. Dadurch sinken ihre Fortpflanzungs- und Überlebenschancen“, sagt Alexios Wiklund, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins.
Verlust von Amphibien hat ökologische Folgen
Amphibien sind wichtige Bestandteile von Nahrungsnetzen: Sie fressen zahlreiche Insekten und wirbellose Tiere und dienen zugleich Vögeln, Reptilien und Säugetieren als Beute. Fallen sie aus, schwächen sich Nahrungsnetze weiter, die Artenvielfalt nimmt ab.
Alle heimischen Amphibien sind gefährdet
Alle heimischen Amphibien (Frösche, Kröten, Salamander, Molche) sind in der Roten Liste des Umweltbundesamts (2007) als gefährdet eingestuft: von 21 Amphibien-Taxa gilt eine Art (4,8%) als vom Aussterben bedroht, sechs (28,6%) als stark gefährdet, 14 Arten bzw. Unterarten (66,6%) als gefährdet. Experten gehen davon aus, dass sich die Lage vieler Amphibien seit 2007 weiter verschlechtert hat.
Laubfrosch verdeutlicht Amphibien-Krise
Die Roten Listen stufen den Europäischen Laubfrosch in Wien und Niederösterreich als stark gefährdet ein. Im Burgenland gilt er lokal als vom Aussterben bedroht. Im Tiroler Inntal ist die Population seit den 1990er Jahren um bis zu 50 Prozent zurückgegangen. In Vorarlberg ist der Laubfrosch stark gefährdeten. Es gibt nur noch wenige, meist isolierte Populationen, etwa im Naturschutzgebiet Rheindelta und in Ufernähe am Bodensee.
Auch häufige Amphibienarten zeigen Einbrüche
„Die Zahlen an den Amphibienzäunen zeichnen ein klares Bild: Auch bei bislang häufigen Arten wie dem Grasfrosch sind seit Jahren zunehmend starke Bestandsrückgänge zu beobachten“, betont Peter Kaufmann, Amphibienexperte am Haus der Natur Salzburg.
Haus der Natur Artenschutz www.hausdernatur.at
Fortschreitender Lebensraumverlust
„Neben dem fortschreitenden Lebensraumverlust infolge der flächendeckenden Entwässerung unserer Landschaft entwickelt sich die Klimawandel zu einem weiteren gravierenden Gefährdungsfaktor“, so Peter Kaufmann, der sich intensiv mit der Populationsbiologie und Verbreitung heimischer Amphibien befasst.
Indikator für intakte Feuchtgebiete
Der Rückgang von Fröschen weist häufig auf den Verlust geeigneter Laichgewässer, sinkende Grundwasserstände und die Fragmentierung von Feuchtgebieten hin. „Wir müssen Wasser dort halten, wo es gebraucht wird. Ein Netzwerk aus vielen geeigneten Kleingewässern ist wesentlich widerstandsfähiger als wenige isolierte Teiche. Wenn eines austrocknet, können andere Gewässer den Tieren weiterhin die Fortpflanzung ermöglichen“, Alexios Wiklund.
Der Österreichische Tierschutzverein fordert:
Private Gärten können Amphibien helfen
Fischfreie Teiche, schattig-feuchte Ecken sowie Laub- und Totholzhaufen schaffen wertvolle Lebensräume. „Verzichten Sie auf Pestizide und unnötige Düngung. Sichern Sie Kellerschächte und andere Öffnungen mit Schutzgittern, damit Amphibien nicht hineinfallen“, appelliert Alexios Wiklund. Was im eigenen Garten möglich ist, zeigt: Jeder kann zum Schutz bedrohter Wildtiere beitragen.
Nur 3 von 27 bundesweiten Roten Listen aktuell
Mit seiner Artenschutzkampagne macht der Österreichische Tierschutzverein auf die Gefährdung heimischer Wildtierarten aufmerksam. „Dafür braucht es aber aktuelle Rote Listen, die möglichst realistische Einschätzung der Gefährdungssituation liefern – als Grundlage für wirksamen Artenschutz, eine fundierte Prioritätensetzung und geeignete rechtliche Schutzmaßnahmen“, betont Alexios Wiklund. Doch derzeit sind nur 3 von 27 bundesweiten Roten listen aktuell.
Schützen wir unsere Tierarten vor dem Verschwinden https://tierschutzverein.at/kampagne/auf-nimmer-wiedersehen/
Rückfragen & Kontakt:
Alexios Wiklund
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
0660/730 42 91
wiklund@tierschutzverein.at
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