
Alfons Hargaßner Geschäftsführer Österreichischer Tierschutzverein © Österreichischer Tierschutzverein

OTS (Wien/Stockerau) – Der Assisi-Hof in Stockerau hat seit seiner Eröffnung vor drei Jahren 738 Haustiere aufgenommen und versorgt. Bis Jahresende könnte die Zahl auf rund 800 steigen. Anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober zieht der Österreichische Tierschutzverein Bilanz und präsentiert die nächsten Vorhaben: eine eigene Wildtierstation, eine Auffangstation für Ziervögel und den weiteren Ausbau der Solarenergie.
„738 gerettete Haustiere in drei Jahren und bereits 205 Wildtiere allein heuer sind eine eindrucksvolle Bilanz – und zugleich ein klarer Auftrag für die Zukunft. Deshalb bauen wir den Assisi-Hof weiter aus und schaffen damit zusätzliche Möglichkeiten, um Tiere aufzunehmen, zu versorgen und ihnen eine zweite Chance zu geben“, sagt Alfons Hargaßner, Geschäftsführer des Österreichischen Tierschutzvereins, bei der Pressekonferenz am Assisi-Hof.
In den vergangenen Monaten wurden die Bereiche für Hunde und Kleintiere bedarfsgerecht erweitert. Damit steht für ihre Unterbringung, Beschäftigung und den Auslauf nun viel Platz zur Verfügung.
Bereits im vergangenen Jahr wurden am Assisi-Hof 102 hilfsbedürftige Wildtiere aufgenommen, versorgt und wieder ausgewildert. „Bis Ende September dieses Jahres hat sich ihre Zahl jedoch auf 205 mehr als verdoppelt. Darunter waren vor allem verwaiste Hasenbabys und Igel sowie viele verletzte Vögel. Deshalb sind die Pläne für eine eigene Wildtierstation bereits auf Schiene“, sagte Hofleiterin Stephanie Lang. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen.
Zusätzlich entsteht am Assisi-Hof eine Auffangstation für Papageien, Sittiche und andere Ziervögel. Denn für sie gibt es in Österreich zu wenige spezialisierte Plätze. „Diese exotischen Vögel haben besondere Ansprüche an Haltung, Platzangebot, Sozialkontakte und Beschäftigung. Mit großzügigen Volieren wollen wir ihnen die notwendige Umgebung bieten“, sagt Alfred Kofler, Leiter der Tierpflege. Die Fertigstellung ist für noch in diesem Jahr geplant.
Auch für den Assisi-Hof sind die ständig steigenden Energiekosten eine große Herausforderung: Daher wurde heuer auf dem Lagergebäude eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 25 kWp installiert. Sie kann an sonnigen Tagen fast die Hälfte des Strombedarfs des Assisi-Hofs decken. Diese wichtige Investition kostete rund 45.000 Euro. „Wir wollen die Solarenergie weiter ausbauen und damit langfristig Kosten einsparen. Dafür sind wir wieder auf Unterstützung angewiesen“, sagte Alfons Hargaßner.
Spendenlink
Dass sich der Assisi-Hof in nur drei Jahren zum wichtigen Tierschutzstandort für Wien und Niederösterreich entwickelt hat, ist auch der Unterstützung vieler Menschen aus der Region sowie der Stadt Stockerau zu verdanken. „Wir haben das Projekt von Anfang an unterstützt und mit dem Pachtgrundstück den Grundstein für den Assisi-Hof gelegt“, sagt Bürgermeisterin Andrea Völkl. Ein Dutzend ehrenamtliche Hofengel und Pflegestellen hilft heute aktiv am Assisi-Hof und sind längst eine unverzichtbare Stütze.
Damit auch die nächste Generation für den Tierschutz begeistert ist, hat der Österreichische Tierschutzverein das Bildungsprogramm „Camp Tierschutz“ entwickelt. Heuer erhalten 32 Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren durch erfahrungsorientiertes Lernen praktische Einblicke in den Tierschutzalltag. „Die Begeisterung der Jugendlichen stimmt mich hoffnungsvoll“, sagt Alfons Hargassner abschließend.
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