Für uns den Österreichischen Tierschutzverein steht das Wohl der Tiere an erster Stelle.

    Österreichischer Tierschutzverein: Feldhasenbabys nicht anfassen!

    Presse

    Jedes Jahr werden Feldhasenbabys aus Unwissenheit unnötig gerettet – oft mit tödlichen Folgen. Nur in seltenen Fällen, wie bei „Simon“, ist ein Eingreifen zum Schutz der Wildtiere wirklich nötig.

    OTS (Wien/Stockerau) – Er ist winzig, hilflos und kämpft um sein Leben: Feldhasenbaby Simon. Er wurde mutterlos und schutzlos auf einer Pferdekoppel im niederösterreichischen Simonsfeld gefunden. Dort lag er in einer Heuraufe – in unmittelbarer Gefahr von den Pferden zertrampelt zu werden. Unweit davon lag am Straßenrand ein überfahrener Hase, vermutlich seine Mutter. Simon wird nun am Assisi-Hof in Stockerau aufgezogen. Er ist fünf Tage alt und gerade einmal 120 Gramm schwer.

    Simon kämpft um sein Leben

    „Die Handaufzucht von Feldhasen ist äußerst kompliziert“, erklärt Alfred Kofler, Leiter der Tierpflege am Assisi-Hof. „Die Feldhasenmilch ist viel reichhaltiger als die Milch herkömmlicher Säugetiere. Simon muss sich erst an die ungewohnte Flaschenfütterung gewöhnen.“

    Die ersten Tage sind besonders kritisch, weil viele Jungtiere oft lebensbedrohliche Verdauungsprobleme entwickeln. „Wenn alles gut geht“, ist Alfred Kofler überzeugt, „kann Simon in etwa zwei Monaten ausgewildert werden. Trotz der vorübergehenden Gewöhnung an den Menschen wird er sich schnell wieder verwildern“.

    Falsche Rettung mit fatalen Folgen

    Die Rettung von Simon ist ein klassischer Fall, bei dem alles richtig gemacht wurde. Doch jedes Jahr werden unzählige Feldhasenbabys aus Unwissenheit von Spaziergängern aufgelesen, die eigentlich gar keine Hilfe brauchen. Alexios Wiklund, Pressesprecher des Österreichischen Tierschutzvereins: „Immer wieder erreichen uns Anrufe besorgter Menschen, die scheinbar verlassene Jungtiere finden.“

    Feldhasenbabys haben keinen Eigengeruch

    Alfred Kofler: „Doch Feldhasenmütter lassen ihre Jungen nicht allein – sie verstecken sie bewusst in flachen Erdmulden, so genannten Sassen, und kommen nur zweimal am Tag zum Säugen.“ Diese Strategie schützt die Jungen vor Fressfeinden. „Da Feldhasenbabys keinen Eigengeruch haben, bleiben sie für Fressfeinde nahezu unsichtbar.“ Doch wenn Menschen die Tiere berühren oder mitnehmen, verlieren sie ihren natürlichen Schutz und sind oft dem sicheren Tod geweiht.

    Wann braucht ein Feldhasenbaby wirklich Hilfe?

    Nur in bestimmten Fällen ist menschliches Eingreifen erforderlich:

    • Wenn das Muttertier tot in unmittelbarer Nähe des Jungtiers gefunden wird
    • Offensichtlich verletzte Tiere
    • Jungtiere, die bewegungslos oder in Seitenlage auf Straßen oder Wegen liegen
    • Häschen, die von Krähen oder Greifvögeln attackiert wurden
    • Tiere, die von Katzen oder Hunden gebracht wurden
    • Jungtiere, die orientierungslos umherirren oder keine Scheu vor Menschen zeigen

    Hasenbaby in Not? So handeln Sie richtig

    Was tun, wenn ein Hasenbaby tatsächlich Hilfe braucht? Kontaktieren Sie sofort einen Tierarzt, eine Wildtierauffangstation oder die Tierrettung. Sie können beurteilen, ob und welche Hilfe das Tier benötigt. Weitere Informationen gibt es auf unserer Website unter: https://tierschutzverein.at/feldhasenbaby-gefunden/

    So schützt ihr die Jungtiere während der Setzzeit

    Die Setzzeit der Feldhasen dauert von Februar bis Oktober. In dieser Zeit sind einige Verhaltensregeln besonders wichtig:

    • Beobachten Sie das Tier zunächst, bevor Sie eingreifen.
    • Jungtiere nicht anfassen! Direkter Kontakt kann ihren natürlichen Schutz gefährden.
    • Bleiben Sie auf den Wegen! So vermeiden Sie es, die Hasenjungen unnötig zu stören.
    • Hunde an die Leine! Freilaufende Hunde können Junghasen aufspüren und verletzen.

    Rückfragen & Kontakt:
    Alexios Wiklund
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    0660/730 42 91
    wiklund@tierschutzverein.at
    www.tierschutzverein.at/presse

     

     

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Feldhase - Pixabay nathalieburblis
Feldhasenbaby Simon am Assisi-Hof in Stockerau ©OeT
Simon beim ersten Frühstück am Assisi-Hof in Stockerau ©OeT
Feldhasenbaby Simon wird gewogen am Assisi-Hof ©OeT

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