
Alfred Kofler & Leguan © Österrreichischer Tierschutzverein

OTS Wien/Stockerau. Ein ungewöhnlicher Fund beim Österreichischen Tierschutzverein: In einem privaten Garten in Dörfles bei Ernstbrunn wurde ein rund ein Meter langer Grüner Leguan entdeckt. Das exotische Reptil war stark abgemagert und dehydriert. Da sich am Fundort lediglich wenige Häuser befinden, liegt der Verdacht nahe, dass das Tier ausgesetzt wurde. Die verständigte Amtstierärztin bat daraufhin Alfred Kofler, Leiter der Tierpflege am Assisi-Hof, um Unterstützung bei der Versorgung.
Nach einer ersten medizinischen Versorgung mit Infusionen kümmert sich der Reptilien-Experte des Österreichischen Tierschutzvereins seit einigen Tagen intensiv um den Leguan. Das vermutlich jüngere Männchen lebt derzeit im Innenbereich des Assisi-Hofs und soll in den kommenden Wochen langsam wieder zu Kräften kommen. „Das Tier war bei seiner Ankunft in einem sehr schlechten Zustand. Jetzt geht es vor allem darum, dass es ausreichend Flüssigkeit und Nahrung bekommt und sich stabilisiert“, erklärt der Reptilien-Experte vom Österreichischen Tierschutzverein.
Assisi-Hof Stockerau: https://tierschutzverein.at/tierschutz/assisi-hof-stockerau/
Der Grüne Leguan (Iguana iguana) stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. In seiner Heimat lebt er überwiegend auf Bäumen. Bei der Nahrungssuche oder wenn Gefahr droht, kommt er aber auch auf den Boden oder ins Wasser.
Auf seinem Speiseplan stehen vor allem Blätter, Blüten, Früchte und junge Triebe. Jungtiere fressen in den ersten Lebensmonaten zusätzlich Insekten und andere kleine Wirbellose. Am Assisi-Hof erhält der gerettete Leguan derzeit vor allem blattreiches Grünfutter und geeignete Wildkräuter, darunter Löwenzahn, Spitzwegerich, Klee und Luzerne. Auch Endivie, Zucchini und kleine Mengen Apfel stehen auf dem Speiseplan.
Voraussichtlich rund zwei Monate wird der Leguan am Assisi-Hof bleiben. In dieser Zeit soll er sich körperlich erholen und wieder stabil werden. Erst wenn sein Zustand es zulässt, beginnt die Suche nach einem geeigneten neuen Zuhause.
Der Österreichische Tierschutzverein möchte den Leguan anschließend an eine private, reptilienerfahrene Person vermitteln. Denn ein Grüner Leguan ist kein gewöhnliches Haustier: Er kann eine stattliche Größe erreichen und braucht ausreichend Platz, geeignete Temperaturen, Luftfeuchtigkeit sowie eine fachgerechte Ernährung.
„Wir wollen für ihn nicht einfach irgendeinen Platz finden. Er soll in Hände kommen, die wissen, was ein Grüner Leguan braucht und ihm langfristig ein artgerechtes Zuhause bieten können“, betont der Österreichische Tierschutzverein.
Der Fall zeigt auch, wie wichtig es ist, exotische Tiere niemals auszusetzen. Was für einen Menschen wie eine vermeintlich einfache Lösung wirken mag, kann für das Tier lebensgefährlich werden. Ein nicht heimisches Reptil ist in Österreich auf menschliche Hilfe angewiesen und kann draußen nur sehr begrenzt überleben.
Der Österreichische Tierschutzverein bittet daher alle Tierhalterinnen und Tierhalter, sich bereits vor der Anschaffung eines exotischen Tieres genau über dessen Bedürfnisse und die langfristige Verantwortung zu informieren.
Rückfragen & Kontakt:
Alexios Wiklund
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
0660/730 42 91
wiklund@tierschutzverein.at
www.tierschutzverein.at/presse