Für uns den Österreichischen Tierschutzverein steht das Wohl der Tiere an erster Stelle.

    Österreichischer Tierschutzverein warnt: Es gibt immer weniger Igel

    Presse

    OTS (Wien) Der Igel kämpft ums Überleben. Seine Zahl schwindet so drastisch, dass die Weltnaturschutzunion (IUCN) ihn bereits auf die Rote Liste der gefährdeten Arten gesetzt hat. Der Österreichische Tierschutzverein ruft am „Tag des Igels“ (2. Februar) dazu auf, dem stacheligen Winterschläfer aktiv zu helfen.

    In Österreich leben zwei Igelarten: der Westeuropäische Igel (Braunbrustigel) und der Nördliche Weißbrustigel. Beide sind am Papier durch EU- und Landes-Naturschutzrecht geschützt. Die Wirksamkeit ist jedoch zu hinterfragen. Denn Schätzungen zufolge ist allein die Population der Westeuropäischen Igel in den vergangenen zehn Jahren um bis zu 50 Prozent geschrumpft. Ein erschreckendes Warnsignal, das uns wachrütteln muss. Wenn der Igel verschwindet, hinterlässt er eine Lücke, die wir Menschen spüren.

    Hauptursachen für rapiden Igel-Rückgang

    1. Bodenversiegelung: Immer mehr Grünflächen verschwinden durch Bebauung.
    2. Intensive Landwirtschaft: artenreiche Wiesen weichen eintönigen Monokulturen.
    3. Pestizide: Sie vergiften Insekten und reduzieren die Nahrungsgrundlage der Igel.
    4. Verkehr: Tausende Igel werden jährlich von Autos überfahren.
    5. Trend zu „aufgeräumten“ Gärten: Diese bieten weniger Unterschlupfmöglichkeiten.

    Mensch ist die größte Bedrohung

    Igel brauchen strukturreiche Lebensräume wie Hecken, Gebüsche und naturnahe Gärten. „Versiegelte Böden, Schottergärten und riesige Agrarflächen sind für den Igel eine Katastrophe und verdrängen ihn aus seinen Lebensräumen“, warnt Alexios Wiklund, Pressesprecher des Österreichischen Tierschutzvereins. „Dazu kommen das dramatische Insektensterben und der Pestizideinsatz. Damit finden Igel immer schwerer ausreichend Nahrung.“

    Bedrohung: Verkehr und Klimaextreme

    Der Straßenverkehr tut sein Übriges: Unzählige Igel sterben jedes Jahr bei Unfällen. Schätzungen gehen von mehreren tausend Tieren aus. Der Klimawandel verschärft die Situation zusätzlich. Immer heißere Sommer zwingen die Igel zu mehr Nachwuchs, starke Regenfälle zerstören die Nester. Die Folge: Die bedrohte Tierart kann die Verluste nicht mehr ausgleichen. Vor allem die spät im Jahr geborenen Jungtiere finden kaum genügend Nahrung oder Unterschlupf, um den Winter zu überleben.

    Wichtige Helfer im Ökosystem

    Den Igel kennen alle, was viele jedoch nicht wissen: Durch ihre vielfältigen Funktionen leisten die kleinen Tiere einen wichtigen Beitrag zur Regulierung und Erhaltung gesunder Ökosysteme, insbesondere in städtischen und stadtnahen Gebieten. Sie sind wirksame natürliche Schädlingsbekämpfer, indem sie helfen, die Populationen potenzieller Schädlinge in Gärten und Grünanlagen unter Kontrolle zu halten. Igel, die rund 7000 Stacheln besitzen, sind außerdem wichtige Samenverbreiter. Sie fördern die Artenvielfalt, indem sie Früchte und Beeren fressen und die unverdauten Samen an verschiedenen Stellen wieder ausscheiden.

    Was können wir tun?

    Der Österreichische Tierschutzverein ruft dazu auf, Igeln aktiv zu helfen. Schon kleine Maßnahmen können einen großen Unterschied machen. Drei praktische Tipps für den Schutz der Igel:

    1. Igelgerechte Gärten schaffen: Vermeiden Sie Schottergärten, Laubsauger und Mähroboter. Lassen Sie natürliche Unterschlupfmöglichkeiten wie Laub- und Komposthaufen sowie wilde Ecken bestehen. Verzichten Sie auf Pestizide.
    2. Insekten fördern: Blühende Wiesen(streifen) und Insektenhotels schaffen mehr Nahrung für Igel und andere Tiere.
    3. Vorsichtig im Straßenverkehr: Besonders in der Dämmerung vorsichtig fahren, wenn Igel auf Futtersuche Straßen überqueren – das rettet Leben!

    Igel-Lebensräume erhalten

    „Der Mensch ist die größte Bedrohung für den Igel – aber wir können auch seine Rettung sein“, betont Alexios Wiklund. „Wenn wir Lebensräume erhalten, auf nachhaltige Landwirtschaft setzen und besser auf unsere Umwelt achten, geben wir den bedrohten Tieren eine echte Chance. Helfen Sie mit, das stille Sterben der Igel zu stoppen – bevor es zu spät ist.“

    Infos: So helfen Sie Igeln
    https://tierschutzverein.at/untermieter-igel-wie-sie-die-tiere-schuetzen-koennen/
    https://tierschutzverein.at/so-helfe-sie-igeln-durch-herbst-und-winter/

    Unterstützen Sie die Arbeit des Österreichischen Tierschutzvereins mit einer Spende oder engagieren Sie sich bei unseren Aktionen!

    Rückfragen & Kontakt:
    Alexios Wiklund
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    0660/730 42 91
    wiklund@tierschutzverein.at
    www.tierschutzverein.at/presse

     

Pressetext Download

Bilder Download

Helfen Sie mit!

Die Arbeit des Österreichischen Tierschutzvereins ist nur dank Ihrer Hilfe möglich, denn als gemeinnütziger Verein sind wir zur Gänze auf die Unterstützung von Tierfreunden angewiesen. Nur mit Ihrer Spende können wir tierische Notfälle bei uns aufnehmen, tierärztlich versorgen und zu einem neuen Leben verhelfen!