Für uns den Österreichischen Tierschutzverein steht das Wohl der Tiere an erster Stelle.

    Österreichischer Tierschutzverein: Pestizide – die unsichtbare Gefahr für Tier und Mensch!

    Presse

    OTS (Wien) Pestizide sind eine unsichtbare Gefahr. Sie verseuchen unsere Böden, sickern in unser Wasser und verbreiten sich über die Luft in der gesamten Umwelt. Doch was bedeutet das für Tiere und Menschen? Und warum sollten wir in unseren Gärten darauf verzichten?

    Auch wenn wir selbst keine Pestizide verwenden – es ist unmöglich, nicht mit ihnen in Kontakt zu kommen. Über 80 Prozent der Böden in Europa sind mit Pestiziden belastet. Zudem werden sie über die Luft weit weg vom Ausbringungsort in entlegene Gebiete getragen und können in Städten, aber auch in Nationalparks bis hin zu Gletscherregionen nachgewiesen werden.

    Parkinson durch Pestizide

    Der Ökologe Johann G. Zaller von der Universität für Bodenkultur Wien warnt: „Dutzende der in Österreich zugelassenen Pestizide gelten als organschädigend, schädigen das ungeborene Leben im Mutterleib oder stehen im Verdacht, Krebs auszulösen. In Deutschland ist seit letztem Jahr sogar die Berufskrankheit „Parkinson durch Pestizide“ für Landwirte offiziell anerkannt“. Er forscht seit Jahren über Chemikalien und ihre Nebenwirkungen auf Gesundheit und Umwelt. Sein Buch „Unser tägliches Gift: Pestizide – die unterschätzte Gefahr“ informiert umfassend über die Problematik.

    Insektensterben als Vorbote

    Fest steht: Pestizide treffen zuerst die Kleinsten, die Insekten – und ihr Verschwinden hat dramatische Auswirkungen auf uns alle. Bienen und andere Bestäuber verlieren durch die chemischen Gifte ihre Orientierung, werden gelähmt oder sterben. Ohne sie brechen ganze Ökosysteme zusammen. Die Folge: Ernteausfälle, weniger natürliche Vielfalt und ein massives Ungleichgewicht in der Natur.

    Glyphosat weltweit genutzt

    Der Rückgang der Insektenpopulationen hat wiederum schwerwiegende Folgen für insektenfressende Vögel und andere von Insekten abhängige Tiere. Besonders gravierend ist die Situation für Amphibien, die das Gift über ihre durchlässige Haut aufnehmen. Das weltweit am häufigsten eingesetzte Herbizid ist Glyphosat, das nachweislich die Artenvielfalt zerstört und als potenziell krebserregend gilt. Es schädigt direkt Nützlinge wie Bienen, Schmetterlinge, Amphibien und Regenwürmer.

    Auch der Mensch ist betroffen

    Pestizidrückstände sind überall: im Brot, im Obst, im Trinkwasser. Ein Apfel zum Beispiel wird durchschnittlich 31 Mal mit Pestiziden behandelt. Viele dieser Chemikalien reichern sich im Fettgewebe an, schädigen das Hormonsystem, können Krebs auslösen und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Besonders bedenklich: Neonikotinoide können laut Studien der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) Langzeitschäden im Gehirn verursachen – vor allem in Bereichen, die für Gedächtnis und Lernfähigkeit verantwortlich sind.

    Pestizide haben im Garten nichts zu suchen

    Wer glaubt, dass Pestizide nur in der industriellen Landwirtschaft problematisch sind, irrt. Auch im heimischen Garten richten sie verheerende Schäden an. Die chemischen Spritzmittel vergiften nicht nur Unkräuter, sondern auch nützliche Insekten, Haustiere und sogar Kinder, die im Garten spielen. Zudem landen Pestizide über Regen und Wind in der Umwelt und tragen zur allgemeinen Belastung bei.

    Problemfall Rattengift

    Rattengift gilt als effektiv, birgt jedoch erhebliche Risiken für die Umwelt, andere Tiere und die menschliche Gesundheit. Johann G. Zaller: „Die dort eingesetzten Gifte wirken als Blutgerinnungshemmer bei Wirbeltieren. Sie gelangen in die Umwelt, wenn vergiftete Nagetiere zum Beispiel von Greifvögeln gefressen werden, aber sie werden auch in Fischen, Reptilien etc. nachgewiesen.“ Wenn vergiftete Mäuse oder Ratten von Katzen erbeutet werden, werden auch die Katzen vergiftet oder können sogar daran sterben.

    Rattengift Problem für Hund und Katze https://tierschutzverein.at/alpha-chloralose/

    Keine Ertragseinbrüche durch Pestizide-Reduktion

    Experten wie der Ökologe Johann G. Zaller empfehlen daher: „Um das Risiko von Gesundheits- und Umweltschäden durch Pestizide zu vermeiden, ist es wichtig, im eigenen Einflussbereich keine Pestizide einzusetzen. Der Einsatz von synthetischen Pestiziden ist weder in der Landwirtschaft und schon gar nicht im eigenen Garten notwendig. Internationale Studien zeigen, dass selbst eine deutliche Reduktion des Pestizideinsatzes nicht zu Ertragseinbußen führt“.

    Verzichten wir endlich auf Gifte!

    Ein rasches Umdenken ist notwendig: Die biologische Landwirtschaft, die ohne synthetische Pestizide auskommt, ist eine Alternative, um Lebensmittel zu produzieren, ohne die Umwelt und damit auch unsere Gesundheit zu belasten.

    Alexios Wiklund, Pressesprecher des Österreichischen Tierschutzvereins: „Jedes vermiedene Pestizid schützt die Umwelt, erhält die Artenvielfalt und bewahrt unsere Gesundheit. Setzen wir auf natürliche Alternativen, biologische Landwirtschaft und mechanische Unkrautbekämpfung.“ Die Natur – und dazu gehören auch Tier und wir Mensch – braucht dringend Hilfe!

    Rückfragen & Kontakt:
    Alexios Wiklund
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    0660/730 42 91
    wiklund@tierschutzverein.at
    www.tierschutzverein.at/presse

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Ökologe Johann G. Zaller von der Universität für Bodenkultur Wien

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