
Igel von Mähroboter verletzt©Österreichischer Tierschutzverein

OTS (Wien) – Unfälle mit Rasenmäh-Robotern sind hinsichtlich ihrer Unfallschwere tragisch: Vor allem Kleinkinder, Haustiere und nachtaktive Wildtiere sind durch die scharfen Klingen der selbstfahrenden Roboter gefährdet. Besonders wichtig ist es, Mähroboter nur dann einzusetzen, wenn weder Kinder noch Tiere im Garten sind, appelliert der Fachbereich Sport- und Haushaltssicherheit des KFV gemeinsam mit dem Österreichischen Tierschutzverein. Zudem sollten nur hochwertige Rasenmäh-Roboter mit Sicherheitszertifikaten zum Einsatz kommen.
Jährlich müssen rund 920 Menschen im Spital aufgrund von Verletzungen durch Rasenmäher behandelt werden (KFV IDB-Austria, 10-Jahresdurchschnitt 2016-2025). Eine potenzielle Verletzungsgefahr für Kinder und Tiere stellen vor allem die selbstfahrenden Mähroboter dar. Für die Orientierung ist ein Rasenmäh-Roboter mit Sensoren ausgestattet, die auf Hindernisse reagieren und erkennen sollen, wenn das Gerät angehoben oder gekippt wird. In diesem Fall sollte die Rotation der Klingen sofort stoppen. Kleine oder flache „Hindernisse“ werden aber nicht immer ausreichend erkannt.
Kleinkinder sind durch Mähroboter besonders gefährdet, weil sie sich nahe am Boden bewegen und Gefahren nicht rechtzeitig erkennen oder richtig einschätzen können. In der Vergangenheit haben sich dadurch bereits schwere Unfälle ereignet: 2025 etwa wurde ein drei Monate altes Kind von einem Rasenmäher-Roboter an der Hand verletzt. 2024 musste ein erst elf Monate alter Bub wegen einer Mähroboter-Verletzung am Fuß operiert werden, zeigt die KFV-Medienbeobachtung. „Diese Fälle zeigen, dass insbesondere Kinder im Krabbelalter in die Klingen der Rasenmäher-Roboter geraten. Auch größere Kinder können durch ihre Neugierde gefährdet sein, wenn sie versuchen den Roboter mitsamt dem scharfen Mähwerk hochzuheben. Die Häufigkeit dieser Unfälle ist glücklicherweise gering, die Verletzungsschwere jedoch hoch“, so der Bereich Sport- und Haushaltssicherheit im KFV. Verletzungen betreffen oft Füße und Hände. Kinder wie auch Haustiere sollten sich daher nicht unbeaufsichtigt im Garten aufhalten, wenn der Mähroboter seine Runden zieht. Die Geräte könnten so programmiert werden, dass sie Zeiten nutzen, wo möglichst wenig Aktivität im Garten stattfindet.
Nicht immer reagieren die Sensoren der selbstfahrenden Geräte richtig. „Der Markt für Mähroboter boomt: Damit steigt auch die Zahl der verletzten und getöteten Tiere. Diesen traurigen Trend können wir bestätigen“, erklärt Alexios Wiklund, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins. Besonders gefährdet sind nacht- und dämmerungsaktive Kleintiere wie Igel, Amphibien wie Frösche und Kröten, Reptilien wie Eidechsen und Blindschleichen, bodennahe Jungvögel sowie zahlreiche Insektenarten: „Viele nachtaktive Wildtiere wie Igel sind in den Abend- und Nachtstunden in unseren Gärten auf Futtersuche. Genau dann drehen Mähroboter unbeaufsichtigt ihre Runden. Das Fatale: Igel flüchten bei Gefahr nicht, sondern rollen sich zur stacheligen Kugel zusammen. Dieses Verhalten schützt sie zwar vor Fressfeinden, nicht aber vor den scharfen Klingen der Geräte. Um Tiere zu schützen, sollten Mähroboter zwischen 19 Uhr und 7 Uhr nicht eingesetzt werden.“
Fotos: Abdruck honorarfrei
Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV © KFV/APA Fotoservice/Juhasz
Alexios Wiklund, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins © Österreichischer Tierschutzverein
Alle Igel-Fotos © Österreichischer Tierschutzverein
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Alexios Wiklund
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