Ursachen, Risiken und wie Sie Ihrer Katze helfen können. Übergewicht ist längst ein Problem: Schätzungen zufolge ist fast jede zweite Hauskatze zu dick. Was viele als harmlosen Wohlstandsbauch ansehen, kann die Gesundheit erheblich beeinträchtigen und die Lebenserwartung verkürzen.
Übergewicht ist bei Katzen weit mehr als ein Schönheitsproblem. Es kann zahlreiche Erkrankungen begünstigen und die Lebensqualität deutlich einschränken. Mit einer ausgewogenen Ernährung ausreichend Bewegung und einer individuell angepassten Fütterung lässt sich vielen Katzen wirksam helfen. Wer Veränderungen des Körpergewichts früh erkennt und gemeinsam mit der Tierärztin oder dem Tierarzt einen passenden Plan erstellt, schafft die besten Voraussetzungen für ein gesundes und langes Katzenleben.
Wann gilt eine Katze als übergewichtig?
Eine Katze gilt als übergewichtig, wenn ihr Körpergewicht mehr als zehn Prozent über dem Idealgewicht liegt. Von Adipositas (Fettleibigkeit) spricht man bei einer stärkeren Gewichtszunahme von mehr als 20 Prozent.
Warum nehmen Katzen zu?
Übergewicht hat meist mehrere Faktoren. Zu große Futterportionen, häufige Leckerlis oder ständig verfügbare Nahrung fördern eine übermäßige Kalorienaufnahme. Gleichzeitig bewegen sich viele Wohnungskatzen zu wenig.
Besonders ältere Katzen sind häufiger betroffen, weil sie sich meist weniger bewegen und dadurch weniger Energie verbrauchen. Auch nach einer Kastration kann sich der Stoffwechsel verändern und eine Gewichtszunahme begünstigen. Darüber hinaus spielt die genetische Veranlagung eine Rolle: Einige Katzenrassen neigen eher zu Übergewicht als andere.
Welche Katzen sind besonders gefährdet?
Grundsätzlich kann jede Katze übergewichtig werden. Als besonders anfällig gelten jedoch Rassen wie Perser, British Shorthair, Exotic Shorthair, Manx und Birman. Auch große Katzen wie Maine Coon oder Norwegische Waldkatzen neigen bei kalorienreicher Fütterung und zu wenig Bewegung leichter zu Übergewicht.
Welche Folgen hat Übergewicht?
Zu viele Fettreserven belasten den gesamten Organismus. Übergewicht erhöht das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenkprobleme und Arthrose sowie Verdauungsstörungen. Gleichzeitig nimmt die Beweglichkeit ab und chronische Schmerzen können die Lebensqualität der Katze deutlich beeinträchtigen.
Betroffene Katzen spielen oft weniger, bewegen sich ungern und verlieren an Lebensqualität. Gleichzeitig können langfristig höhere Tierarztkosten entstehen.
Wie erkennt man Übergewicht?
Die Tierärztin oder der Tierarzt kann den Body Condition Score bestimmen und das Idealgewicht der Katze einschätzen. Von oben betrachtet sollte die Katze eine erkennbare Taille besitzen. Die Rippen sollten tastbar sein, ohne deutlich hervorzustehen. Ist der Bauch stark gerundet oder hängen Fettpolster herab, lohnt sich eine tierärztliche Gewichtskontrolle.
So gelingt gesundes Abnehmen
Eine erfolgreiche Gewichtsreduktion sollte immer langsam und kontrolliert erfolgen. Ein gesunder Gewichtsverlust liegt bei etwa einem Prozent des Körpergewichts pro Woche.
Ein individueller Futterplan, der gemeinsam mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt erstellt wird, bietet die besten Erfolgsaussichten.
Die richtige Ernährung
Häufig kommen spezielle Diätfuttermittel zum Einsatz. Sie enthalten weniger Kalorien, liefern aber alle notwendigen Nährstoffe und sorgen durch einen höheren Ballaststoffgehalt für ein besseres Sättigungsgefühl.
Studien zeigen, dass Katzen mit ausschließlicher Trockenfütterung häufiger übergewichtig sind als Tiere mit Nass- oder Mischfütterung. Entscheidend bleibt jedoch die tägliche Kalorienaufnahme
Nassfutter oder Trockenfutter?
Für übergewichtige Katzen bietet Nassfutter oft Vorteile. Durch seinen hohen Wassergehalt enthält es bei gleichem Volumen weniger Kalorien und kann das Sättigungsgefühl verbessern. Entscheidend bleibt jedoch die insgesamt aufgenommene Energiemenge.
Futter langsam umstellen
Eine Futterumstellung sollte schrittweise über ein bis zwei Wochen erfolgen. Katzen reagieren häufig empfindlich auf Veränderungen. Geduld und feste Fütterungszeiten helfen dabei, neue Gewohnheiten zu etablieren.
Bewegung fördert den Erfolg
Neben der Ernährung spielt Bewegung eine zentrale Rolle. Schon kurze tägliche Spieleinheiten regen den Stoffwechsel an und erhöhen den Kalorienverbrauch. Für Abwechslung sorgen Spielangeln, Bälle und Jagdspiele ebenso wie Futterrätsel, Intelligenzspielzeug sowie Kratzbäume und Klettermöglichkeiten. Auch gemeinsame Spielzeiten mit den Halterinnen und Haltern fördern die Bewegung und stärken gleichzeitig die Bindung.
Vorbeugung ist der beste Schutz
Damit Übergewicht gar nicht erst entsteht, empfiehlt es sich,
- Futterportionen an Alter und Aktivität anzupassen,
- Leckerlis nur sparsam zu geben,
- täglich für Bewegung und Beschäftigung zu sorgen und
- das Körpergewicht regelmäßig zu kontrollieren.


