
- Informieren Sie sich vor dem Kauf: Wählen Sie gesunde Tiere von seriösen Züchtern oder adoptieren Sie Tiere aus dem Tierheim oder vom Tierschutzhof.
- Sprechen Sie das Thema an: Klären Sie Ihr Umfeld über die Auswirkungen von Qualzucht auf.
- Fordern Sie strengere Kontrollen: Wir fordern eine Bewilligungspflicht für Heimtierzucht, ein öffentliches Zuchtregister, verpflichtende Sachkundenachweise und regelmäßige Kontrollen.
- Wissenschaftliche Aufarbeitung von Qualzucht: Evaluierung aller Rassestandards und Zuchtprogramme. Rückzüchtung gesundheitsgefährdender Merkmale.
- Umdenken in Werbung, Medien und Unterhaltungsindustrie, in der unreflektiert kranke Tiere als Testimonials oder „Petfluencer“ dargestellt werden.
Österreichischer Tierschutzverein: Gemeinsam gegen Qualzucht
PresseOTS (Wien/Stockerau) – Stupsnasen, Kulleraugen, Zwergwuchs – was süß aussieht, bedeutet für manche Rassehunde ein Leben voller Leid: Atemnot, Gelenkschmerzen, Augenentzündungen. Der Österreichische Tierschutzverein fordert daher mehr Aufklärung über die Folgen von Qualzucht und setzt sich für die Zucht gesunder Tiere ein.
Von der Dogge bis zum Dackel – alle Hunderassen stammen vom Wolf ab. Doch rücksichtslose Zucht hat manche zum Zerrbild werden lassen. Flache Nasen, Glubschaugen, kurze Beine, fehlender Schwanz – das hätte die Natur so nie hervorgebracht.
Tierleid durch menschliche Vorlieben
Alexios Wiklund, Pressesprecher des Österreichischen Tierschutzvereins: „Einige Hunderassen werden mit aller Macht auf Niedlichkeit und Kindchenschema gezüchtet. Doch diese Merkmale sind nichts anderes als körperliche Deformationen, die den betroffenen Tieren ein Leben lang gesundheitliche Probleme bereiten. Es liegt an uns, dem Wahnsinn der Qualzucht endlich Einhalt zu gebieten.“
Alle Infos zur Qualzucht: https://tierschutzverein.at/qualzucht-niedlichkeit-um-jeden-preis/
Ständig Schmerzen und Unwohlsein
Die häufigsten gesundheitlichen Probleme der Qualzuchten sind Atemnot, Gelenkschäden, Hautinfektionen, Zahnfehlstellungen und neurologische Störungen. Diese erschweren alltägliche Aktivitäten wie Laufen, Spielen oder Fressen. Vor allem ständige Schmerzen und Unwohlsein führen zudem häufig zu Verhaltensstörungen wie Angst oder Aggression.
Barbara Fiala-Köck, Leiterin der Qualzuchtkommission: „Heimtiere sind uns anvertraute Lebewesen. Das Züchten und Verformen von Tieren nach bestimmten Schönheitsidealen, die in weiterer Folge unter erheblichen gesundheitlichen Belastungen leiden, finde ich unethisch.“ Sie war 14 Jahre lang Tierschutz-Ombudsfrau der Steiermark, davor mehr als 20 Jahre lang Amtstierärztin. Ebenso wie der Österreichische Tierschutzverein fordert sie, dass das Ziel der Zucht gesunde Tiere sein müssen.
Kurzköpfigkeit bei Hunden – größtes Problem
Der Österreichische Tierschutzverein schlägt Alarm: Vor allem die sozialen Medien haben die Nachfrage nach speziellen Moderassen in den letzten Jahren deutlich ansteigen lassen. Auch das Wissen um das Tierleid hält oft nicht vom Kauf ab, wie der Blick auf die Straßen zeigt. Französische Bulldoggen sind mittlerweile eine der drei beliebtesten Hunderassen in Österreich, die Chihuahuas die mit Abstand beliebteste Hunderasse in Wien.
Beide sind Opfer von Qualzucht. Französische Bulldoggen leiden vor allem unter Kurzköpfigkeit (Brachyzephalie) und der damit einhergehenden Verformung von Augen, Gehirn, Gebiss, Mittelohr und einer verhältnismäßig zu großen Zunge. Barbara Fiala-Köck: „Für Tiere, die durch züchterische Maßnahmen oft ein Leben lang z. B. unter Atemnot leiden, ist das ein lebensbedrohlicher Zustand.“
Niedlichkeit um jeden Preis
Die Chihuahuas, bekannt für ihre besonders zierliche Statur, kämpfen mit zerbrechlichen Gelenken, einer zu dünnen, meist offenen Schädeldecke und ständigen Augenproblemen.
Aber auch Englische Bulldogge, Mops, Cavalier King Charles Spaniel, Dackel und die besonders filigranen Teacup-Varianten von Zwergspitz (Pomeranian), Yorkshire Terrier, Pudel, Shih Tzu und Malteser verdanken ihrem putzigen Aussehen gesundheitliche Probleme. Diese Hunde wiegen meist nur 2 Kilo und sind kleiner als jede Katze.
Gesetzeslücken und Unwissen fördern Leid
Obwohl Qualzucht in Österreich eigentlich gesetzlich verboten ist, bestehen genug Schlupflöcher, die den Fortbestand dieser tierquälerischen Praxis ermöglichen. Leider fehlt immer noch vielen Menschen das Wissen über die gesundheitlichen Konsequenzen. Alexios Wiklund: „Jeder Kauf unterstützt eine Praxis, die Leid erzeugt, um menschliche Schönheitsideale zu bedienen. Scheuen Sie sich nicht, bereits vor dem Tierkauf einen Tierarzt zurate zu ziehen und sich von Fachleuten beraten zu lassen. Das Team des Österreichischen Tierschutzvereins ist Ihnen gerne behilflich“.
Qualzucht kommt Haltern teuer
„Viele bedenken nicht, dass Qualzuchten nicht nur Tierleid, sondern auch enorme Kosten bedeuten“, warnt Alexios Wiklund vom Österreichischen Tierschutzverein. Hohe Tierarztkosten, teure Medikamente und Operationen gehen oft in den vier- bis fünfstelligen Bereich. Wenn Halter diese Belastung nicht mehr stemmen können, landen die kranken Tiere oft im Tierheim.
Handeln wir jetzt gemeinsam!
Der Österreichische Tierschutzverein ruft alle Tierfreund*innen auf, gemeinsam aktiv gegen Qualzucht vorzugehen. Was können wir tun?
Rückfragen & Kontakt:
Alexios Wiklund
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
0660/730 42 91
wiklund@tierschutzverein.at
www.tierschutzverein.at/presse