
- mehrjährige Blühflächen und Brachen
- breite Feldraine, Hecken und Altgrasstreifen
- weniger intensive und vielfältigere Bewirtschaftung
- mehr Insekten und Wildkräuter als Nahrungsgrundlage
- langfristiger Schutz von Brut- und Rückzugsflächen
Österreichischer Tierschutzverein: Das Rebhuhn ist noch nicht ausgestorben, aber es wird immer seltener
PresseOTS (Wien) – Der Rebhuhn-Bestand ist in Österreich seit den 1990er-Jahren um rund 80 Prozent eingebrochen: Heute gibt es nur noch 7.000 bis 8.000 Brutpaare. Trotzdem wurden im Jagdjahr 2024/25 rund 2.500 Rebhühner erlegt. Zum Beginn der Jagdsaison in Ostösterreich fordert der Österreichische Tierschutzverein daher ein Moratorium der Bejagung, mehr geeigneten Lebensraum und einen konsequenten Schutz dieser gefährdeten Art. Denn das Rebhuhn steht stellvertretend für einen alarmierenden Trend: Immer mehr Feld- und Wiesenvögel verschwinden aus der österreichischen Landschaft.
„Der starke Rückgang des Rebhuhns begann zwischen 1950 und 1980. Der Einsatz von Pestiziden verringerte schon damals das Insektenangebot – eine wichtige Nahrungsquelle für die Küken“, sagt Professorin Claudia Bieber, Leiterin des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität. Sie untersucht mit ihrem Team aktuell die Ursachen des Bestandsrückgangs bei Rebhühnern in Niederösterreich.
Rebhuhn: gefährdete Vogelart
Seit den 1980er-Jahren kam der Verlust geeigneter Lebensräume hinzu. Hauptursache dafür ist laut Forschenden der BOKU Wien die massive Intensivierung der Landwirtschaft: „Mittlerweile ist das Rebhuhn in der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten europaweit und in Österreich als gefährdet eingestuft. Darüber hinaus ist das Rebhuhn in einigen Bundesländern Österreichs bereits ausgestorben.“
Rebhuhn: Vom häufigen Feldvogel zur gefährdeten Art https://tierschutzverein.at/das-rebhuhn-ist-noch-nicht-ausgestorben-aber-es-wird-immer-seltener/
Verlust geeigneter Lebensräume
Das Rebhuhn braucht keine unberührte Wildnis. Es ist auf eine vielfältige, strukturreiche Kulturlandschaft angewiesen. Brachen, Hecken, Feldraine, Altgrasbestände und blütenreiche Randstreifen bieten ihm geeignete Brutplätze, Nahrung sowie Deckungs- und Rückzugsmöglichkeiten. „Doch genau diese Lebensraumelemente sind durch die Intensivierung der Landwirtschaft vielerorts zurückgegangen“, betont Alexios Wiklund.
Insektensterben lässt Nachwuchs hungern
Eine Folge der intensiven Landwirtschaft und des Pestizid-Einsatzes ist der Rückgang des Insektenangebots. Das trifft die Rebhuhn-Küken heute besonders hart. In den ersten Lebenswochen ernähren sie sich fast ausschließlich von tierischer Nahrung, vor allem von Insekten und Spinnen. „Geht das Angebot an solchen Nahrungsquellen zurück, kann das die Überlebenschancen der Küken beeinträchtigen und damit auch den Bruterfolg des Rebhuhns verringern“, erklärt Professorin Claudia Bieber.
Ökologische Probleme verstärken sich gegenseitig
Weniger Insekten bedeuten weniger Nahrung, weniger Hecken, Brachen und Feldraine weniger Deckung. Auf offenen, strukturarmen Flächen sind Rebhühner zudem für Fressfeinde wie Füchse, Marder und Greifvögel leichter zu entdecken. Besonders gefährdet sind dabei Jungvögel sowie die Eier im Nest.
Trotz Gefährdung weiterhin Rebhuhn-Jagd
„Das Rebhuhn ist ein Warnsignal für den Zustand unserer Kulturlandschaft. Noch gibt es in Österreich schätzungsweise 7.000 bis 8.000 Rebhuhn-Brutpaare. Doch der Bestandstrend zeigt weiterhin nach unten“, warnt Professorin Claudia Bieber.
Trotzdem wird das Rebhuhn nach wie vor bejagt. Laut Statistik Austria wurden im Jagdjahr 2024/25 rund 2.500 Rebhühner erlegt. Rund 97 Prozent davon entfielen auf das Burgenland (1.236) und Niederösterreich (1.197). Am 16. September beginnt die Jagdsaison im Burgenland, am 21. September in Niederösterreich. In beiden Bundesländern endet die Schusszeit am 30. November.
Das Rebhuhn braucht wieder Platz
„Wer das Rebhuhn retten will, muss dort ansetzen, wo sein Verschwinden beginnt: in unserer Landschaft“, fordert der Österreichische Tierschutzverein. Wir brauchen wieder mehr Struktur zwischen den Feldern. Dazu gehören:
Artenschutz geht uns alle an
Mit seiner Artenschutzkampagne macht der Österreichische Tierschutzverein auf die Gefährdung heimischer Wildtierarten aufmerksam. „Wir machen den Verlust der Biodiversität sichtbar und fordern wirksame Schutzmaßnahmen“, sagt Alexios Wiklund.
Artenschutz-Kampagne https://tierschutzverein.at/kampagne/auf-nimmer-wiedersehen/
Rückfragen & Kontakt:
Alexios Wiklund
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
0660/730 42 91
wiklund@tierschutzverein.at
www.tierschutzverein.at/presse
Quellen
Statistik Austria
https://www.statistik.at/fileadmin/announcement/2025/10/20251010Jagd202425.pdf
BOKU Wien
https://forschung.boku.ac.at/de/projects/11401?utm_source=chatgpt.com




