
Österreichischer Tierschutzverein warnt vor hoher Zeckengefahr für Hunde
PresseOTS (Wien/Stockerau) Der Österreichische Tierschutzverein warnt vor dem aktuell hohen Risiko durch Zecken für Hunde. Denn die Parasiten sind heuer fast ganzjährig aktiv und das aktuelle Wetter perfekt für ihre Ausbreitung. Der wirksamste Zeckenschutz ist eine Kombination aus veterinärmedizinisch geprüften Mitteln sowie täglicher Kontrolle des Vierbeiners. Hundeexpertin Viktoria Telloglou verrät, worauf Sie besonders achten müssen.
Jetzt droht die große Krabbel-Invasion: Das feucht-warme Juni-Wetter lässt die Zecken-Zahlen explodieren. So sind die winzigen Nymphen bereits auf der Suche nach einem Wirt und befallen Menschen und Tiere. Wegen ihrer geringen Größe werden sie jedoch oft übersehen.
Hunde perfekte Opfer
Hunde lieben es, durch hohes Gras zu streifen oder neugierig im Unterholz zu schnüffeln. Doch genau dort lauern die winzigen Spinnentiere, um sich eine Mahlzeit zu suchen. Neben Wiesen, Wäldern und den Ufern von Badeseen und Flüssen zählen laut der Veterinärmedizinischen Universität Wien auch Parks und Wegränder zu den bevorzugten Lebensräumen von Zecken.
Zecken fallen nicht von Bäumen
Die kleinen Plagegeister lassen sich nicht, wie oft fälschlich behauptet wird, von Bäumen fallen. Sie sitzen bevorzugt auf Grashalmen oder Zweigen und lassen sich im Vorbeigehen einfach vom Hund abstreifen.
Großes Gesundheitsrisiko für Hunde
„Um Ihren Vierbeiner vor Zecken zu schützen, ist eine Kombination aus medizinischer Vorbeugung, täglicher Kontrolle des Hundekörpers und dem sicheren Entfernen der Parasiten erforderlich“, weiß Viktoria Telloglou. Sie ist Hundetrainerin und Tierpflegerin am Assisi-Hof in Stockerau.
Kautabletten, Spot-on-Präparate, Zeckenhalsbänder
Die Hundeexpertin empfiehlt, ganzjährig Zeckenschutz zu verwenden. So reduzieren veterinärmedizinisch geprüfter Zeckenschutz wie Spot-on-Präparate, Kautabletten oder spezielle Halsbänder das Risiko eines Befalls deutlich. Die Zeckenhalsbänder sollten alle sechs bis acht Monate ausgetauscht werden.
Fast jede zweite Zecke am Kopf
Viktoria Telloglou rät: „Untersuchen Sie den Körper Ihres Hundes täglich auf Zeckenbefall im Brust- und Kopfbereich. Achten Sie aber auch auf die Pfoten und den Bereich zwischen den Zehen.“ Bei Vierbeinern mit langem, dunklem Fell ist eine besonders gründliche Kontrolle nötig.
Zecken sofort und richtig entfernen
Zum Entfernen eignen sich Zeckenzangen oder feine Pinzetten. Verwenden Sie niemals Ihre Hände. „Der kleine Blutsauger sollte möglichst hautnah gefasst und stets vollständig entfernt werden, ohne ihn zu quetschen“, betont Viktoria Telloglou. Anschließend die Zecke auf einem Klebestreifen fixieren und im Hausmüll entsorgen. Vor sogenannten Hausmitteln wie Vaseline, Öl, Nagellack, Alkohol oder gar brennenden Zündhölzern warnt die Hundeexpertin.
Zecken übertragen gefährliche Krankheiten
Symptome wie Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit oder wechselnde Lahmheiten können auf durch Zecken übertragene Erkrankungen hinweisen. Dazu zählen unter anderem Borreliose, Anaplasmose, Ehrlichiose, Babesiose und FSME. Einige dieser Infektionen können ohne rechtzeitige Behandlung schwere bis lebensbedrohliche Verläufe nehmen.
2026 wird starkes Zeckenjahr
Zecken kommen in Österreich bis in Höhen von über 1.500 m Seehöhe vor. Durch mildere Temperaturen in der kalten Jahreszeit sind Zecken in Österreich inzwischen fast ganzjährig aktiv. Da die kleinen Spinnentiere ab etwa 7 °C ihre Wirte suchen, können Hunde mittlerweile selbst in den Wintermonaten von ihnen befallen werden.
Klimawandel befeuert Zeckengefahr
Wärmere Temperaturen und höhere Bodenfeuchtigkeit fördern die Vermehrung und Ausbreitung von Zecken in bisher weniger belasteten Regionen. Österreich zählt inzwischen zu den am stärksten betroffenen Ländern Europas. Laut AGES sind vor allem der Donauraum, das Burgenland und die Steiermark stark betroffen.
Auch der Grüngürtel rund um Wien, die Donauinsel sowie die größeren Parkanlagen der Stadt bieten günstige Lebensräume für Zecken. Gleichzeitig steigt die Zeckengefahr auch in bisher unbedenkliche Regionen wie Tirol (Inntal) und Vorarlberg.
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