
Österreichischer Tierschutzverein: Fast jede zweite Katze hat Übergewicht – viele Halter unterschätzen das Risiko!
PresseOTS (Wien) – Fast jede zweite Katze wiegt deutlich zu viel. Ein Kilo mehr mag niedlich wirken, doch schadet es der Lebensqualität und der Lebenserwartung des Haustieres. Daher ruft der Österreichische Tierschutzverein alle Halter dazu auf, Übergewicht ernst zu nehmen: Nur richtige Fütterung und tägliches Spiel schenken Katzen ein gesünderes, längeres Leben.
Viele Katzenhalter möchten nur das Beste für ihren Stubentiger, auch im Futternapf: Ein kleiner Wohlstandsbauch wird nicht selten als Zeichen von wahrer Liebe in Kauf genommen. Tatsächlich ist fast jede zweite Katze in Österreich übergewichtig und liegt mindestens zehn Prozent über ihrem Idealgewicht. Bei 20 Prozent leidet sie bereits an Fettleibigkeit. Das liegt auch an ihren Haltern!
Bewertungsblindheit bei Übergewicht
Diese schätzen zwar Appetit, Neugier oder Nähe-Bedürfnis ihrer Tiere meist richtig ein, doch beim Gewicht liegen sie oft daneben. Das ergab eine aktuelle Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Den Forschenden zufolge fehlt es nicht an der Fürsorge, sondern am geschulten Blick: Schleichende Veränderungen werden im Alltag schlicht übersehen.
Gefahr für Lebensqualität und Lebenserwartung
Dabei belastet Übergewicht und Fettleibigkeit den Körper der Katze meist extrem: Es erhöht das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenk- und Verdauungsprobleme drastisch, schränkt die Beweglichkeit ein und verursacht nicht selten auch erhebliche Schmerzen. Die Folgen mindern die Lebensqualität der Katze und können hohe Tierarztkosten nach sich ziehen.
Ältere Katzen häufiger betroffen
„Mit dem Alter steigt das Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit. Viele Katzen werden zunehmend bewegungsfaul, verbrauchen weniger Energie und setzen dadurch leichter Fettpolster an“, sagt Alfred Kofler, Leiter der Tierpflege am Assisi-Hof in Stockerau. Eine Kastration kann das Risiko für Gewichtszunahme und Übergewicht erhöhen, da sie den Hormonhaushalt und den Stoffwechsel verändert.
Einige Rassekatzen neigen zum Dickwerden
Nicht jede Katze hat das gleiche Risiko für Übergewicht. Vor allem ruhige, kräftig gebaute Rassen wie Perser, British Shorthair, Exotic Shorthair, Manx oder Birman nehmen leichter zu. Auch große Katzen wie Maine Coon oder Norwegische Waldkatzen können bei zu energiereicher Fütterung und zu wenig Bewegung an Gewicht gewinnen.
Richtig Abnehmen ohne Hunger
„Entscheidend sind daher eine angepasste Futtermenge sowie ausreichend Bewegung durch Spiel und Klettermöglichkeiten“, betont Katzenexperte Alfred Kofler vom Österreichischen Tierschutzverein.
Futterumstellung gegen Fettpölsterchen
Der Weg zum Idealgewicht beginnt meist in der Tierarztpraxis mit einem individuellen Futterplan. Spezielle Diätnahrung ist kalorienreduziert sowie ballaststoffreich: Sie sättigt optimal und sichert die Nährstoffversorgung. Laut der britischen Bristol Cats-Studie hatten junge Katzen mit reiner Trockenfütterung ein deutlich höheres Übergewichtsrisiko als Tiere mit Nass-, Frisch- oder Mischfutter.
Nass oder trocken – was ist besser?
Die hohe Energiedichte von Trockenfutter führt – vor allem bei ständiger Verfügbarkeit – rasch zu Kalorienüberschuss. Daher ist Nassfutter bei einer Diät besser. „Es bietet durch seinen hohen Wassergehalt mehr Volumen bei gleicher Kalorienmenge und sorgt so für ein besseres Sättigungsgefühl“, erklärt Alfred Kofler.
Geduld statt Strenge bei Diät
Die Futterumstellung erfolgt idealerweise schrittweise über ein bis zwei Wochen. „Geduld ist dabei entscheidend. Katzen müssen sich erst an kleinere Portionen und die neuen Routinen gewöhnen. Hunger oder Zwang führen dabei nie zum Erfolg“, weiß Alfred Kofler.
Ohne Bewegung keine Gewichtsreduktion
„Ein gesunder Gewichtsverlust liegt bei etwa einem Prozent des Körpergewichts pro Woche. So bleibt die Umstellung schonend und nachhaltig“, erklärt der erfahrene Tierpfleger. Tägliches Spielen, Futterrätsel und Klettermöglichkeiten bringen Katzen nicht nur in Schwung, sondern helfen ihnen, wieder mehr Energie zu verbrauchen.
Verantwortungsvolle Katzenhaltung gefragt
In Österreich leben fast zwei Millionen Hauskatzen. Sie werden im Schnitt 15 Jahre. Wohnungskatzen etwas älter, Freigänger durch Unfälle und Infektionen meist etwas weniger. Der Österreichische Tierschutzverein appelliert an Katzenhalter, Übergewicht ernst zu nehmen. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und Beschäftigung sind entscheidend, um die Gesundheit und Lebensqualität der Tiere langfristig zu erhalten.
Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien
https://www.vetmeduni.ac.at/forschung/aktuelles-aus-der-forschung/ist-meine-katze-wirklich-gluecklich-neue-forschung-gibt-antworten
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