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Für uns den Österreichischen Tierschutzverein steht das Wohl der Tiere an erster Stelle.

26 Millionen Gründe hinzuschauen

WIE GUT KENNEN WIR RINDER, SCHWEINE UND HÜHNER WIRKLICH?

SO NAH UND DOCH SO FERN

Wann hast du zuletzt ein Schwein gesehen? Nicht auf einer Verpackung oder in einer Werbung. Ein echtes Schwein in einem österreichischen Mastbetrieb. Die wenigsten Menschen kommen mit den Tieren in Berührung, die für Fleisch, Milch und Eier gehalten werden. Dabei begegnen uns diese Produkte jeden Tag. Während Hunde, Katzen und Wildtiere unsere Aufmerksamkeit, Zuneigung und Faszination genießen, wissen wir über Rinder, Schweine und Hühner oft erstaunlich wenig.

DIE TIERE HINTER FLEISCH, MILCH UND EIERN

Wer genauer hinsieht, entdeckt faszinierende Persönlichkeiten. Rinder schließen Freundschaften, kümmern sich intensiv um ihre Kälber und zeigen Mitgefühl gegenüber ihrer Herdenmitglieder. Schweine gelten als neugierig, verspielt und zählen zu den intelligentesten Tieren überhaupt. Hühner können logisch schlussfolgern, zeigen Empathie und verfügen über erstaunliche Lernfähigkeiten. Was sie verbindet: Sie sind fühlende Lebewesen, die ihre Umwelt wahrnehmen, Freude erleben und Beziehungen aufbauen, genau wie viele Tiere, die wir als unsere täglichen Begleiter kennen.

WAS EIN GUTES LEBEN AUSMACHT

Jedes Tier hat Bedürfnisse. Genauso wie unsere Hunde Bewegung, Beschäftigung und soziale Kontakte brauchen, haben auch Rinder, Schweine und Hühner ganz eigene Ansprüche an ihr Leben. Rinder verbringen einen großen Teil ihres Tages mit Grasen und leben am liebsten in stabilen Gruppen. Schweine erkunden stundenlang ihre Umgebung und nehmen Schlammbäder, um sich abzukühlen und ihre Haut zu schützen. Hühner scharren, picken, baden im Staub und ziehen sich nachts zum Schlafen auf erhöhte Plätze zurück. Ein würdevolles Leben bedeutet für Tiere, diese natürlichen Verhaltensweisen ausleben zu können. Tierschutz beginnt dort, wo wir die Bedürfnisse eines Tieres ernst nehmen.

DAS BILD IN UNSEREM KOPF

Wenn wir an die österreichische Tierhaltung denken, entstehen oft vertraute Bilder: Kühe und Kälber auf grünen Weiden, Schweine im Stroh und Hühner auf weitläufigen Wiesen. Diese Bilder begleiten uns seit Jahrzehnten und wird durch Werbung bewusst geprägt. Grüne Wiesen, Auslauf und bäuerliche Idylle stehen dabei für Nähe zur Natur und eine vermeintlich heile Welt. Doch wie so oft lohnt sich ein zweiter Blick. Denn die Lebensrealität vieler Tiere sieht oft ganz anders aus. Der Großteil der Tiere lebt heute in intensiven Haltungssystemen, die auf hohe Produktionsleistungen und wirtschaftliche Effizienz ausgerichtet sind.

26 MILLIONEN GRÜNDE HINZUSCHAUEN

In Österreich werden aktuell rund 26 Millionen Rinder, Schweine und Hühner landwirtschaftlich gehalten. Hinzu kommen noch Schafe, Enten, Gänsen, Puten und anderen Ziegen und Pferde. Die Zahlen sind so groß, dass sie kaum greifbar erscheinen. Insgesamt leben in Österreich fast dreimal so viel sogenannte Nutztiere wie Menschen. Trotzdem bleiben sie für die meisten von uns unsichtbar. Sie leben hinter dicken Stallmauern und fernab unseres Alltags. Gerade deshalb sind die Zahlen so erschreckend: Hinter jeder Zahl steht ein Lebewesen mit einer Persönlichkeit und Bedürfnissen.

EIN SYSTEM AUF EFFIZIENZ

Die 26 Millionen Tiere zeigen nur eine Momentaufnahme. Tatsächlich werden in Österreich jedes Jahr mehr als 114 Millionen Rinder, Schweine und Hühner geboren, gehalten und geschlachtet. Dabei erreichen sie nicht annähernd ihre natürliche Lebenserwartung. Mastschweine werden meist nach sechs bis sieben Monaten geschlachtet, Masthühner bereits nach rund 30 Tagen. Die hohe Nachfrage nach Fleisch, Milch und Eiern hat ein System geschaffen, das vor allem auf Effizienz ausgerichtet ist. Wo Millionen Tiere gehalten und verarbeitet werden, geraten die einzelnen Tiere und ihre Bedürfnisse leicht aus dem Blick.

WARUM WISSEN DEN UNTERSCHIED MACHT

Wer etwas verändern will, muss zuerst hinschauen. Viele Menschen wissen nur wenig über die Lebensrealität von Rindern, Schweinen und Hühnern. Dabei betrifft sie jedes Jahr das Leben von Millionen Tieren. Als Tierfreund*innen sollten wir auch ihnen unsere Aufmerksamkeit widmen: Hinschauen, sich informieren und kritisch eigene Gewohnheiten hinterfragen sind deshalb ein wichtiger erster Schritt. Denn unsere Kaufentscheidungen beeinflussen, wie viele Tiere gehalten werden und unter welchen Bedingungen sie leben. Jede Entscheidung kann dazu beitragen, dass ihre Bedürfnisse stärker berücksichtigt werden.

Mehr Infos

GEMEINSAM KÖNNEN WIR ETWAS VERÄNDERN

Sogenannte Nutztiere erhalten in der Öffentlichkeit oft wenig Aufmerksamkeit. Gleichzeitig ist das Thema komplex und viele Zusammenhänge bleiben für Konsument*innen schwer nachvollziehbar. Genau das möchten wir ändern: Wir bereiten Informationen rund um Rinder, Schweine und Hühner verständlich auf, ordnen Fakten ein und machen sichtbar, was oft verborgen bleibt. So schaffen wir die Grundlage für informierte Entscheidungen im Alltag und eine sachliche Diskussion über den Umgang mit Nutztieren. Möchtest du mehr über Nutztiere erfahren und über unsere Arbeit auf dem Laufenden bleiben?

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  • DI Sarah Tanner

    Kampagnenmanagerin

  • Jakob Innauer BSc

    Kampagnenmanager

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