Start Allgemein EU Kandidaten – Eine Wahl gegen die Qual

EU Kandidaten – Eine Wahl gegen die Qual

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Am 26. Mai entscheidet Österreich erneut, welche EU- Kandidaten Österreich im Europäischen Parlament vertreten sollen und entscheiden damit ebenso über die Qual der Tiere. Umso wichtiger ist es darum, sich die tierschutzbezogenen Schwerpunkte der einzelnen Kandidaten etwas genauer anzusehen. 

Nahezu alle Parteien schreiben sich den „Tierschutz“ groß auf ihre Agenda. Sieht man jedoch ein bisschen genauer nach, lassen sich doch Unterschiede erkennen. Die SPÖ steht wie so meist, stark hinter dem Tierschutz und untermalt dies aktuell mit einem zusätzlichen Video, in dem sich Andreas Schieder (SPÖ Kandidat) vor allem gegen die Käfighaltung ausspricht. Und auch Thomas Schobesberger spricht sich im Namen der Grünen stark für den Tierschutz aus. Mit dem Argument, die Grünen wollen andere Religionen oder Kulturen jedoch nicht ausgrenzen, setzt er beim Punkt der Schlachtungsbedingungen ein klares „Nein“ auf den Wahlprüfstein. Die FPÖ positioniert sich aktuell ganz klar für tierfreundlicherer Maßnahmen auf europäischer Ebene, die lediglich auf einen möglichen Tierschutz-Kommissar verzichten möchte. Die aktuelle Ibiza-Affäre und dessen Folgen – auch für FPÖ- Tierschutzsprecherin Philippa Strache lassen die Ernsthaftigkeit dieser tierschutzaffinen Neuausrichtung der Partei jedoch offen. Die Neos sehen überraschenderweise in mehreren Tierschutz- Punkten keinen Handlungsbedarf wie z.B. bei der verbesserten Haltung von Zirkustieren, dem Ende qualvoller Pelztierzuchten, den aktuell grausamen Bedingungen bei Tierversuchen oder der möglichen Besetzung eines zukünftigen Tierschutz-Kommissars uvm. Die ÖVP äußert sich gar nicht zur Thematik Tierschutz und antwortet dafür mit der Sichtweise, dass der Bürger selbst (und gleichermaßen Wähler) aufgrund seines Konsumverhaltens über die zukünftigen Tierschutz-Bedingungen mitbestimme.

Die wichtigsten Tierschutz-Punkte zur EU-Wahl haben wir nachfolgend zusammengefasst:

  • Bessere Agrarpolitik
    Außer ÖVP (keine Angabe) und Neos stehen alle Parteien gleich zur notwenigen Verbesserungen in der Landwirtschaftspolitik. Zukünftig möchten sich die Parteien dafür einsetzen, dass mehr Staatsgelder (derzeit nur 2%) in den Tierschutz fließen, um vor allem die Bedingungen der Nutztiere verbessern zu können.
  • Bessere Schlachtungsbedingungen
    Außer ÖVP (keine Angabe), Grüne und KPÖ Plus möchten sich alle Parteien für eine Schlachtung unter ausnahmslos vollständiger Betäubung stark machen. Die Grünen sehen hier eine mögliche Gefahr, andere Religionen (in denen beispielsweise das Schächten nach wie vor ausgeübt wird) damit aus der Gesellschaft auszugrenzen.
  • Ende der Käfighaltung
    Außer ÖVP (keine Angabe) sind auch hier alle Parteien einer Meinung: Käfighaltung für Hühner, Schweine, Puten uvm. soll bald Schnee von gestern sein. Durch das Zusammenleben auf engstem Raum der Tiere steigt die Gefahr für Krankheiten, die der Mensch beim Verzehr aufnehmen könnte. Diese sind ebenso gefährlich wie das hohe Maß an Antibiotika, welches den Tieren aktuell verabreicht wird um selbige Krankheiten verhindern zu können.
  • Ende der Zwangsfütterung bei Gänsen und Enten
    Außer ÖVP (keine Angabe) sind sich alle Parteien einig: Zahlreiche EU Mitgliedsstaaten verbieten bereits die Stopfleberproduktion; auch Österreich. Dennoch landet „Foie Gras“ gerne auf heimischen Speisetellern. Es ist dringend an der Zeit, das Image von Stopfleber neu zu positionieren.
  • Ein besseres Leben für Masthühner
    Außer ÖVP (keine Angabe) wissen alle Parteien einstimmig um die Wichtigkeit, die Bedingungen für Masthühner zu verbessern. Die überdimensionale Gabe von Futter- und Medikamenten auf zu engem Raum für die Tiere ohne natürlichem Licht sowie keinerlei Möglichkeit, sich natürlich zu bewegen machen das nur 5- bis 6-wöchige Leben von Masthühnern zu einer schauerlichen Qual, der dringend ein Ende gesetzt werden muss. Die aktuellen Mindestschutznormen möchte somit jede Partei verbessern.
  • Gleiches Recht für alle bei tierischen Produkten aus Drittländern, Handel
    Außer ÖVP (keine Angabe) wollen sich alle Parteien für verbesserte Kontrollen hinsichtlich der Herstellungsstandards bei der Einfuhr von tierischen Erzeugnissen aus Drittländern einsetzen. Tierische Produkte aus anderen Ländern sollten unter gleichen Bedingungen aufgezogen- und hergestellt werden, wie es die Österreichische Gesetzeslage vorschreibt.
  • Kennzeichnungspflicht von Pelzprodukten
    Außer ÖVP (keine Angabe) und SPÖ möchten sich alle Parteien für eine gesetzlich einheitliche Kennzeichnungspflicht nach Tierart und Fellherkunft von Pelzprodukten einsetzen. Damit möchte man den illegalen Verkauf von Pelzprodukten zukünftig minimieren bzw. verhindern.
  • Registrierungspflicht von Heim- und Haustieren
    Außer ÖVP (keine Angabe) sind sich alle Parteien der Wichtigkeit um ordnungsgemäße Registrierung von Heim- und Haustieren bewusst. Während illegalem Welpen- und Kätzchenhandel so endlich ein Ende gesetzt werden soll, lässt sich weitergehend leichter feststellen ob in Österreich verkaufte Jungtiere aus gutem sozialem Umfeld kommen. Ziel soll eine verbesserte Rückverfolgbarkeit von Hunden und Katzen im EU-Raum sein.

Weitere wichtige Punkte wie u.a. das Verbot vom Handel mit Wildtieren und dessen Körperteilen wie z.B dem Tiger, die Erstellung einer EU-Positivliste, die verbindlich über ein mögliches Haltungsverbot exotischer Tiere informiert, sowie ein Wildtierverbot in Zirkussen der gesamten EU-Region oder auch die grundsätzliche Ablehnung von Pelztierzuchten uvm. werden in den Wahlprüfsteinen der „Eurogroup for animals“ angeführt und von den einzelnen politischen Kandidaten mit Ja, Nein oder k.A. (keine Aussage) beantwortet. http://www.eurogroupforanimals.org/

Unser Fazit des Österreichischen Tierschutzvereines: wer seine Stimme auch stellvertretend für die Tiere abgeben möchte, sollte sich bei der EU-Wahl am 26.Mai an den tierfreundlichen Parteien orientieren. Unabhängig vom finalen Wahlergebnis trifft die beste Wahl, wer respektvoll mit sich selber und seiner Umwelt umgeht.