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Glyphosat – Gift in unserer Nahrung

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Glyphosat

Aufklärungskampagne des Österreichischen Tierschutzvereins

Glyphosat – Gift in unserer Nahrung

Unsere Nahrung wird immer giftiger. Fast täglich ist in den Medien von neuen Skandalen, Erkenntnissen und Gefahren die Rede. Insbesondere das Herbizid Glyphosat sorgt dabei für hitzige Debatten.

Leider scheint die Politik noch immer meilenweit davon entfernt, das Übel endlich an der Wurzel zu packen: Am 27. November 2017 wurde die Wiedergenehmigung des umstrittenen Herbizids auf EU-Ebene beschlossen – und das für ganze fünf Jahre. Dabei sollte sich jeder über die Risiken dieser permanenten Hintergrundbelastung bewusst sein. Der ÖSTERREICHISCHE TIERSCHUTZVEREIN klärt auf und gibt Tipps, wie Konsumenten den Kontakt mit Glyphosat möglichst gering halten können.

Übrigens: Hier geht’s zu unserer Aufklärungskampagne über das Verbot der häufigsten Neonicotinoide. 

Was ist Glyphosat?

Glyphosat ist das weltweit meistgenutzte Herbizid. Der Agrarkonzern Monsanto ließ das Mittel bereits 1971 patentieren. Bis 1990 erfolgte die Nutzung dann primär zur Unkrautbekämpfung vor der Aussaat. Durch die genetische Veränderung von Nutzpflanzen (diese weisen eine Resistenz gegenüber Glyphosat auf) konnte das Produkt schon bald während des gesamten Pflanzenwachstums als Herbizid eingesetzt werden.

Wirkungsweise von Glyphosat

Biochemisch betrachtet blockiert Glyphosat bei den meisten Pflanzen und Mikroorganismen ein Enzym, das für die Synthese von notwendigen Aminosäuren notwendig ist. Ohne diese stirbt der Organismus ab. Dieses Enzym kommt nur bei Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen vor, weshalb zunächst von einer geringen Toxizität des Herbizids für Tiere ausgegangen wurde. Natürlich wurde die Wirkung auf Mensch und Tier umfangreich von den verschiedensten Großorganisationen wie EU, WHO, etc. getestet. In erster Instanz wurden dabei keine Gesundheitsrisiken festgestellt.

NGOs wie Greenpeace vertraten jedoch von Anfang an den Standpunkt, dass Glyphosat erhebliche Risiken für Mensch und Umwelt berge. Seither erschienen viele Arbeiten bezüglich der Toxizität des Herbizids, die diese sowohl belegen als auch widerlegen. Erwähnt werden muss aber, dass etwa die Hälfte dieser Studien von den Herbizid-Herstellern selbst in Auftrag gegeben wurden. Es verwundert diesbezüglich nicht, dass diese Studien die Gefahrlosigkeit des Produkts unterstreichen. 2015 stufte die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der WHO Glyphosat schließlich als „wahrscheinlich krebserregend“ und „DNA-schädigend“ ein. Und Stoffe, die die DNA schädigen, stellen auch in geringer Dosis ein Risiko dar. So müssen aktuelle Untersuchungen, wie etwa der Glyphosat-Gehalt in österreichischen Bieren, ganz anders bewertet werden.

Glyphosat in Bier
Auch in österreichischen Bieren wurde Glyphosat entdeckt.

Glyphosat in Brot, Bier & Tampons

GLOBAL 2000 testete 2017 neun österreichische Biersorten, wobei in vier davon Glyphosat nachgewiesen werden konnte. Zwar bewegten sich die Werte nur knapp über der Nachweisgrenze von 2 μg/l, nichtsdestotrotz verdeutlichen solche Untersuchungen, dass man das Herbizid heutzutage nahezu überall antrifft. Denn nicht nur in Bier finden sich Rückstände davon. Konsumenten werden auch durch Rückstände in anderen Alltagsprodukten belastet. In Getreideprodukten wie Brot, in Wein oder sogar in Gesundheitsprodukten wie Tampons wurde in der Vergangenheit Glyphosat gefunden. Bedenkt man die Menge von 300 Tonnen Glyphosat, die jährlich in Österreich eingesetzt wird, muss jedem klar sein, dass es zu einer gewissen Hintergrundbelastung kommen kann. Selbst Getreide, das nicht mit dem Herbizid behandelt wurde, kann Rückstände aufweisen. Dies gilt natürlich auch für viele andere Naturprodukte wie etwa Honig.

Diese unwissentliche, allgegenwärtige Herbizid-Belastung wird Konsequenzen haben, die beim derzeitigen Wissensstand kaum abzuschätzen sind. Dies und das Problem Glyphosat-freie Lebensmittel zu erzeugen, spricht nach Meinung des Österreichischen Tierschutzvereins klar für ein Verbot von Glyphosat.

Internationale Situation

Trotz vorhandener Belastung können wir uns in Österreich derzeit noch glücklich schätzen. In Argentinien und den USA, wo vor allem genveränderte Pflanzen angebaut werden und auf einen massiven Chemieeinsatz gesetzt wird, treten gehäuft Probleme durch den enormen Einsatz von Pestiziden auf. 60 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen Argentiniens werden für den Sojaanbau genutzt. Waren 1996 noch drei Liter Pestizide pro Hektar üblich, so steigerte sich der Bedarf bis 2012 auf das Vierfache. Das Viertel Ituzaingó Anexo der Stadt Cordoba ist fast vollständig von Sojafeldern umgeben. Insofern verwundert es nicht, dass im Vergleich zum argentinischen Durchschnitt dort die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken 41-mal höher liegt. Schnell kam der Verdacht auf, dass die Pflanzenschutzmittel die Ursache dafür sein könnten. 2012 wurden sogar ein Pilot und zwei Sojaproduzenten vor Gericht verurteilt, da sie zu nahe an Siedlungsgebieten Pestizide versprüht hatten.

Tipps, um Glyphosat möglichst zu meiden

  •  Glyphosatfreie Hersteller unterstützen: Unterstützen Sie nach Möglichkeit Hersteller, die den Einsatz von Herbiziden ablehnen. Kaufen Sie stattdessen Produkte aus biologischem oder biodynamischem Anbau.
  •  Obst und Gemüse waschen: Obst und Gemüse, das aus unsicherer Herkunft stammt, sollte vor dem Verzehr sorgfältig gewaschen werden. Zwar bietet das Abwaschen der Nahrungsmittel keine Garantie für die vollständige Beseitigung von Rückständen, jedoch sollte auf diese Vorsichtsmaßnahme keinesfalls verzichtet werden.
  • Kleine Insekten schützen: Marienkäfer, Spinnen und einige Käfer ernähren sich oftmals von Parasiten, die unseren Pflanzen schaden. Deshalb sollten diese Tiere geschützt werden, denn sie können dazu beitragen, dass weniger Pestizide verwendet werden müssen.
  •  Synthetische Pestizide meiden: Verzichten Sie darauf, bei der Gartenarbeit oder für Zimmerpflanzen auf synthetische Pestizide zurückzugreifen. Benutzen Sie stattdessen biologische Mittel.