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Tier aus dem Ausland adoptieren: aber bitte seriös

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Tier aus dem Ausland adoptieren
Das sollten Sie bei einer Tieradoption aus dem Ausland beachten. | Quelle: pixabay/Capri23auto

Seit fast einem Jahr verbringen wir nun schon den Großteil unserer Zeit Zuhause. Die Pandemie weckt in vielen Menschen das Bedürfnis nach einem tierischen Begleiter. Mittlerweile übersteigt die Nachfrage die Anzahl an Tieren von heimischen Züchtern und Tierheimen. In Folge wird die Adoption von Hunden und Katzen aus dem Ausland immer beliebter. Worauf es bei ausländischen Tierschutzorganisationen zu achten gilt, erklärt der Österreichische Tierschutzverein.

Genau wie bei Tieradoptionen im Inland sollte die Frage nach der Seriosität einer Organisation an erster Stelle stehen. Eine Eintragung im Vereinsregister ist ein erster Pluspunkt. Tierschutzorganisationen aus dem Ausland dürfen gesetzlich nur Tiere nach Österreich vermitteln, wenn sie einen behördlich registrierten Standort in Österreich vorweisen können oder mit einem heimischen Tierheim zusammenarbeiten. Der Grund: Sollte das Zusammenleben im neuen Zuhause nicht klappen, gibt es einen Ansprechpartner vor Ort, der das Tier im Notfall zurücknehmen kann. Kritisch zu betrachten sind auf jeden Fall Organisationen, die nur auf Facebook vertreten sind und lediglich Tiere vermitteln. Seriöse Tierschutzorganisationen im Ausland setzen meist auf langfristige Projekte vor Ort. Dazu gehören Vermittlungsprojekte an Einheimische, Kastrationsprogramme und Konzepte zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Tiere im Ursprungsland.

Vermittlungsinserate geben Aufschluss

Die Vermittlungsinserate der Organisation sollten bereits das Wesen des Tieres erkennen lassen, mögliche Probleme kommunizieren und transparent mit bestehenden Krankheiten umgehen. Organisationen, die ihre Tiere hauptsächlich mit „lieb und dankbar für ein Zuhause“ beschreiben, möchten sie meist einfach um jeden Preis vermitteln. Das Finden eines passenden Zuhauses wird dabei vollkommen außer Acht gelassen. Aussagen wie „verträgt sich nicht mit anderen Katzen/Hunden“, „sehr schüchtern und braucht Zeit“ oder „benötigt viel Beschäftigung“ lassen darauf schließen, dass sich die Organisation um ein passendes Zuhause bemüht und mit den Tieren auseinandersetzt.

Tieradoption aus dem Ausland: Tier vorab kennenlernen

Seriöse Organisationen stellen zuerst den direkten Kontakt zu den möglichen neuen Besitzern her, um mehr über deren Lebensumstände zu erfahren. Ein detailliertes Auskunftsformular mit kritischen Fragen zur Wohnsituation und Haltung ist ebenso Usus wie ein Beratungsgespräch. So lässt sich gemeinsam über das passende Tier entscheiden. Auch eine Vorkontrolle im neuen Zuhause spricht für die Seriosität des Vereins. Dabei geben Mitarbeiter auch Antworten auf offene Fragen, informieren und beraten entsprechend der Bedürfnisse des adoptierten Tieres und dem, was es in seiner Eingewöhnungszeit zu beachten gilt. Wir empfehlen, das zukünftige Familienmitglied vorab in der Tierschutzorganisation oder auf einer Pflegestelle kennenzulernen. Nur so lässt sich im Vorfeld sicherstellen, dass die Chemie zwischen Schützling und Adoptionsfamilie passt.

Achtung bei Tierübergabe

Wenn alles in Ordnung ist, erfolgt die Übergabe des Tiers idealerweise im neuen Zuhause oder bei der Tierschutzorganisation vor Ort. Dabei sollte immer ein Übernahmevertrag unterzeichnet sowie der EU-Heimtierausweis, tierärztliche Untersuchungsergebnisse und die Reisedokumente übergeben werden. Auch die Erhebung einer Schutzgebühr ist üblich. Auf jeden Fall muss das Tier bereits gechipt und auf die Organisation registriert sein, sollte nicht im Vorfeld schon eine Registrierung auf die neuen Besitzer erfolgt sein. Auch bei der Änderung der Registrierung und der Eintragung in die Österreichische Heimtierdatenbank sollte die Organisation behilflich sein. Tierschutzorganisationen, die ihre Tiere an öffentlichen Orten wie Autobahnraststätten oder Parkplätzen übergeben wollen und nie den Kontakt zur Adoptionsfamilie suchen, gilt es auf jeden Fall zu vermeiden!