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Erfahrungsbericht: Katze aus dem Tierschutz adoptieren

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Kater Billy
Durch falsche Ernährung bekam Kater "Billy" einen schweren Taurinmangel. | Quelle: Susanne Kettl

Vom Angstkater zum lebensfrohen Schmuser

Dr. Susanne Kettl und ihren Kater „Billy“ (3) verbindet eine außergewöhnliche Adoptionsgeschichte: Die Tierärztin von der Tierarztpraxis Vöcklamarkt pflegte den todkranken Kater nicht nur gesund, sondern schenkte ihm auch noch ein neues Zuhause. Dort wurde aus dem Angstkater ein lebensfroher Schmuser. Mit dem Österreichischen Tierschutzverein hat Dr. Susanne Kettl über diese Erfahrung gesprochen. Die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft.

Züchter, Zoogeschäfte und Internethändler bieten massenhaft Katzen aller Farben, Rassen und Altersstufen an. Jeder Kauf unterstützt diesen übersättigten Markt und die Überzüchtung vieler Katzenrassen. Die sinnvolle Alternative: ein Tier aus einer Tierschutzeinrichtung adoptieren. Dort sehnen sich unzählige Tiere nach einer liebevollen Familie und einer zweiten Chance. 

Österreichischer Tierschutzverein: Als „Billy“ im Frühjahr 2020 auf den Assisi-Hof Frankenburg kam, wurden unsere Tierpfleger sofort auf seinen schlechten Allgemeinzustand aufmerksam. Daraufhin wurde er zu Ihnen in die Tierarztpraxis Vöcklamarkt gebracht. Wie war es zu diesem Zeitpunkt um „Billys“ Gesundheit bestellt? 

Dr. Kettl: „Billy“ war offenbar lange Zeit falsch ernährt worden. Er hatte einen schweren Taurinmangel und stand kurz vor dem Leberversagen. Er war so schwach, dass er nicht stehen konnte, sondern einfach umfiel. Die einzige Chance, ihn zu retten, war eine 24-Stunden-Betreuung. Wir mussten ihn stationär aufnehmen und mit einer Sonde füttern.

ÖTV: „Billy“ wurde über mehrere Wochen stationär betreut.  Wie ging es weiter?

Dr. Kettl: Wenn man eine Katze die ganze Zeit umsorgt, wächst sie einem natürlich ans Herz. Ich habe den Tierpflegern auf dem Assisi-Hof in Frankenburg deshalb vorgeschlagen, „Billy“ nach seiner Entlassung zu mir nach Hause in Pflege zu nehmen. Das war erst mal nur vorübergehend – bis man eine neue Familie für ihn gefunden hat.

Kater Billy
Von der Angstkatze zum vergnügten Freigänger – „Billy“ liebt die Natur. | Quelle: Susanne Kettl

ÖTV: Sie haben „Billy“ dann doch adoptiert …

Dr. Kettl: Ja. Mein Freund und ich haben anfangs versucht, emotionalen Abstand zu wahren. Schließlich wussten wir, dass wir uns von „Billy“ verabschieden müssen, sobald er vermittelt werden kann. Wir haben jedoch schnell gemerkt, dass wir ihn einfach nicht mehr hergeben können.

ÖTV: Wie hat sich „Billy“ entwickelt, seit er bei Ihnen lebt?

Dr. Kettl: Als er zu uns kam, war er eine richtige Angstkatze. Er war unzugänglich und hat sich vor allem und jedem gefürchtet. Jetzt ist er ein Schmuser, der uns mit lautem Miauen begrüßt, wenn wir von der Arbeit kommen. Abends ist er der erste, der ins Bett geht und dort auf uns wartet. Auch wenn wir Besuch bekommen, ist „Billy“ ganz vorne mit dabei und stürmt freudig auf unsere Gäste zu.

ÖTV: Darf „Billy“ auch raus in die Natur?

Dr. Kettl: Ja! Zwar ist er als Wohnungskatze aufgewachsen und hat sich anfangs gar nicht rausgetraut. Sobald ich die Terrassentür geöffnet habe, ist er in den Keller gerannt und hat sich unter dem Heizkessel verkrochen. Jetzt genießt er das Leben als Freigänger in vollen Zügen.

ÖTV: Würden Sie anderen Tierfreunden dazu raten, eine Katze aus dem Tierschutz zu adoptieren?

Dr. Kettl: Auf jeden Fall! In meiner Arbeit als Tierärztin sehe ich immer wieder, wie dankbar und fröhlich Tierschutzkatzen sind. Das merken wir auch bei „Billy“. Er ist unglaublich dankbar – er hat sein Zuhause verloren und es ist ihm lange Zeit nicht gut gegangen. Jetzt weiß er sein Leben dafür umso mehr zu schätzen.

Kater Billy
Wie „Billy“ brauchen diesen Sommer viele Katzen in Not unsere Hilfe. | Quelle: Susanne Kettl

ÖTV: Was raten Sie Menschen, die eine Katze aus dem Tierschutz adoptieren möchten?

Dr. Kettl: Babykätzchen haben es leichter, sie finden meist schnell eine neue Familie. Dasselbe gilt für die Schmuser und Schmeichler. Dann gibt es aber auch viele ältere Katzen wie „Billy“, die schüchtern und ängstlich sind. Auch bei diesen lohnt es sich, genauer hinzusehen – sie haben einen guten Platz verdient.

ÖTV: Was sind Ihre Tipps für den Umgang mit ängstlichen Tieren?

Dr. Kettl: Nichts erzwingen wollen. Man sollte das Tier einfach sein lassen und so akzeptieren, wie es ist. Sobald es sich sicher genug fühlt, kommt es von selbst.

Viele weitere Katzen brauchen unsere Hilfe

Auch diesen Sommer erwarten wir viele ausgesetzte, dehydrierte und verunfallte Katzen, die unsere Hilfe brauchen. Mit Ihrer Spende an den Österreichischen Tierschutzverein können wir Tieren wie „Billy“ auch weiterhin ein neues Leben ermöglichen. Jeder Cent Ihrer Spende kommt dem Assisi-Hof Frankenburg zugute.

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