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Augen auf beim Welpenkauf!

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Aufklärungskampagne des Österreichischen Tierschutzvereins

Augen auf beim Welpenkauf!

Das illegale Geschäft mit Welpen floriert, vor allem Hunde aus Osteuropa werden dabei im Internet verkauft. Das Angebot erscheint endlos, die Tiere werden zu Dumping-Preisen angeboten. „Ein echtes Schnäppchen“, denken da viele – eine Annahme, die sie später teuer zu stehen kommt. Bei vielen Tieren zeigen sich schon kurz nach dem Verkauf Krankheiten, die horrende Tierarztrechnungen verursachen. Und das Schlimmste bei alldem: Die Welpen leiden Höllenqualen. 

Ziel des Österreichischen Tierschutzvereins ist es, die Bevölkerung über die immensen Probleme des illegalen Welpenhandels aufzuklären. Denn jeder, der bei einem anonymen Welpenhändler einkauft und nicht genauer hinsieht, unterstützt diese qualvollen Machenschaften. Deshalb appelliert der Österreichische Tierschutzverein an alle Konsumenten: Augen auf beim Welpenkauf!

Illegalen Welpenhandel stoppen

Sonnenaufgang. Fünf winzige Welpen versuchen, sich mit ihren kleinen Pfoten durch den rostigen Maschendrahtzaun zu zwängen, der seit ihrer Geburt ihr Leben bestimmt. Draußen ist die Freiheit, das Licht, die Sonne und die ganze Welt, die darauf wartet, erkundet und entdeckt zu werden. Doch der Maschendrahtzaun ist unüberwindbar. Die Mutter der Welpen liegt am Boden, ist erschöpft und krank. Dies war ihre zweite Geburt in nur einem Jahr ­– lange wird sie nicht mehr durchhalten. Wer im Internet nach Welpen sucht und dabei auf niedliche Fotos und allerbeste Versprechungen stößt, läuft den Verbrechern schon oftmals in die Falle. Denn das Dealen mit Welpen floriert. Kriminelle halten sich dabei Zuchttiere, die sie meist illegal erworben haben – und lassen sie bis zum Zusammenbruch gebären.

Woran Sie illegale Welpenhändler erkennen

Illegale Welpenhändler:

  • bieten Tiere oft zu Dumping-Preisen von ca. 100 bis 400 Euro an.
  • vergeben die Tiere mit nicht vollständig ausgefüllten EU-Heimtierausweisen, ausländischen oder gefälschten Impfpässen und/oder manipulierten Stammbäumen.
  • trennen die Welpen oft noch vor der 9. Lebenswoche und damit viel zu früh von der Mutter.
  • verkaufen die Welpen an öffentlichen Orten oder über Mittelsmänner (häufig nach langen Autofahrten).
  • achten nicht auf die gesundheitlichen Probleme der Elterntiere, die somit oft an die Welpen weitergegeben werden (z.B. Hüftdysplasie oder Kniescheibenprobleme).
  •  halten die Tiere oftmals nicht artgerecht bzw. in beengten Käfigen, Hinterhöfen etc.

Woran Sie einen seriösen Züchter erkennen

Seriöse Züchter:

  • vergeben jedes Tier gechipt und frühestens im Alter von acht Wochen.
  • halten sich an die gängigen Zuchtnormen.
  • lassen das Tier gewissenhaft vom Tierarzt betreuen (impfen, entwurmen etc.).
  • empfangen Interessenten auch vorab des Kaufs auf dem Zuchtgelände.
  • sorgen für eine artgerechte, sorgenfreie Haltung der Tiere.
  • vergeben das Tier inklusive vollständig ausgefülltem EU-Heimtierausweis an seine neuen Besitzer.
  • ein Rasse-Tier aus seriöser Zucht kostet zwischen 800 und 2.000 Euro.

Tipps für den Welpenkauf

Dass die erste Recherche und vielleicht sogar die Wahl des Züchters im Internet geschieht, ist inzwischen normal und auch legitim. Doch es gibt einiges, auf das Sie dabei achten können.

  • Besuchen Sie Ihr künftiges Tier am Zuchtgelände: Besuchen Sie den Welpen grundsätzlich in seinem Zuhause, bevor Sie ihn adoptieren und lassen Sie sich dort das Muttertier sowie die Geschwister zeigen. Machen diese einen gesunden Eindruck? Sind Mutter und Welpen ohne Angst vor Menschen, lassen sie sich gerne berühren? Sieht das Zuhause tiergerecht aus? Achten Sie bei dem Muttertier darauf, ob dieses tatsächlich ein Gesäuge hat. Hier werden nämlich manchmal „Fake-Mütter“ präsentiert.
  •  Achten Sie auf das Alter des Tieres: Nehmen Sie den Welpen nicht gleich mit, sondern besuchen Sie ihn immer wieder. Seriöse Züchter werden den Welpen nicht vor dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestalter von acht Wochen abgeben.
  • Sprechen Sie mit dem Züchter: Stellt der Züchter Ihnen viele Fragen, so ist das ein gutes Zeichen. Ein seriöser und liebevoller Züchter wird genau wissen wollen, wohin sein Welpe kommt.
  • Stellen Sie Fragen: Fragen Sie dem Züchter „Löcher in den Bauch“: Von seiner Erfahrung als Züchter angefangen über Informationen zur Mutterhündin, zur Deckung, zum Vater, zu Gesundheitsstandards, zur Impfung bis hin zur Pflege, sonstige Besonderheiten (auch Verhalten) der Hunderasse und so weiter und so fort. Ein guter Züchter wird Ihnen gerne Rede und Antwort stehen
  • Seien Sie vor Ort: Vertrauen Sie niemals rein auf das, was Sie im Internet sehen und lesen. Machen Sie sich selbst vor Ort ein Bild.
  •  Informieren Sie den Amtstierarzt: Sollte Ihnen ein Welpenverkäufer verdächtig erscheinen, so zögern Sie nicht, den für diesen Bezirk zuständigen Amtstierarzt (arbeitet in der Bezirkshauptmannschaft/Magistrat) einzuschalten. Dieser wird sich selbst ein Bild von der Situation verschaffen. Damit könnten Sie vielen Tieren unsägliches Leid ersparen.

Internet nährt illegalen Welpenhandel

„Das Problem des illegalen Welpenhandels gibt es schon seit Jahrzehnten“, bestätigt Dr. Elke Narath, Amtstierärztin in Vorarlberg und Expertin der Welpenhandel-Thematik. „Das Internet kommt solchen illegalen Händlern dabei sehr entgegen. Während früher Welpen auf der Straße verkauft wurden, findet dies nun häufig digital und damit wesentlich anonymer statt.“ Dabei arbeiten die Welpenhändler hochprofessionell, vermarkten sich auf scheinbar vertrauenswürdige Weise und lassen sich immer neue Tricks einfallen, um wie ein seriöser Züchter zu wirken. Ein Riesengeschäft für die Betrüger – ein entsetzliches Verbrechen an den Tieren.

50 Prozent der Welpen sterben

„Die Welpen kosten die Händler bis zur fünften Woche nichts, da sie überwiegend von der Mutter gesäugt werden und kaum Zufutter brauchen. Danach werden sie sofort abgegeben“, so Narath. Gesetzlich erlaubt ist eine Trennung von der Mutter erst frühestens mit 8 Wochen. Häufig aus östlichen Ländern Europas werden die Babys dann ausgefahren. „Diesen Transport, eingepfercht auf kleinstem Raum und ohne jegliche Versorgung überleben viele Welpen nicht. Die Händler nehmen dabei häufig eine Todesrate von über fünfzig Prozent in Kauf.“

Verhaltens- und Aggressionsprobleme

Auch mit jenen Welpen, die diese schrecklichen ersten Lebenswochen überlebt haben, tun sich die künftigen Besitzer keinen Gefallen. „Sie sind zwar viel günstiger, als jene Rassewelpen von ausgewiesenen und seriösen Züchtern“, beschreibt Dr. Narath, „sterben aber häufig im Zuge schwerer Krankheiten, die sie sich aufgrund des schlechten hygienischen Standards in den ersten Lebenswochen eingefangen haben.“ Wenn das Tier nicht stirbt, so kann es im Erwachsenenalter starke Verhaltensauffälligkeiten aufweisen, die häufig unerwartete Angst- oder Aggressionsprobleme beinhalten können.

„Die ersten Lebenswochen sind so prägend, dass die Tiere für immer gebrandmarkt sind. Da hilft meist der beste Hundetrainer oder Tierpsychologe nichts.“ Ganz zu schweigen von den Muttertieren. Diese verenden qualvoll nach zig Geburten an Mangelernährung, Krankheiten – oder werden einfach „entsorgt“, wenn sie nicht mehr gebären können – kaum eines wird älter als 4 oder 5 Jahre.