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ENDLICH: EU will Gesetze für Tiertransporte verbessern

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EU-Tierschutzgesetze
Quelle: pixabay/Hans

ENDLICH: EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides will die EU-Tierschutzgesetze grundlegend überarbeiten. Das betrifft auch die Gesetze zur Versorgung von Tieren auf Tiertransporten. Der Österreichische Tierschutzverein begrüßt diese Entscheidung. 

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides plant eine umfassende Reform der Tierschutzgesetze. Das verkündete sie am Montag, 15. Juni, beim Online-Meeting der EU-Plattform für Tierschutz. Konkrete Entwürfe wolle man 2023 vorlegen.

„Hochintensive Systeme haben zu einem Überschuss an Lebensmitteln geführt“, sagte Kyriakides in ihrer Rede. Die Folgen seien weitreichend: exzessiver Konsum und damit verbundene Krankheiten, Lebensmittelverschwendung und Tierleid. Diese Phänomene seien beunruhigend. Es sei dringend notwendig, auf die Nachfrage der EU-Bürger nach nachhaltigeren Lebensmittelsystemen zu reagieren.

„Die EU hat die letzte Anpassung der Tierschutzgesetzgebung vor mehr als 10 Jahren vorgenommen. Manche Tierschutzbestimmungen sind älter als 20 Jahre. Unser Wissen und Zugang zur EU-Landwirtschaft war zu dieser Zeit nicht mit dem heutigen Stand vergleichbar“, hielt Kyriakides fest. Die Gesetzgebung nach einer so langen Zeit zu überarbeiten, sei ein komplizierter Arbeitsvorgang, der viele wichtige Entscheidungen beinhalte.

Österreichischer Tierschutzverein begrüßt die geplante EU-Tierschutzreform

Der Österreichische Tierschutzverein begrüßt die Entscheidung für eine Reform der EU-Tierschutzgesetze.

„Die Überarbeitung der europaweiten Tierschutzbestimmungen ist dringend notwendig – vor allem im Hinblick auf die qualvollen Tiertransporte in Drittstaaten, sagt ÖTV-Geschäftsführerin Mag. Eva Malle.

Warum schützen die aktuellen EU-Gesetze Tiere nicht ausreichend?

1977 erließ die EU Gesetze, die Tiere beim Transport schützen sollten. Diese wurden zuletzt durch die EU-Tierschutz-Transport-Verordnung EG1/2005 im Jahr 2004 (!!) adaptiert.

Die EU-Tierschutzgesetze schützen die Tiere auf den Transporten jedoch nicht ausreichend. Die Tiere haben keinen Platz, um sich hinzulegen und auszuruhen. Durch den Platzmangel kommt es häufig zu Verletzungen. Zudem sind die Bestimmungen teils unpraktikabel oder so ungenau, dass sie in der Praxis stets zum Leidwesen der Tiere auslegbar sind. Auch gibt es zu wenige Kontrollen. So kommt es, dass verletzte und erkrankte Tiere nicht versorgt werden, keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, sich gegenseitig niedertrampeln, tagelang in gebückter Haltung ausharren müssen, stunden- bis tagelang ohne Pause unterwegs sind – und häufig schon während des Transports sterben.

Update vom 23. Juni 2020: Mit 605 von 689 Stimmen hat das EU-Parlament heute einen Untersuchungsausschuss für Tiertransporte beschlossen – den ersten dieser Art seit Gründung der EU. Geprüft wird u.a. inwiefern die EU-Kommission und die EU-Mitgliedsstaaten rechtliche Vorgaben bezüglich Tiertransporten einhalten und wie sie bei der Überwachung ebendieser agieren. Auch die Verordnung zu Tiertransporten in der Europäischen Union soll verbessert werden.

Tiertransporte
Angst, Stress, Durst: Viele Tiere sterben bereits während des Transports. | Quelle: pixabay/werbeguru

Mehr Infos zum Thema Tiertransporte und was Sie als Konsument dagegen tun können finden Sie unter: