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Jagdreisen: Warum der Tourismus kein Argument ist

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Jagdreisen
Die Großwildjagd ist der wichtigste Faktor für den Leoparden-Rückgang. | Symbolbild (c) pixabay/Michael Siebert

Jagd-Safaris sind grausam und – in Zeiten 30.000 bedrohter Tierarten  – moralisch unvertretbar. Dennoch versuchen die Reiseveranstalter mit allen Mitteln, ihr blutiges Angebot zu rechtfertigen. Die beliebtesten Argumente: Jagdreisen seien für den afrikanischen Tourismus und die Arterhaltung unentbehrlich. Warum diese Vorwände rein gar nichts mit der Realität zu tun haben – der Österreichische Tierschutzverein klärt auf.

Das Geschäft mit den Jagdreisen ist an Grausamkeit kaum zu überbieten. Löwen, Elefanten, Leoparden & Co. werden bis zur Erschöpfung gejagt, gehetzt und getrieben. Oft wird den Tieren erst in die Beine geschossen, damit der Jäger seinen letzten Schuss voll auskosten kann – ein Tod, der qualvoller nicht sein könnte.

Weil es nicht vieles gibt, das für die Großwildjagd spricht, nutzen die Reiseveranstalter stets dieselben Argumente, um ihr blutiges Geschäft zu rechtfertigen: Zum einen könne die afrikanische Bevölkerung ohne den Jagdtourismus nicht überleben, zum anderen leiste die Großwildjagd einen wichtigen Teil zur Erhaltung vieler Tierarten. Studien belegen: Genau das Gegenteil ist der Fall.

Argument Tourismus: Jagdreisen haben kaum Einfluss auf den Arbeitsmarkt

Immer wieder betonen Befürworter den angeblichen Nutzen der Trophäen-Jagd für den afrikanischen Tourismus: Ihr habe man tausende von Arbeitsplätzen als Koch, Kellner, Jagdführer oder Reinigungskraft in den Unterkünften der Jagdtouristen zu verdanken. Mit dem Verbot von Jagdreisen würde zahllosen Afrikanern die Lebensgrundlage entzogen.

Dass dies ganz und gar nicht den Tatsachen entspricht, belegt eine Studie von Economists at Large im Auftrag der Humane Society International. Dabei wurde die Lage zur Trophäen-Jagd in acht afrikanischen Ländern (Botswana, Äthiopien, Mosambik, Namibia, Südafrika, Tanzania, Zambia und Zimbabwe) analysiert. Das Ergebnis: Jagd-Safaris bringen höchstens 0,78 Prozent der gesamten Tourismus-Einnahmen ein. Sie haben demnach einen völlig untergeordneten Einfluss auf die Beschäftigungssituation in afrikanischen Ländern: Nur 0,76 Prozent der Arbeitsplätze im Tourismus sind dort auf Jagd-Safaris zurückzuführen. Insgesamt haben Jagd-Reisen einen Anteil von nur 0,03 Prozent an den Bruttoinlandsprodukten dieser Länder.

Ebenfalls begehrte Beute: Giraffen. | Symbolbild (c) pixabay/HowardWilks

Bevölkerung und Nationalparks profitieren kaum

Auch das altbekannte Argument, Jagd-Safaris seien eine wichtige Einnahmequelle für Nationalparks und Bevölkerung, konnte in der Vergangenheit durch Studien entkräftet werden. So füllen die Jagd-Reisen vor allem die Kassen der (oft ausländischen) Farmbesitzer und Veranstalter, während Parks und Einwohner kaum davon profitieren.

Argument Arterhalt: Jagd-Safaris tragen zum Aussterben vieler Tierarten bei

Auch die Behauptung, der Jagdtourismus trage zum Erhalt vieler Tierarten bei, ist bloße Augenwischerei. Im Gegenteil: Afrikas „Big Five“ (Löwen, Elefanten, Nashörner, Leoparden und Wasserbüffel) sowie Eisbären sind bei den Hobbyjägern besonders begehrt. Zusammen mit 30.000 weiteren vom Aussterben bedrohten Tierarten stehen sie auf der roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN. Zudem sind die Großwildjäger grundsätzlich an den schönsten, größten und stärksten Tieren interessiert. Gerade die sind für die Arterhaltung jedoch besonders wichtig, da sie den Nachwuchs und das Überleben der Herde sicherstellen.

Die wissenschaftliche Studie „Effects of trophy hunting on lion and leopard populations in Tanzania.“ belegt ebenfalls: Der wichtigste Faktor für den Rückgang von Löwen und Leoparden in Tansania ist die legale Trophäen-Jagd.

Zudem begünstigt der Jagdtourismus Trophäen-Schmuggel und Wilderei. Denn: Zwischen all den legalen Trophäen wird es für die Behörden immer schwerer, illegale Körperteile bei der Einfuhr zu erkennen.

Ein blutiges Geschäft mit dramatischen Konsequenzen für Tier und Natur: Nur noch 23.000 bis 39.000 Löwen leben der IUCN zufolge in freier Wildbahn – Tendenz sinkend. Noch schlimmer steht es um die Spitzmaulnashörner: Von ihnen gibt es nur noch 5.000 weltweit. Auch die Eisbärenpopulation sinkt stetig. Laut Schätzungen von Naturschützern könnte ein Drittel der Polarbären bis 2050 aussterben, schon jetzt gibt es nur noch 25.000 ihrer Art.

Jagdreisen
Mehr als 30.000 Tiere sind laut IUN weltweit vom Aussterben bedroht. | Symbolbild (c) pixabay/Valérie Baron

Jagd- vs. Foto-Tourismus: Es geht auch ohne Trophäen-Jagd

In Kenia, wo die Trophäen-Jagd verboten ist, würde der Abschuss von Löwen, Leoparden & Co. geschätzte 30 Mio. US-Dollar jährlich einbringen. Stattdessen setzt das Land auf den Foto-Tourismus und zeigt eindrucksvoll: Es geht auch ohne Trophäen-Jagd. Eine Milliarde US-Dollar verdient Kenia im Jahr am Foto-Tourismus – ganz ohne den grausamen Tod bedrohter Wildtiere. Auch in Botsuana schafft der Foto-Tourismus 39 Mal mehr Arbeitsplätze als das schmutzige Geschäft mit den Jagdreisen.

Stoppen wir den Verkauf von Jagd-Safaris in Österreich!

Als Verein, der sich für Tiere und ihre Rechte einsetzt, fordert der Österreichische Tierschutzverein ein striktes, österreichweites Verkaufsverbot von Jagd-Safaris sowie ein Importverbot von Trophäen bedrohter Tierarten.

Das Ziel unserer Petition: 50.000 Unterschriften, die wir mit unserem Antrag beim zuständigen Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz einreichen werden!

HIER GEHT’S ZUR PETITION!

Bitte unterstützen Sie uns bei diesem Kampf und unserer Aufklärungsarbeit mit Ihrer Stimme. Nur mit Ihrer Unterschrift können wir erwirken, dass skrupellose Jagd-Safaris in Österreich künftig nicht mehr verkauft werden dürfen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!