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Internationaler Tag des Tigers

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Weniger als 4.000 Tiger leben heute noch in freier Wildbahn. | Quelle: pixabay/Skitterphoto

Weniger als 4.000 Tiger leben heute in freier Wildbahn. 20.000 Großkatzen leben dagegen in Zoos und auf Tigerfarmen. Zum internationalen Tag des Tigers am 29. Juli macht der Österreichische Tierschutzverein einmal mehr auf die starke Bedrohung der anmutigen Großkatzen aufmerksam. 

 Die Fakten im Überblick:

  • Vor 100 Jahren lebten rund 100.000 Tiger in freier Wildbahn.
  • Heute wird die Zahl der wildlebenden Tiger auf weniger als 4.000 geschätzt.
  • Etwa 20.000 Tiger leben in Zoos und auf Tigerfarmen in Gefangenschaft.
  • In den letzten 150 Jahren haben die Tiere 95 Prozent ihres Lebensraums verloren.
  • Vor allem in China nimmt die Zahl der Tigerzoos und Tigerfarmen stark zu.
  • 15.000 US-Dollar bringt ein Tigerfell am Schwarzmarkt ein.

Wildlebende Tiger vom Aussterben bedroht

In 13 Ländern gibt es heute noch wildlebende Tiger: Dazu zählen Indien, Bangladesch, China, Indonesien, Bhutan, Laos, Birma, Kambodscha, Nepal, Russland, Malaysia, Thailand und Vietnam.

Vor allem in Indien hat sich der Bestand wildlebender Tiger in den letzten Jahren zunehmend erholt: Lebten dort 2015 nur etwa 2.200 Tiger in Freiheit, waren es 2019 schon fast 3.000. Das lässt darauf schließen, dass die Tigerschutzprojekte und Artenschutzprogramme von Regierung, Tier- und Umweltschützern, Forschern und der lokalen Bevölkerung fruchten. Dennoch sind wildlebende Tiger mit weniger als 4.000 ihrer Art weiterhin vom Aussterben bedroht.

Immer wieder werden Tiger zum Opfer von Großwildjägern. | Quelle: pixabay/Hans

Zu den größten Bedrohungen für Tiger zählen:

  • Landwirtschaft: Durch Straßenbau und Rodung der Wälder (vorwiegend für landwirtschaftliche und kommerzielle Zwecke) haben Tiger in den letzten 150 Jahren fast 95 Prozent ihrer Lebensräume – und damit auch ihrer Jagdreviere – verloren. In Folge wird auch die Nahrung immer knapper.
  • Wilderei & Aberglaube: Unzählige Tiger landen jedes Jahr auf dem Schwarzmarkt. Vor allem in China und Vietnam boomt der Handel mit den Körperteilen der Großkatzen. Sie werden u.a. für Kosmetika, Luxusprodukte (z.B. Tigerwein) und Produkte der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eingesetzt – deren Wirkungsweise im Übrigen nicht wissenschaftlich belegt werden kann. Vor allem der Aberglaube, Körperteile des Tigers könnten diverse Krankheiten heilen und potenzsteigernd wirken, wird den Großkatzen dabei zum Verhängnis. Die Preise für Tigerteile sind horrend: Für ein Tigerfell lassen sich am Schwarzmarkt problemlos 15.000 Dollar erzielen, ein Kilo Tigerknochen kostet zwischen 6.000 und 7.000 Dollar.
  • Tigerfarmen & Tigerzoos: Etwa 20.000 Großkatzen werden in Tigerzoos, Tigerzirkussen und auf privaten Tigerfarmen gefangen gehalten. Vor allem in China schießen Tigerfarmen und Streichelzoos seit 1990 wie Pilze aus der Erde. Viele Betreiber züchten die Großkatzen wie Vieh unter fabrikähnlichen Bedingungen. Auch Privatpersonen versuchen immer wieder, sich an illegalen Tigerzuchten in Kellern und Hinterhöfen zu bereichern. „Streichelzoos“ sind unterdessen begehrte Touristenattraktionen, die unter dem Deckmantel des Artenschutzes agieren.  Tatsächlich werden die Tiere dort viel zu früh von ihren Müttern getrennt, müssen sich stundenlang von Tourist zu Tourist weiterreichen lassen oder für Selfies posieren. Oft werden die Tiere zu diesem Zweck unter Drogen gesetzt und entwickeln starke Verhaltensstörungen. Ob Tigerfarm, Tigerzirkus oder Tigerzoo – letztendlich fungieren die meisten dieser Einrichtungen nur als Zulieferer für den Schwarzmarkt.

Tiger als Opfer von Großwildjägern

Immer wieder werden Tiger auch zum Opfer der Großwildjagd. Genau wie Löwen, Elefanten, Nashörner und andere bedrohte Tierarten, gelten sie unter Hobby-Jägern als begehrte Beute. Dennoch dürfen Jagd-Safaris in Österreich völlig legal verkauft werden. Der Österreichische Tierschutzverein macht sich mit einer Petition für ein österreichweites Verkaufsverbot von Jagd-Safaris stark. HIER geht’s zur Petition.

Appell: Tigerzoos und Tigerfarmen meiden

Um Tiger in freier Wildbahn und in Gefangenschaft nachhaltig zu schützen, braucht es weitere Tierschutzprojekte in Zusammenarbeit von Regierung, Tier- und Umweltschützern, Wissenschaftlern und der lokalen Bevölkerung.

Zum internationalen Tag des Tigers appelliert der Österreichische Tierschutzverein erneut an alle Tierfreunde: Bitte verzichten Sie als Tourist auf den Besuch von Tigerzoos, Tigertempeln, Tigerzirkussen, Tigerfarmen und ähnlichen Einrichtungen, um das Leid der dort gefangenen Tiger nicht weiter zu unterstützen.