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Zirkustiere in vielen (EU-)Ländern noch immer erlaubt

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Aufklärungskampagne des Österreichischen Tierschutzvereins

Wildtiere im Zirkus: In vielen (EU-)Ländern immer noch Gang und Gäbe

Schon gewusst? Wildtiere im Zirkus sind in Österreich seit 1. Jänner 2005 gesetzlich verboten. Damit wurde Österreich zum absoluten EU-Vorreiter, was den Schutz von Zirkustieren anbelangt. In vielen (EU-)Ländern ist die Haltung und Dressur von Wiltieren aber immer noch Gang und Gäbe. Der Österreichische Tierschutzverein klärt auf.

Haus- und Heimtiere müssen in Zirkussen österreichweit unter denselben Bedingungen gehalten werden, wie sie auch für die Privathaltung zu Hause (Haustiere) und für die Landwirtschaft (Nutztiere) vorgesehen sind. Zudem wurde mit dem Gesetz vom 1. Jänner 2005 ein Verbot für Ausbildungs- und Dressurmittel erlassen, die Tiere schädigen, ängstigen oder ihnen Schmerz zufügen.

Wie ist die Lage in anderen Ländern?

Immer wieder erreichen uns Rückfragen besorgter Tierfreunde, die sich Gedanken über die Situation von Zirkustieren in anderen Ländern machen. Zum Beispiel, wenn sie in Erwägung ziehen, einen Zirkus im Ausland zu besuchen – sich jedoch unsicher sind, ob die Haltung und Dressur von Wildtieren dort erlaubt ist. Die folgende Liste macht die Entscheidung etwas leichter.

Länder, in denen ALLE Tierarten im Zirkus verboten sind:

  • Griechenland
  • Malta
  • Italien (voraussichtlich November 2018)
  • Bolivien
  • Guatemala
  • Honduras

Länder, in denen Wildtiere im Zirkus verboten sind:

  • Belgien
  • Bosnien-Herzegowina
  • Bulgarien
  • England (Achtung: erst ab 2020)
  • Estland
  • Irland
  • Kroatien
  • Lettland
  • Mazedonien
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Österreich
  • Rumänien (Achtung: ab 2017 – jedoch mit 18-monatiger Übergangsfrist)
  • Schottland
  • Serbien
  • Slowenien
  • Zypern
  • Costa Rica
  • El Salvador
  • Indien
  • Iran
  • Israel
  • Kolumbien
  • Mexiko
  • Paraguay
  • Peru
  • Singapur

Länder, in denen Wildtiere im Zirkus mit Einschränkungen verboten sind:

  • Dänemark (Ausnahmen nach Einzelfallbewertung möglich)
  • Finnland (nur bestimmte Wildtierarten verboten)
  • Portugal (nur Fortpflanzungsverbot für bestimmte Wildtiere)
  • Polen (nur in freier Natur geborene Wildtiere verboten)
  • Schweden (nur bestimmte Wildtierarten verboten)
  • Tschechien (nur bestimmte Wildtierarten verboten)
  • Ungarn (nur bestimmte Wildtierarten und neue Wildfänge verboten)
  • Ecuador (nur heimische Wildtiere sowie die Einreise für Wildtierzirkusse und Zucht von Wildtieren verboten)
  • Libanon (nur bestimmte Tierarten verboten)
  • Panama (nur die Einreise für Wildtierzirkusse verboten)
  • Taiwan (nur Import und Export geschützter Arten für Zirkusse verboten)

Tiere haben in der Manege nichts zu suchen!

Wissenschaftliche Studien konnten in der Vergangenheit bereits eindrucksvoll belegen, dass die artgerechte Haltung von Wildtieren im Zirkus nicht möglich ist. So verbringen Löwen im Schnitt 90 Prozent ihres Lebens ohne Auslauf im Transportwagen. Elefanten sind an durchschnittlich 300 Tagen im Jahr angekettet.

Wildtiere haben in freier Wildbahn zahlreiche Herausforderungen zu meistern. Sie leben in komplexen sozialen Gefügen und sind es nicht gewohnt, permanent unterdrückt zu werden. Vom Leben im Zirkus fühlen sich die hochintelligenten Tiere maßlos gelangweilt und überfordert – kein Wunder: Sie werden weder intellektuell stimuliert noch haben sie die Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen. Auch der massive Bewegungsmangel macht den Tieren zu schaffen. Zugleich werden sie ständig ver- und entladen und unaufhörlich von Ort zu Ort verfachtet, ohne jede Möglichkeit zur Ruhe zu kommen.

Tier-Kunststücke haben nichts mit Spiel & Spaß zu tun!

Kein Tiger springt aus Freude durch einen brennenden Reifen oder tritt zusammen mit seinen natürlichen Fressfeinden in der Manege auf, kein Elefant balanciert freiwillig sein viel zu hohes Gewicht auf den Vorder- oder Hinterbeinen und zerstört sich damit seine Knorpel und Gelenke. Der einzige Grund, die Tiere zu diesen „Kunststücken“ zu bringen, ist ihre enorme Angst vor der anschließenden Bestrafung, die nicht selten in Form von Schlägen oder Elektroschocks vollzogen wird. Zu allem Übel gibt es weltweit zahlreiche Fälle, in denen Tiere, die als nicht anpassungsfähig gelten, einfach getötet werden.

Auch Kinder erhalten eine völlig falsche Vorstellung vom Wesen eines Tieres, wenn sie dieses nur aus dem Zirkus kennen!

Seien Sie kritisch – informieren Sie sich!

Sie sind sich unsicher, ob der Zirkus, dessen Besuch Sie in Erwägung ziehen, ein Tierzirkus ist? Scheuen Sie sich nicht nachzufragen. Auf der Webseite der meisten Zirkusse besteht die Möglichkeit, sich darüber zu informieren, ob der Zirkus (Wild-)Tiere hält oder nicht. Auch ein Anruf beim jeweiligen Zirkus bringt Klarheit.

Und noch etwas: Lassen Sie sich von den Versprechen der Zirkusbetreiber bitte nicht blenden. Viele Tierzirkusse werben auf ihren Webseiten und Plakaten mit „artgerechter Haltung“ und „großzügigen Unterbringungsmöglichkeiten für die Tiere“. Studien belegen jedoch eindeutig, dass Wildtiere im Zirkus nicht artgerecht gehalten werden können, weil dafür weder ausreichend Platz noch finanzielle Kapazität besteht. Kein Tier hat Spaß daran, zu etwas gezwungen zu werden, das seinem natürlichen Verhalten widerspricht.

Bitte besuchen Sie keine Tier- und Wildtierzirkusse!

Schützen Sie Tiere vor den Qualen des Zirkuslebens.